Blogger: Bestechlichkeit als irrelevanter Normalzustand

Robert Basic

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angesichts der Umfragewerte, dass ein spürbarer Anteil der Blogger bereits bei Beträgen unter 1.000 Euro Schleichwerbung in Form von Blog-Artikeln einpacken würden (63% bei einem „guten“ Produkt, 38% bei einem „schlechten“ Produkt), muss man sich seitens der Unternehmen nicht überlegen, diese sich bietende Gelegenheit beim Schopfe zu packen? Gehen wir es mal durch, mit etwas vereinfachten Zahlen (Mix gute/schlechtes Produkt) :
1. die Chance ist also rund 50%, dass man auf einen bestechlichen Blogger trifft.
2. die Chance, dass man auf einen quasi unbestechlichen Blogger trifft, beträgt ebenfalls 50%. Je höher man den Betrag ansetzt, desto geringer wird dieser Anteil.
3. Demnach könnte ich mir also einen der Top 10 Bogger schnappen und sagen wir mal vorsichtig anfragen, ob man anlässlich eines Berichts nicht eine Art von Aufwandsentschädigung vereinbaren könnte, die in beider Sinne ist. Bei geschäftlich unerfahreneren Bloggern dürfte es nicht allzu schwer sein, die Schmerzgrenze abzutasten, ohne Brouhaha zu erzeugen. Immerhin kann man es im Fall der Fälle so darstellen, dass der Blogger einen „völlig“ missverstanden hat. Viel passieren kann also nicht.
4. wie hoch ist aber der realistische Nutzen für die Firma? Je nach Blog und Thema kann das einen sehr hohen Nutzen darstellen, wobei selbst 10.000 Euro sich nur wie ein Klacks darstellen. So könnte ein junges Startup bei entsprechendem Buzz eine gute Chance haben, Investoren zu finden. Die es vorher nicht ganz so easy überzeugen könnte. Soll nicht heißen, dass Investoren blind Geld verprassen, jedoch schadet Blog-Buzz nie. In den meisten aller Fälle dürfte der Nutzwert aber so gering sein, wenn ein Blog alleine buzzig wird, dass sich die Mühe und das Risiko nicht lohnen. Da müsste man schon mit mehreren Blogs „kooperieren“, zugleich steigt das Risiko exponentiell, an den Falschen (eigentlich müsste es heißen „an den Richtigen“) zu geraten.

Zieht man also die konstruierten Fälle in Betracht, wann eine Firma tatsächlich so einen Schritt machen würde, wird wahrscheinlich nur eine geringe Wahrscheinlichkeit rauskommen. Egal, ob man nun einer markanten Zahl von empfänglichen Bloggern gegenübersteht oder nicht. Das Risiko, aufzufliegen, erscheint angesichts des Nutzens doch etwas zu hoch bzw. wiegt die Vorteile schnell auf. Oder einfach nur pragmatisch gesehen: angesichts der Unzahl von normalen Blog-Beiträgen fiele ein schleichwerbender Beitrag in der Masse gesamtheitlich nicht auf, würde demnach in den Augen der Öffentlichkeit auch nicht ausreichen, der Blogosphäre den Ruf eines „korrupten Ladens“ einzutätowieren.

Ergo? Ja, es ist doof, dass nicht wenige Blogger bereits ab geringen Summen Schleichwerbung „schalten“ würden. Ja, es ist reine Theorie, dass Firmen diesen Kanal in Betracht ziehen. Witzig, oder? Dass es letztlich nicht an den Bloggern, sondern eigentlich an den Firmen selbst scheitert? Ironie der Geschichte? Was wäre aber, wenn die Blogs in D viel stärker in der Web-Öffentlichkeit wahrgenommen würden? Und, sind Blogger in den Bloghype-Ländern wie USA und F anders als deutsche Blogger?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.