Sonstiges

sind Blogs Online-Tamagotchis?

TamagotchiTama was? Tamagotchi… ein Mega-Hype Ende der 90er Jahre. Man kaufte sich ein Elektrospielzeug und musste dann sein Tamagotchi, ein digitales Miniwesen, mittels Zuspruch, Futter und was weiß ich pflegen und hegen. Wikipedia:

Das Tamagotchi stellt ein virtuelles Küken dar, um das man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern muss. Es hat Bedürfnisse wie Schlafen, Essen, Trinken, Zuneigung und entwickelt auch eine eigene Persönlichkeit. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten meldet sich das Tamagotchi und verlangt nach der Zuneigung des Herrchens. Sollte man es vernachlässigen, stirbt es, kann jedoch durch Drücken eines Reset-Schalters wiederbelebt werden, und das Spiel geht von vorne los. Dies ist in allen Versionen möglich, auch wenn es Gerüchte gab, dass die japanische Version des Tamagotchi nur einen einzigen Lebenszyklus zulassen würde. Immer wenn das Tamagotchi ein Baby bekommt, stirbt es. Dies geschieht allerdings erst zwei Nächte später. Nachdem der Vater oder die Mutter gestorben ist, gibt man dem Baby einen Namen mit max. fünf Stellen. Irgendwann kehrt das Tamagotchi zu seinem Heimatplaneten zurück (daher auch das Ufo auf den original Bandai-Verpackungen).

Erik Range überträgt das Tamagotchi-Beispiel auf Blogs:

Eigentlich sind da tausend Dinge zu tun, tausend kleine Baustellen, tausend Ideen, tausend Inspirationen von anderen Seiten – und habe ich eigentlich zu diesem und jenem Thema schon was geschrieben? Und eine möglichst gründliche Recherche ist – fällt man nicht dem oben genannten, ersteren Syndrom zum Opfer – natürlich absolute Pflicht. Ehrensache. Schnell stellt man also fest, dass so ein harmloses, eigentlich nur spaßeshalber aufgesetztes Blog recht schnell sehr zeit intensiv wird. Und es ist fast schon egal, wie viel Freizeit man sein Eigen nennt – sie reicht nie vollständig für die regelmäßige Pflege des Blogs. Zumindest nicht für die, die man ihm eigentlich am liebsten angedeihen lassen möchte. Füttern, pflegen, großziehen und liebevoll umsorgen. Fast wie ein Online-Tamagotchi, nur ohne das nervige Piepsen, welches sich aber sicher per Plugin nachrüsten ließe.

btw, Erik Ranges Blog würde ich mir näher anschauen, kann sein, dass Ihr es gerne im RSS Reader abonnieren möchtet 😉

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

11 Kommentare

  • Der Tamagotchi-Vergleich kam mir vor zwei Wochen bei meiner Blogger-im-Urlaub-Betrachtung ebenfalls in den Sinn. Sehr treffend.

  • Nix Ende der 90er Jahre. Das ist vielleicht keine Megahype mehr, aber meine Tochter nervt damit gegenwärtig nicht zu knapp. Zumal sie mir den Computer streitig macht, da tamagotchieeurope.com ihre aktuelle Lieblingsseite ist 🙂

    Und ja, der Vergleich stimmt perfekt.

  • […] Das ist was dran, keine Frage. Man kann einfach nicht so „nebenbei“ bloggen. Man muss eine Ausdrucksform (lang, kurz, Fotos, Videos, Texte), eine Balance aus eigenen und zitierten Inhalten finden. Man muss ohne Ende filtern, sich mit dem Recht und Onlinerecht auseinandersetzen, mit Stil und auf jeden Fall auch mit journalistischen Grundlagen. Es gibt ständig etwas zu entdecken, zu basteln, zu justieren. Und manchmal wird die Welt ganz klein und der Blick verengt sich auf das Adminpanel der Blogsoftware, auf die Statistik und die elend lange Themensammlung. Was macht der Spamernte? Was steht in der Fehler-Logdatei? Welche Themen laufen gut? Dann ist der Tamagotchi-Vergleich nicht so weit hergeholt. Ganz idealistisch bleibe ich aber lieber beim Fanzine-Vergleich. via) […]

  • Pssst. Herr Basic. Hier wie versprochen der Koffer mit dem Geld. Und als Treuebonus noch dieses Poesiealbum mit tausend Dankeschöns. 🙂

    Das Ironische am genannten Beitrag war übrigens, dass dieser schon seit Ewigkeiten bei den Entwürfen lag, aber irgendwie noch nicht gut genug für eventuelle Leser wirkte. Im Grunde genommen kann man behaupten, der Beitrag ist sich selbst das beste Beispiel.

    Gerne würde ich jetzt auch noch eine tolle, schwungvolle Floskel einbringen wie „die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“, aber erstens hat das ja nix mit Revolution zu tun und zweitens wird man heute sofort abgemahnt, wenn man auch nur an „Kinder fressen“ denkt. Und das noch so ganz ohne Salz. 😉

  • Ich finde den Vergleich mehr als gelungen. Als ich angefangen habe zu bloggen, da dachte ich, dass ich das nebenbei abends kurz machen kann. Jedoch stellt sich heraus, dass man dafür mehr und mehr Zeit investieren möchte.
    Ich möchte meinen Blog nun auch mal etwas mit anderen Themen als mit Lokalsport aus Hannover „füttern“.
    Bloggen ist ein tolles Hobby, nur man ihn auch wirklich viel Liebe zuweisen.
    Ich hatte auch ein Tamagotchi.

  • […] A friend of mine – Der Rüdnitzer – recently offered the idea that Blogs are Tamagotchis – they breed, chat and sleep. And they need feeding. Obviously the idea was fruitful: already a large number of other bloggers have subscribed to this idea, for instance Robert Basic, KBlog, Vanina DeLobelle,or Fukkle Bim Jerry. […]

  • […] One more time the Tamagotchi-Issue. Please recall: by mistake I pointed out that the Rüdnitzer was the only source of the Blogs and Tamagotchi comparison – but indeed other people (like kgblog, Teddykrieger, Robert Basic, Vanina DeLobelle,or Fukkle Bim Jerry) have mentioned the idea as well. Sometimes ideas evolve parallel – and this is even more true for blog ideas. […]

  • @Martin, erst? Ich denke, der Vergleich liegt so nahe, dass man bereits in den 90ern davon immer wieder am Rande gewitzelt hat… „na, was macht dein Tama-Weblog?“ 🙂