Sonstiges

helfen können oder nicht?

das Video ist wohl eines der vielen Beispiele für ausgebliebene Hilfestellung, wo welche dringend notwendig wäre. Man sieht einen Passanten, wie er von einem Auto überfahren wird, der Autofahrer daraufhin aber Fahrerflucht begeht. Rund 1 Minute später taucht ein Polizeiwagen an der Unfallstelle auf. Auch wenn das in dem Falle sehr schnell ging, hätten die bis dahin bloß dumm zusehenden Passanten und vorbeifahrenden noch dümmer reagierenden Autofahrer anders handeln sollen. Die Autofahrer hätten nicht vorbeifahren dürfen, sondern anhalten und Unfallstelle für weitere Autofahrer abblocken müssen. Vor allen Dingen hätte man das Unfallopfer in eine Seitenlage bringen müssen. Das hat ganz einfach einen Grund: Ihn vor dem möglichen Ersticken zu retten. Einerseits können die Atemwege durch Blut oder Erbrochenes blockiert sein, andererseits kann der erschlaffende Zungenmuskel eine freie Atmung unterbrechen. Bei einer Seitenlage werden die Atemwege offen gelassen. Vor der Seitenlage aber sicherstellen, dass die Zunge die Atmung nicht mehr blockiert.

Ist nicht so schwer, oder? Denn ab rund 2-3 Minuten Atemstillstand wird es langsam aber sicher lebensgefährlich. Und was sind schon lediglich 120-180 Sekunden, bis professionelle Hilfe eintrifft? Die brauchen meistens etwas länger in D, zumindest in der Stadt gehts etwas schneller, auf dem Land kann das dauern je nach Unfallort. Siehe dazu auch Hinweis von Haf


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Unglaublich aber leider Alltag. Als ehem. Rettunsdienstler habe ich leider zu oft erlebt, dass die Leute Angst haben zu helfen. Ein bewusstloser in der Stadt wird einfach liegengelassen.
    In Studien in denen solche Situationen nachgestellt wurden fand man heraus, dass Bewusstlose teilweise 20min in der Innenstadt liegen blieben bis der erste den Rettungsdienst angerufen hat.
    Auf dem Protokoll für Notfalleinsätze im Rettungsdienst gibt es ein Feld, wo man ankreuzen muss ob die Erstversorgen ausreichend ausgeführt wurde und es hätte mich gefreut dort öfter mal einen Harken setzen zu können.

    Ich finde ja auch alle Bürger müsste alle 5 bis 10 Jahre einen 1. Hilfekurs durchführen. Sowas kostet 20€ dauert 2 Stunden, kann aber ein Leben retten.

  • Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Menschen vor geht, da da einfach so vorbei fahren oder nur daneben stehen. Das man Angst hat den Verunfallten anzufassen und etwas falsch zu machen, das kann ich als ehemaliges Unfallopfer sogar noch verstehen. Aber wenn sich dann noch niemand in der Lage sieht die 112 anzurufen, dann verstehe ich die Welt wirklich nicht mehr.

    Aber Hauptsache gaffen und sich am Schicksal anderer weiden. So ist das doch in unserer heutigen Sensationsgesellschaft.

  • Rein psychologisch ist es halt sehr schwer, aus dem Gruppenverhalten des Gaffers in das Verhalten des individuellen Helfers zu wechseln. Darüber gibt es sogar psychologische Studien. Und meine Berliner Erfahrungen beim Wählen von 112 sind auch nicht gerade ermutigend. Vor einigen Jahren habe ich einen Besoffenen mit offener Kopfwunde gefunden. Die Notrufdame hat sich 5 Minuten einfach geweigert, einen Rettungswagen zu schicken, ich solle mich mal selber um meinen “ Kumpel“ kümmern, war die Ansage. Erst auflegen und Polizei rufen hat geholfen, scheinbar gehört “ abwimmeln“ zur Strategie einer Feuerwehr, deren oberster Boss vor einigen Jahren auf einer Silvesterparty war, während das neue Notrufsystem zusammenbrach mit der Folge zumindest eines Todesfalles.

  • Dass keiner den Notruf gewählt hat, stimmt nicht: „Immerhin hätten vier Passanten bereits eine Minute nach dem Unfall die Notfallnummer gewählt.“ Schreibt zumindest der SPIEGEL.

  • @thomas: Ich würde den Feuerwehrchef nicht dafür zur Sau machen, dass er an Silvester feiert. Es ist nicht sein Job, 24 Stunden am Tag im Einsatz zu sein. Dafür gibt es die ganzen Feuerwehrmänner.

    @ Topic: Ja, es ist schon übel, wie das menschliche Gruppenverhalten in solchen Situationen ist, aber ich denke, da könnte man viel erreichen, wenn man besser aufklären würde und schon in der Schule mehr dafür getan werden würde, dass die Leute wissen, wie man helfen kann und sollte. Warum nicht mal im Sportunterricht ein paar Rettungsübungen machen in Zussamenarbeit mit dem Rettungsdienst oder so? Und im Gemeinschaftskundeunterricht könnte man die Theorie und die psychischen Aspekte solcher Situationen beleuchten. Das würde sicher einiges helfen.
    Aus meinen Erfahrungen aus dem Rettungsdienst in einem 50.000 Seelen-Nest kann ich sagen, dass wir in den meisten Fällen ca. 10 Minuten zum einsatzort benötigt hatten, wenn es raus ging in die Käffer, konnte das aber schnell auf 15 Minuten steigen.
    Bis dahin kann man gut ersticken.
    Also macht was! 🙂

  • bingo, das mit dem Notruf geht mal gar nicht aus dem Video hervor und wenn man es schon ableiten will, dann muss man lediglich auf die eingeblendete Zeit schauen, dat hat nicht lange gedauert. Entweder war es eine Überwachungskamera der Polizei (und dadurch die schnelle Reaktion) und/oder Zeugen haben schnell den Notruf ausgelöst.

    @Haf, danke für den Hinweis, genau darum ging es mir, dass man mit einfachsten Mitteln Leben retten kann, bis die Profis vor Ort erscheinen, damit sie nicht einen Leichenwagen bestellen müssen, obwohl es so einfach gewesen wäre, was zu tun…

  • ich war letztens auch in einer situation, in der ich miterleben musste, wie jemand einen schlimmen unfall erleiden musste. ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich wie blockiert war vor schock und dann auch angst hatte, was falsch zu machen. ich weiß, dass das quatsch ist, denn gar nix zu tun ist noch falscher. zusammen mit mehreren leuten haben wir den mann in die seitenlage gebracht, wobei keiner mehr richtig wusste, wie die genau auszusehen hat. iss aber auch eigentlich egal, hauptsache seitenlage.

    ich werde demnächst meinen erste hilfe-kurs auffrischen, denn der vom führerschein ist schon 15 jahre her. ich bin auch eigentlich der meinung, dass es pflicht sein müsste, solche kurse regelmäßig zu wiederholen, so wie man sein auto alle zwei jahre zum tüv fährt.

    das allerkrasseste war aber, dass das bahnpersonal (war ein unfall im bahnhof) nur planlos durch die gegend lief und sich um nix kümmerte. die haben nur von weitem mal geguckt. 🙁 hätte gedacht, dass die in erste-hilfe-maßnahmen regelmäßig geschult sein müssten.

  • Sitze leider gerade in der Vorlesung und kann mir das Video schlecht ansehen. Aber wenn das das Video mit dem nachgestellten Autounfall ist, so habe ich das auch schon gesehen!
    Das Video zeigt wie übel es einem wirklich ergehen kann wenn man einen schweren Unfall hat. 🙁

  • im übrigen wurde laut polizeibericht angegeben, dass die polizei, die in dem video zu sehen ist, zu einem anderen unfall fahren wollte und nicht explizit wegen dem herrn auf der straße anwesend dort. also purer zufall!

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