Digg: Communitymarketing für DAUs

Robert Basic

Thomas und einige andere fragen sich wegen der aktuellen Digg-Story und dem „Nachgeben“ von Kevin Rose:

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Es wird spannend werden in diesem Kampf, das ist klar. Er beweist aber eben, dass Geschäftsmodelle, die sich von einer Community leben, auch in der Hand dieser Gemeinschaft sind. Und wenn die Gemeinde an der steilen Klippe sagt „Spring“, dann heißt es springen. Oder die Community – und damit die Geschäftsgrundlage – sind weg.

Das ist eine Warnung für all die Großunternehmen, die wieder einmal glauben, das sei alles so leicht mit den Communities. Im Gegenteil: Es ist schwerer als alles andere. Denn je größer eine Gemeinschaft, desto schwerer ist mit ihr reden und Kirschen essen.

Und werfen wir nur einmal einen Blick auf die Digg-Kopisten auf dieser Seite des Atlantik. Zum Beispiel Webnews, das zum Reich unserer Muttergesellschaft Holtzbrinck gehört: Ein Medienkonzern kann es sich nicht leisten, „kämpfend unterzugehen“. Er würde den Link löschen – auf die Gefahr, die Community zu verlieren.

Das ist eben der Unterschied zwischen einem Macher einer großer Newsplattform und rätselratenden Reportern, deren Talent im Schreiben, weniger im Machen liegt. Das, was Kevin gemacht hat, ist Marketing-Aikido im höchsten Dan. Er und sein Digg werden als Che Guevara des Webs ein fantastisches Branding bekommen. Eine bessere Möglichkeit, als vor dem IT affinen Userpublikum stellvertretend für sie gegen die Mächtigen der Welt zu kämpfen, hätte sich Digg nach dem Paris Hilton-Fall nicht wünschen können. Und Kevin kann nur inständig hoffen, dass die „Bösen“ sich auf dieses Spiel einlassen (wäre mir da leider nicht so sicher). Richard Branson wusste stets, die Großen zu ärgern, um mächtig Publicity zu bekommen. Es gibt nichts besseres, als auf den David vs Goliath Effekt zu setzen. No risk no fun, und das Risiko für Digg ist wunderbar kalkulierbar. Wäre ich der Investor, würde ich liebend gerne den Scheck für die Gerichtskosten ausstellen. Also, schreibt mal weiter am Handelsblättchen herum und mögen sich die Webnews-Verantwortlichen niemals am Rat eines Reporters ausrichten;)

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.