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Blog-Kommentare: wo ist die rechte Grenze?

vornweg: genauso gut kann man statt von rechts-rechts auch von extremistisch in jeglicher Coleur sprechen.

Es kam ein Hinweis via Mail rein, dass dieser Kommentar zum „Eva Hermann Geht„-Artikel im Grunde genommen gelöscht werden müsste. Es handele sich dabei um eine Person, die ihr „rechtes Gedankengut“ in Blogkommentaren streue.

Zitat:

Wer den Rauswurf von Eva Herman befremdlich findet: er ist meines Erachtens nur konsequent in einem Land, was sich einem Kampf gegen rechts verschrieben hat und damit sein Problem mit der gelebten Demokratie beweist. Jährlich mehrere tausend Strafverfahren wegen des §130 STGB richten sich gegen Meinungsäußerungen national eingestellter Menschen. Wer diese Verfahren begrüßt, muß sich nun nicht wundern, wenn im Kampf gegen rechts auch Menschen wie Frau Herman ausgegrenzt werden, die sich für konservative Familienwerte einsetzen.Was mit dem Rausschmiß von Hohmann aus der CDU begann, ist mit der Entlassung von Frau Herman noch lange nicht zu Ende. Unter den gegebenen Umständen ist die NPD-sicher weniger aus liberalen denn aus speziell nationalen Motiven heraus-die Partei, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt.

Prinzipiell dazu: wo zieht Ihr die Grenze? In dem besagten Fall sehe ich keinen Anlass, den Kommentar zu löschen. Auf der metaphysischen Ebene betrachte ich mich als Demokrat und Anhänger der freien Meinungsäußerung. Und eine Demokratie muss Meinungen aushalten, will sie nicht zu einer Diktatur verkommen, in der Menschen eben nicht weitestgehend Ihr Leben gestalten können (die absolute Grenze ist stets das Gesetz). Natürlich hätte der Kommentator scharf trennen müssen, zwischen Eintreten für konservative Werte wie Familie und dem Dritten Reich (das aus Propagandazwecken u.a. die Mutter und ihre vielen Bambinis einen Heldenstatus verlieh). Diesen Bezugrahmen hatte Eva Hermann eben nicht klar aufgelöst und musste daher gehen. Akzeptabel? Das soll hier nicht das Thema sein, was sie wohl gemeint und was sie nun gesagt hat. Ich hege keinen Groll gehen Menschen, die stolz auf ihre Nation sind und ziemlich klar (?) für Werte einstehen. Ich mache da den Cut, wenn Menschen andere Menschen aufgrund Nationalität, Hautfarbe und dergleichen runtermachen bzw sogar dazu auffordern, körperliche wie auch seelische Gewalt auszuüben.

Und natürlich bin ich kein Freund der NPD, wie sollte ich auch, dessen „Blut“ ausländisch ist und mit dem Programm der NPD nicht viel anfangen kann. Wenn ich das aktuelle Parteiprogramm erwischt habe, heißt es in der Präambel:

Im Gegensatz dazu strebt die Nationaldemokratische Partei Deutschlands den Austausch der Mächtigen an, um dem deutschen Volk im Rahmen der europäischen Völkerfamilie eine Zukunft zu geben. Wir Nationaldemokraten stehen mit aller Konsequenz gegen die verstaubten Ideologien vergangener Jahrhunderte, gegen Aufklärungsutopien und gegen multiethnische Exzesse, denen derzeitig das deutsche Volk ausgesetzt ist. Wir stehen mit einem lebensrichtigen Menschenbild gegen Fremdherrschaft und Fremdbestimmung, gegen Überfremdung, Ausbeutung und Unterdrückung, für deutsche Freiheit, für Freiheit der Völker, für eine soziale Neuordnung in Deutschland, die unserem Menschenbild entspricht.

Liest sich mehr wie ein von Kindern geschriebenes Werk, denen der Überblick fehlt und deren Welt sehr einfach gestrickt ist:) Anyway, das ist immer noch kein Grund, Kommentare von NPD-Anhängern zu löschen. Die NPD ist eine per Gesetz zugelassene Partei und darf ebenso wie andere Parteien ihre Heilsbotschaft verkünden.

Blogs dienen weder dem einen noch dem anderen Herren, jeder kann ein Blog für was auch immer nutzen und solange man es als Kommentierender nicht extrem übetreibt, sollten auch unterschiedlichste Haltungen ihren Platz finden.

Weitere Meinunge dazu auf Blogs:
Trice: Kommentare löschen – ja oder nein?
Uli’s Blogstelle: Eva Hermans Sekundär-NPD-Propaganda
epenis: Meinungsfreiheit ohne Limits?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

45 Kommentare

  • Inhaltlich würde ich den nicht löschen. Da der selbe Kommenatr aber in etlichen Blogs auftauchte habe ich ihn einfach als Spam deklariert.

  • Ehrlich gesagt, freut es mich zunächst einmal, wenn mal nicht das übliche Betroffenheitsgetröte kommt, sondern sich durchaus mal jemand fragt, ob der Rausschmiß wegen einer dummen Bemerkung gerechtfertigt ist, die von politischer/geschichtlicher Ignoranz zeugt, aber nicht von einer Nazigesinnung.

    Der zitierte Kommentar ist ok.

  • Ich mag solche Kommentare zwar auch nicht gerne, aber fände es wesentlich problematischer, diese zu verbieten (sofern keine rechtlichen Probleme auftreten und es nicht allzu viele werden).
    Anstatt gleich nach Zensur zu rufen, sollte man lieber einen eigenen Gegen-Kommentar veröffentlichen.

  • @elmar: wenn man bedenkt, dass sie durchaus der Meinung ist, dass Frauen an den Herd gehören (warum arbeitet sie eigentlich noch?) und sie außerdem gerne auf Veranstaltungen der rechtspopulistischen FPÖ sprechen würde, dann kann ich den Begriff „dumme Bemerkung“ nicht nachvollziehen – wobei ich sie eh für zu intelligent dazu hielte. Davon abgesehen ist sie ein Medienprofi, da dürften ihr eher selten „dumme Bemerkungen“ raus rutschen.

  • Deine Sichtweise, Robert, scheint mir ein wenig naiv. Der besagte Kommentator schreibt doch, wie du zitierst, die NPD sei die Partei, die sich für Meinungsfreiheit einsetze. Ausserdem bietet der das NPD-Parteiprogramm auf seiner Homepage zum Download an. In letzter Zeit (zumindest nach meiner selektiven Wahrnehmung) hinterlässt er etliche Kommentare auf unterschiedlichen Blogs. Soll die NPD jetzt mit Zustimmung diverser Blogbetreiber gesellschaftsfähig gemacht werden? Ich hoffe doch nicht. Ebenso wenig halte ich es für wünschenswert, Blogkommentare zum Podium des Versuchs einer Auseinandersetzung mit NPD-Aktivisten machen zu wollen. Von daher würde ich die Grenze enger ziehen und den besagten Kommentar als Blogbetreiber eindeutig nicht zulassen.

  • Ich sehe es auch so : für ein Medienprofi wie Eva Hermann gibt es kein Versehen oder „Dumme Bemerkungen“ dafür ist Sie zu gut und sehr „alt“ im Geschäft…aber mann/frau soll auch merken das Verkaufen von Büchern nicht das A und O ist … auch nicht guerilla taktiken mit polittouch…bringt nix…der Inhalt des Buches soll besser werden und dann braucht Sie nicht mehr so viel PR

  • Full ack Robert. Das ganze Verbotsgeschreie ersetzt keine Auseinandersetzung mit den obskuren Inhalten und hilft dieser Partei mit dem unaussprechlichen Namen ihr Märtyrertum zu pflegen. Entlarven kann man die Brüder nur, wenn man sich mit ihren Parolen auf einer sachlichen Ebene auseinandersetzt und sie dort, wo sie Gesetze verletzen zur Verantwortung zieht.

    Was Frau Hermann angeht und den Kommentar: Sie wird ja nicht ausgegrenzt, sondern für einen offenbar kalkulierten Skandal zur Buchpromotion zur Verantwortung gezogen. Sowas möchte ich dann mit meinen Gebühren doch lieber nicht mitfinanzieren.

  • Acuh bei mir fand sich dieser Kommentar, praktischerweise direkt schon von Askimet richtig sortiert. Man kann sicher darüber streiten, ob so ein Kommentar unter freie Meinungsäußerung oder nicht. Für mich jedenfalls hat der Kommentar ganz klar die Grenze dessen überschritten, was ich in meinem Blog bereit bin zu akzeptieren

    Schließlich ist mein Blog keine Zeitung, sondern eine private Veranstaltung, bei der ich die Hausordnung festlege – so viel Freiheit neheme ich mir jedenfalls raus.

  • Die rechte oder linke oder was auch immer Grenze ist in Deutschland immer da verletzt, wo einfach zu merkende Buzzwords gebraucht werden – der Deutsche ist doch eher einfach gestrickt (besonders die ach so intellektuell daherkommend wollenden 3-Wort-Beleidigungs-Schreiber) …

    Also „Hitler“, „China“, „Iran“, „Hausfrau“, „Personenprofil“ … da braucht man dann auch nicht weiter lesen oder gar nachdenken – bei der Verwendung dogmatisierter Worte ist der Autor von vornherein zu verurteilen 😉

    Hoffentlich werde ich jetzt nicht als rechts-linker Gestapo-Stasi-Terroristen-Chauvinist gebrandmarkt … *bibber* Privat find ich nämlich Familie auch toll – aber weniger die Frau am Herd … dafür gibts doch Personal!

  • ich denk, dass was schon ein kalkuliertes Medienecho von Frau Hermann, ob sie damit gerechnet hat, dass sie nun gefeuert wird mag ich bezweifeln.

    Zum Nationalsozialismus äußert man sich im Deutschland des 21 Jhd. am besten gar nicht, man vergleicht ihn nicht und setzt ihn nicht in Bezug zu aktuellen Ereignissen und auch sonst sagt hier niemand Jehowa 😉

    Kommentare sollte man generell stehen lassen, für mich sind sie wie das gesprochene Wort, manchmal sind sie impulsiv, gehen zu weit oder sind schlicht falsch. Jeder weiß aber was ein Kommentar ist.
    Eine Meinung aber nicht die Meinung des Betreibers.

    Eigentlich sollte man jedem Rechten danken, dass er sich äußert wenn sie sprechen kann man sie wenigstens widerlegen.

  • Danke, Robert, ich sehe das genauso. Natürlich ist der Kommentator ein NPD-Anhänger, aber das ist in einem demokratischen Land sein gutes Recht, solange die Partei nicht verboten ist.
    Zum Rausschmiss von Frau Herman hab ich ein paar Sätze verloren und finde es ehrlich gesagt befremdlich, wie hier jemand mit konservativen Ansichten bezüglich der Familie und der Rolle der Frau in eine extreme rechte Ecke gestellt und entweder mundtot oder lächerlich gemacht werden soll. Ich finde manche ihrer Ansätze (Wertschätzung der Familie …) gut und andere nicht, aber ich bin liberal genug um ihre Position zu respektieren.
    In D darf man tatsächlich nichts zwischen 33 und 45 gut finden, selbst wenn man es entsprechend differenziert und kritisch betrachtet (was Frau Herman naiverweise nicht getan hat). Ein Ami mit dem ich letztens drüber diskutiert habe, konnte nicht verstehn, wie diese Erbschuld meine Generation immer noch „unterdrückt“.

  • In der Häufigkeit, in der dieser „Kommentar“ augenblicklich in der Blogosphäre auftaucht IST er SPAM. Da bemüht offensichtlich jemand die Google-Blog-Suche und nutzt jeden Eva-Artikel für seine Botschaft.

    Die moderate Wortwahl in der Kombination mit der „heiligen Kuh Meinungsfreiheit“ hat die meisten Blogger davon abhalten, den Delete-Knopf zu drücken – der Kommentator hat sein Ziel erreicht!

    Meinungsfreiheit heißt daher auch, daß ich die Meinung anderer in meinem Blog nicht zwangsläufig gelten (oder gar veröffentlichen) lassen muss! Ganz speziell dann nicht, wenn sie vor rechts- oder links-draussen kommt.

  • Thomas Kurbjuhn ist ein Troll, mehr nicht.

    Thomas kriecht fleißig durch die Blogosphäre, hinterlässt seinen Gedankenmüll und freut sich über die Diskussionen. Diskussionen, die nicht um das eigentliche Thema, sondern um ihn drehen. Diskussionen, in denen früher oder später immer der Vorwurf auftaucht, dass das löschen seiner Kommentare Zensur sei, die NPD für Meinungsfreiheit stehe und überhaupt das Grundgesetz geändert werden müsse, so dass eine Redefreiheit wie in den USA erreicht werden solle.

    Ich erinnere daran, dass die Unterüberschrift dieses Blog in etwa „Dies ist mein Wohnzimmer“ lautet. Jeder kann sich nun überlegen, ob Robert in seinem Wohnzimmer solche Reden tolerieren will. Gezwungen es zu tun oder zu unterbinden ist er nicht, solange die Kommentare im rechtlichen Rahmen bleiben.
    Diskussionen mit Thomas Kurbjuhn sind verschwendete Zeit, weshalb ich ihm ein Kommentarverbot in meinem Blog erteilt habe.

    Btw, ob man Thomas Kurbjuhn ernst nehmen will und soll, steht auf einem anderen Blatt, schließlich ist er ein verurteilter Mörder, der längere Zeit in der Psychiatrie einsaß.
    http://www.marnem.de/blog/2007/08/13/das-grundgesetz-artikel-5/#comment-943

  • Hallo Robert!
    Bin mal gespannt, ob und wenn ja, wann Du einknickst. Der Schockwellenreiter hat ja zuerst auch meine Kommentare stehen lassen, mir dann aber Hausverbot erteilt. Da Herr Kantel wohl im öffentlichen Dienst angestellt ist, sehe ich dort hauptsächliche Motive für die Löschung.
    http://tkurbjuhn.blogspot.com/search?q=schockwellenreiter
    Politisch-inhaltlich bin ich am ehesten die Mischung aus einem linken Republikaner und einem nationalliberalen FDP-Wähler( diesem Typ gibt es aber nicht mehr, seit die FDP den Kampf um Freiheit lediglich als Kampf um Steuerfreiheit versteht).Wenn die in der NPD vertretenen nationalen Sozialisten die einzigen sind, die den Nationalgedanken überhaupt noch öffentlichkeitswirksam vertreten, stelle ich mich an deren Seite, auch wenn ich den autoritären Teil des vor allem heimlich gepflegten Parteiprogramms ablehne.Diesem autoritären heimlichen Parteiprogramm der NPD hat sich Schäuble, und mit ihm weite Teile der deutschen Bürger, ganz offen und im umfassenden Sinne übrigens unheimlich angenähert. Weshalb es auch schon oberkurios ist, wenn diese Schäublisten sich deutsch-pflichtgemäß im “ Aufstehen gegen rechts“ üben, wie jetzt z.B. der NPD durch den Rausschmiß Hermans.Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Schäublisten und der NPD ist ganz wesentlich für meine Wahlentscheidung: die NPD ist in der absoluten Minderheit und Ausgrenzungssituation, eine Gefahr durch den autoritären Teil des Parteiprogramms kann ich deshalb im Moment nicht erkennen. Wohl aber den Nutzen, die in Deutschland aus einem sehr plumpen Nazibewältigungswahn entstandene Tabuisierung alles Nationalen zu brechen. Und diese Renationalisierung ist allerdings die Lösung zur Verhinderung eines bevorstehenden Bürgerkriegs zwischen den Ethnien sowie zur Eingrenzung des Kapitalismus auf ein den Menschen nützliches Maß.

  • Da wo Bücher brennen, brennen bald auch Menschen!
    Da wo Kommentare gelöscht werden, werden bald auch Menschen gelöscht?

  • Ich halte Frau Herman ganz einfach für ein dummes, naives Blondchen, welche die Propaganda der Rechtsnationalen fraglos nachplappert und Bücher über eine Familienpolitik von (vor)gestern schreibt.
    Freie Meinungsäußerung und der richtige Umgang mit dieser ist eine Sache, aber sie steht nun mal im öffentlichen Fokus und gerade der NDR sollte/hat sich so eine dumme Propaganda nicht gefallen lassen.

    Und wer sich genauer mit dem Thema beschäftigt, kann über Dinge wie Zensur und Meinungsfreiheit gerade in Bezug auf NPD und „national eingestellte Menschen“ nur lachen, denn diese treten die Rechte anderer mit Füßen.
    Jammern aber dann am lautesten wenn sie selbst am Pranger stehen.

  • Aha, du hast nichts gegen freie Meinungsäußerung eines Extremisten. Dann musst du wohl auch einer sein.

    Dass immer alle gleich mit dem nackten Finger auf angezogene Leute zeigen, nur weil in der Vergangenheit mal einer das gleiche gesagt hat.

    Niemand würde wohl auf die Idee kommen, ich wäre ein Genie, nur weil ich der gleichen Meinung wie Einstein bin.

    Doch so wie es eben den Kindern in der DDR beigebracht wurde niemals etwas böses gegen den Staat zu sagen, man weiß nie wer mithört, so wurde jedem deutschen Kind in die Wiege gelegt, dass jeder der bestimmte Sätze oder Buchstaben in den Mund nimmt ein Nazi ist.

    Ich finde es trotzdem falsch die NPD zu verharmlosen, weil sie schöne Worte für schreckliche Absichten einsetzt, der letzte Satz zeigt es deutlich „die unserem Menschenbild entspricht.“, ist weder eine Meinungsäußerung noch etwas ganz alltägliches, es ist aus meiner Sicht schlichtweg rassistisch.

    Ich staune, dass du das so locker sehen kannst. Wahrscheinlich bist du einfach ein besserer Mensch 😉

    Ich hätte diesen Kommentar ohne Umschweife gelöscht. Die Entlassung von Frau Herrman hat meiner Meinung nach nämlich nichts damit zu tun, sie hätte genauso gut auch sagen können „es war nicht alles schlecht in der DDR“, heraus kommt es auf das Selbe. Problem dabei ist, dass das Frauenbild der DDR nicht ihrem entsprochen hat daher ging sie halt noch weiter in die Vergangenheit. Sie hätte die Weimarer Republik nehmen sollen, aber das wäre vermutlich auch nicht richtig gewesen.

  • hmm, spam-kommentare sind natürlich nervig. ich würde ihn aber auch stehn lassen. denn man sollte nicht vergessen, dass eine zensur von kommentaren, nur weil sie andere ansichten vertreten, der komplett falsche weg ist. natürlich, man gibt diesen menschen eine plattform ihre (oftmals extremen) ansichten an die öffentlichkeit zu tragen. aber auf der anderen seite kann man in einer fairen diskussion beweisen, dass der kommentar schwachsinn ist. lieber einen diskurs anstrengen und mit argumenten antworten, als zensieren und so tun, als wäre alles in ordnung!

  • @16, Marnem: wieso sollte das private Schicksal von Thomas eine Rolle bei dieser Diskussion spielen? Ich kenne weder die Umstände seiner Tat, noch maße ich mir an, ihn als Mensch aufgrund einer angeblichen psychiatrischen Behandlung auf seine geistige Eigenständigkeit hin zu beurteilen. Ich möchte Dich daher bitten, ontopic zu bleiben und nicht auf den Mensch Thomas abzuzielen. Nochmals: es geht um das Thema, wie weit man extrem-politische Kommentare prinzipiell in Blogs handhabt. Das ist entkoppelt von Einzelpersonen.

  • […] Robert Basic hat zur Diskussion aufgerufen, was in Blog-Kommentaren erlaubt ist und was nicht. Ich möchte das hier mal aufgreifen, zumal ich mich in den letzten Tagen mehrmals selbst mit dieser Frage beschäftigen musste. Hintergrund ist: In wieweit akzeptiere ich Äußerungen in den Kommentaren, die radikale politische Meinungen vertreten? Sobald ich hier im Blog in den letzten Tagen Themen mit rechten Schnittpunkten aufgriff, äußerte sich ein spezieller Herr aus Berlin unter anderem so: Wer den Rauswurf von Eva Herman befremdlich findet: er ist meines Erachtens nur konsequent in einem Land, was sich einem Kampf gegen rechts verschrieben hat und damit sein Problem mit der gelebten Demokratie beweist. Jährlich mehrere tausend Strafverfahren wegen des §130 STGB richten sich gegen Meinungsäußerungen national eingestellter Menschen. Wer diese Verfahren begrüßt, muß sich nun nicht wundern, wenn im Kampf gegen rechts auch Menschen wie Frau Herman ausgegrenzt werden, die sich für konservative Familienwerte einsetzen.Was mit dem Rausschmiß von Hohmann aus der CDU begann, ist mit der Entlassung von Frau Herman noch lange nicht zu Ende. Unter den gegebenen Umständen ist die NPD-sicher weniger aus liberalen denn aus speziell nationalen Motiven heraus-die Partei, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt. […]

  • @ 20

    „Dinge wie Zensur und Meinungsfreiheit gerade in Bezug auf NPD und „€œnational eingestellte Menschen“€? nur lachen, denn diese treten die Rechte anderer mit Füßen. Jammern aber dann am lautesten wenn sie selbst am Pranger stehen.“

    Wenn sie nur danach treten würden, dann wäre es ja gut 😉

  • Erst einmal ein Kompliment an Robert dass er sich die Gedanken ueber diesen Kommentar macht, den andere wahrscheinlich ohne weiter nachzudenken als Spam markiert haetten.
    Ich finde es eine berechtigte Frage ob man einen solchen Kommentar stehen lassen sollte, denn nach und nach bekomme ich das Gefuehl dass sich viele bei der Diskussion um die Legitimitaet von „rechtem Gedankengut“ bei der Angst vor einem erneuten Ausbruch bedienen.
    Ich sehe in erster Linie nichts schlimmes daran sich objektiv mit den Themen ausseinanderzusetzen, das schlimmste was man machen kann ist alles zu verteufeln und totzuschweigen. Ich selber hab‘ viele Freunde die in der Rechts- bzw. Links-radikalen szene sind, und man kann mit den meisten reden ohne dass sie einem doof kommen, diejenigen die das nicht koennen, die tun mir ehrlich gesagt leid.

  • @ 26 selbst Menschen die die Meinungsfreiheit abschaffen wollen haben das Recht auf dieselbige, deswegen ist es ja auch ein universelles Recht jeden Bürgers und keines welches man sich verdienen muss.

    Die Grenze zwischen Meinungsfreiheit, Beleidigung oder Volksverhetzung zu ziehen kann dann Aufgabe der Gerichte sein.

  • „Es ist klar, dass jeder, der einen Menschen, seinen Bruder, wegen dessen abweichender Meinung verfolgt, eine erbärmliche Kreatur ist.“ – Voltaire, 1764

    Das gilt für ALLE!

  • Thomas Kurbjuhn ist ja nun wirklich eine [edited by admin], wenn man mal nach seinen Kommentaren geht – aber ich habe ihn sogar aus Akismet rausgefischt. Denn die Meinungsfreiheit gilt für alle, auch für Extremisten. Unkommentiert würde ich ihn nicht stehen lassen, aber erlauben auf jeden Fall.

  • Ich halte es für falsch, solche Kommentare zu löschen. Damit nimmt man den übrigen Usern die Möglichket den Schwachsinn mit vernünftigen Argumenten zu entzaubern.

  • Der hat den gleichen Kommentar in so gut wie jedem Blog hinterlassen,der etwas zu dem Thema bemerkt hat. Zuerst wollte ich ihn auch löschen, aber stattdessen hat sich daraus eine interessante Diskussion ergeben.

  • Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung und dies will Thomas Kurbjuhn auch niemand absprechen. Nichts desto trotz muss man nicht überall diese Meinungsäußerungen zulassen.
    Einfaches Beispiel: Würde dieser Kommentar als Grafiti auf Roberts Hauswand geschmiert, würde man ihn dann auch stehen lassen, um der Meinungsfreiheit willen?

    Thomas Kurbjuhn hat sein eigenes Blog, wo er seinen Senf ablassen kann, von einer Einschränkung der Meinungs- oder Redefreiheit kann also nicht die Rede sein, selbst wenn man seinen Kommentar hier löscht.
    Ich habe bei mir nicht jeden Kommentar von Thomas gelöscht oder bearbeitet, sondern nur die, die entweder SPAM oder mir absolut über die Hutschnur gingen. Jeder muss für sich entscheiden, wie er mit Thomas um geht.

    @24, Robert: Ein Mensch ist mehr als das, was er gerade tut. Sicher, wenn jemand anderes als Thomas den auslösenden Kommentar geschrieben hätte, würde die Diskussion vielleicht ähnlich ablaufen. Ein Mensch ist aber die Summe aus Vergangenheit und Gegenwart, deshalb kann es ganz sinnvoll sein, sich das Gesamtbild dieses Menschen vor Augen zu halten.
    Für mich gilt:
    Diskussionen mit Thomas machen mir keinen Spaß + seine Äußerungen sind für mich meist unerträglich + seine Vergangenheit => Kommentarverbot

    Auf FiXMBR werden Kommentare schon aus deutlich geringeren Gründen gelöscht, aber zum Glück muss man es ja nicht machen wie Chris und Oliver 😉

  • Ähm, wie kommen die Leute eigentlich auf Spam, wenn jemand in vielen Blogs seine Meinung vertritt ?

    Tschuldigung, aber soll man sich jetzt in jedem Blog eine andere Meinung raussuchen, oder für den Blog den Kommentar umschreiben ?

  • Ich finde Dein Vorgehen ok so, Robert. Die (Meinungs)Freiheit ist auch die Freiheit der anderen.

    Ich finde es besser, sich in der Diskussion mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen, als gleich die grosse Keule „Löschung“ zu zücken. Damit macht mensch es sich zu einfach, und das Gegenüber wird in eine Märtyrer-Schublade geschoben.

    Spam: Stimmt schon, dass mensch in den letzten Wochen öfters Kommentare von Thomas auf dem einen oder anderen Blog mit lesen durfte – but, what… Solange es nicht trollig wird oder politisch untragbar – ist halt „gelebte Demokratie“.

  • das recht auf freie meinungsäusserung endet auch in einer demokratie dort, wo verbrechen und verbrecher verharmlost werden!

  • @39 max
    Das Problem bei allen Einschränkungen der Meinungsfreiheit ist, daß ich dadurch die Büchse der Pandora in Richtung Dikatatur eröffne. Wer definiert, welches die Verbrecher sind und welches die verbrecherischen Gedanken und Äußerungen? Mit dem Ehrenschutz von Mensch und Staat sowie dem Schutz von Opfern vor emotionaler Belästigung haben Dikatatoren aller Zeiten ihre Gewaltherrschaft und ihre Freiheitseinschränkungen begründet.Deshalb befindet sich ein Staat mit Meinungsdeliktsgesetzen tendenziell auf dem Weg in Richtung Diktatur.
    Vielleicht zeigt das Beispiel Großbritanniens am besten, wie ein Land sich in wenigen Jahren durch entsprechende Gesetze in ein Volk von Duckmäusern verwandelt. Der von mir in Deutschland behauptete Zusammenhang zwischen Meinungsdeliktsgesetzen und der Furcht z.B. von Arbeitern, sich kritisch zu ihren Arbeitsbedingungen zu äußern, obwohl doch lezteres vom § 130 STGB gar nicht erfaßt ist, läßt sich mit der natürlichen Neigung zur Vorsicht erklären, wenn man weiß, daß die Gesetze so schwammig formuliert sind, daß selbst Juristen nicht mehr genau wissen, was denn nun noch erlaubt ist zu sagen.In England haben verschiedene Gesetze mit Strafandrohungen bis zu 7 Jahren bei rassistischen Äußerungen zu einem Klima der Angst bei der angestammten weißen Bevölkerung geführt, siehe z.B. http://www.dailymail.co.uk/pages/live/articles/news/news.html?in_article_id=453134&in_page_id=1770
    . Anstatt sich rassistisch und kulturkritisch zu äußern, ziehen sie schweigend in andere Gegenden.
    Als größte Gefahr für die Demokratie sehe ich die Diskussionsunwilligkeit eines Volks, die sich in Meinungsdeliktsgesetzen ausdrückt. Stasi 2.0 z.B. verbessert nur die Exekutivmöglichkeiten des Staats und ist deshalb nicht der Kern der Demokratieferne in Deutschland. Deshalb behaupte ich ja auch, daß die entsprechenden Überwachungskritiker selbst nicht die größten Demokratieverfechter sind.Der Kampf gegen Stasi 2.0 ist für mich eher Ausdruck der Pflichtexekution von Demokratie im Rahmen der Reeducation. Ein wahrer Einsatz für Demokratie besteht für mich im Engagement für eine einzige Sache: Im Einsatz für die volle Meinungsfreiheit, so wie sie die US-Verfassung kennt.

  • Nicht umsonst hat die Meinungsfreiheit einen hohen Stellenwert in unserer Demokratie, denn sie ist gleichsam deren Fundament. Schließlich will Demokratie nichts anderes als aus den diversen Einzelwillen eine konsensfähige Mehrheitsmeinung schaffen. Dazu ist oberste Grundlage, dass jeder seine Meinung entsprechend vertreten darf. Nichts desto trotz muss es allerdings Grenzen geben – naturgemäß da, wo durch die eigenen Bestrebungen die (Meinungs)Freiheit eines oder mehrerer Menschen eingeschränkt wird.

    Doch hat auch das Zulassen extremer Positionsäußerungen mitunter einen Vorteil: Man kann eventuell erzieherisch eingreifen. Denn ich kann zwar die Verbreitung einer Meinung verbieten, nicht jedoch die Einstellung/Meinung an sich. Dies mag beispielsweise im Falle einer Rechtsextremisten bedeuten, dass ich ihm seine Kommunikationskanäle verbieten kann, doch seine Gesinnung nicht. Er wird mitsamt seinem Gedankengut in die konspirative Welt abtauchen.

    Wenn ich ihn aber seine Meinung äußern lasse, bewahre ich zum Einen den Überblick über sein Tun und kann darüber hinaus Kritik üben, der er sich dann auch stellen muss. Dies mag sich von Fall zu Fall durchaus schwierig gestalten – grade Meinungsmacher sind oft derart festgefahren in ihren Vorstellungen, dass ein konstruktiver Disput schwierig wird. Wie sieht es aber bei Neueinsteigern in eine gedankliche Extremposition aus? Nachwuchs braucht immerhin jede Strömung – und bekommt ihn; mit oder ohne Verbot. Doch wenn der Nachwuchs weiß, seine Meinung ist verboten (klingt kurios, ich weiß) so wird er vorsichtig damit umgehen und sie im Verborgenen Pflegen, immer genau so leise, dass eine Auseinandersetzung aus Mangel an Kenntnis schwer wird. Hier denke ich grade an Jugendliche, die unter anderen Umständen sicher in Ihrem Elternhaus durch den ein oder anderen unbedarften Kommentar auffallen und den Eltern somit einen Angriffspunkt für ein Einlenken bieten. Wird er aber schon per Gesetz zur stillen Gesinnungsausübung gezwungen, fällt es oft erst dann auf, wenn es zu spät ist.

    Zusammenfassend ist Auseinandersetzung mit dem Verfasser eines suspekten Kommentars also oft die bessere Wahl. Wenn er allerdings sinnlos diffamierend und ausfallend daherkommen sollte, ist ein Löschen und anschließender privater Email-Dialog vorzuziehen. In diesem Fall halte ich den gewählten Weg für den richtigen.

  • Wenn ich in Kommentar „40“ von Thomas Korbjuhn lese, dass „…verschiedene Gesetze mit Strafandrohungen bis zu 7 Jahren bei rassistischen Äußerungen zu einem Klima der Angst bei der angestammten weißen Bevölkerung…“ geführt haben, sträuben sich mir die Nackenhaare.
    „Anstatt sich rassistisch und kulturkritisch zu äußern, ziehen sie schweigend in andere Gegenden.“

    -> Toll, jetzt sind in England also die armen Rassisten so eingeschüchtert, dass sie sich nicht mehr trauen, sich rassistisch zu äußern?
    -> Hier wird versucht aus Tätern Opfer zu machen.

    Bei derartigen Kommentaren kommt mir die Galle hoch. Außerdem, was hat denn Kulturkritik mit Rassismus zu tun, dass beides hier in einem Atemzug genannt wird?

    Weiteres Zitat:
    „Als größte Gefahr für die Demokratie sehe ich die Diskussionsunwilligkeit eines Volks, die sich in Meinungsdeliktsgesetzen ausdrückt.“
    -> Ein Gesetz, dass Minderheiten vor rassistischen Anfeindungen schützt ist also eine Gefahr für die Demokratie.

    Ich habe Verständnis, wenn Robert derartige Kommentare nicht löscht und eine Diskussion vorzieht. Ich würde allerdings derartige Kommentare auf meinem Blog einfach löschen.
    -> Mein Blog ist mein Wohnzimmer. Ich suche mir meine Besucher aus und würde Menschen mit derartigen Extremmeinungen vor die Tür setzen. Ich habe nicht das nötige Sendungsbewußtsein (und die Kraft), um jeden zu missionieren.

  • Mein Blog, meine Regeln. Sowas fliegt bei mir wahrscheinlich raus (in dem Fall, wegen eindeutigem SPAM, sehr sicher). Die Ideologie, die die NPD und ihre Claqueure vertreten hat nichts mit Meinung zu tun. Sie sind, wie Vertreter jener Ideologien in der Geschichte selbst unzweifelhaft belegt haben, Grundlage zu Verbrechen.

    Dass die nicht verboten sind macht sie in meinen Augen nicht „demokratisch“. Das ist formaljuritischer Pipifax, der nach guter Tradition (die Schreibtischtäter argumentierten auch formaljuristisch) nur dazu da ist, sich einer ethischen Bewertung und Konsequenz des Themas – und damit eigener Verantwortung im Sinne eines aufgeklärten Geistes – entziehen zu können.

  • Die Freie Demokratische Partei zahlt einen hohen Preis für ihre Politik der letzten zwei Jahre. So abgewirtschaftet habe ich noch nie eine Regierungspartei erlebt. Wie lange wird sich der Betrachter dieses Spektakel anschauen?

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