Sonstiges

Blogs als Meinungsmacher?

Olaf Nitz greift in seinem Social Software Blog eine Arbeit von Dr. Mark Eisenegger: Blogomanie und Blogophobie – Zur Überschätzung des Internets als Quelle organisationaler Umfeldgefährdungen (.pdf) auf. Siehe Olafs Zusammenfassung

Dr. Eisenegger zieht sein Fazit: Aus einer kommunikationstheoretischen und –empirischen Perspektive scheint es angebracht, das Wirkungsvermögen von Weblogs im öffentlichen Meinungsprozess vorerst nicht überzubewerten.

Gut, was auch immer Wissenschaftler feststellen, ist meistens theoretish fundiert. Nein, das ist nicht abschätzig gemeint! Schauen wir uns dahingegen die Praxis an. Nehmen wir hierzu den aktuellen Artikel in der NYTimes über Business Traveller Blogs, dort werden ihre zunehmenden Auswirkungen auf die Unternehmensservices und deren Produkte analysiert: Blogs About Business Travel Begin to Feel the Power.

Es scheint also nach wie vor mehr auf eine Betrachtungsweise Richtung halbvolles und halbleeres Glas hinauszulaufen. Im Klartext: Wann sollen Unternehmen auf Entwicklungen reagieren und wie. Manche Unternehmen reagieren bereits heute, obwohl sich erst in 10 Jahren praktikable Veränderungen im Konsumverhalten herauskristallisieren. Ob man früher oder später reagiert, kann mit Sicherheit in der Frühphase einer solchen Entwicklung weder Wissenschaft noch die NYTimes klären. Das nennt sich unternehmerisches Risiko 🙂

Siehe auch Meinungsmacher-Blog von Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter, das sich explizit mit diesem Themenfeld auseinandersetzt (an sich entstand das Blog zum Buch Die neuen Meinungsmacher. Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien).


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

4 Kommentare

  • Im Grunde zeigt das doch, dass Blogs interessieren. Eben auch Leute, die dem ganzen Phänomen ratlos, reserviert oder feindseelig gegenüberstehen.
    Das geht weit über „schlechte Presse ist besser als keine Presse“ hinaus. Dr. Mark Eiseneggers PDF ist ja eine ernstgemeinte Auseinandersetzung, die zu einem vorsichtig positiven Ergebnis kommt.
    Der PDF-Text hat vielleicht nicht die sprichwörtliche „Loggerheit“ der Blogs. Besonders die Seiten 11-16 sind aber 1a-Beiträge zum Thema.
    Das ist viel mehr als all diese Hyper-Hyper Shouter vom Schlage eines Marinius Sixtinus.

  • Ich glaube, da muß man ganz scharf zwischen den USA und Deutschland differenzieren. In den USA sind Blogs schon viel stärker im Mainstream verankert als hier. Auf vielen Nachrichtensendern gibt es dort sogar „Was sagen die Blogger“-Segmente in Nachrichtensendungen.