Revolution bei Microsoft

Robert Basic

Auf der PDC-Konferenz hat Microsoft gestern Office 14 angekündigt, aber was bemerkenswert ist: Es wird eine Office for Web Variante für Word, Excel und Powerpoint geben. Angedacht ist eine kostenlose, werbefinanzierte Variante und eine kostenpflichtige, werbefreie Variante. Natürlich wird der Funktionsumfang eingeschränkt sein. Damit bewahrheitet sich das, was Steve Ballmer vor über einem Jahr u.a. in einem Interview auf n-tv angekündigt hatte.

Anbei ein Video (via Golem):

siehe Golem und Georg Holzer

so sieht die „Excel for Web“-Variante aus
Excel for Web

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Warum das so bedeutend für MS ist? Es markiert einen Meilenstein! MS verdient ein Heidengeld mit dem Officepaket, siehe Quartalesbericht III/08:
MS Quartal 03/08)
Unmittelbar mit Office wird der Verkauf des Betriebssystems zusammenhängen (nicht alleine natürlich, dafür ist die Verzahnung von Windows-SW mit unendlich zahlreichen SW-Lösungen im Firmenbereich zu eng). Was das Ganze noch etwas verschärft. Aber die Tatsache, dass MS eine seiner beiden Cash Cows auch in einer kostenlosen Variante hergibt, gleicht einer Revolution. Und zeigt zugleich auf, dass MS in einer Zwickmühle langfristig steckt: Sollte sich die Idee des Cloud Computings durchsetzen beim Kunden (Speed der GUI, Sicherheit, Zuverlässigkeit, …), wird MS seine sinkenden Umsätze aus dem SW-Verkauf (Office primär, Windows sekundär) über SW for Web ausgleichen müssen. Das erinnert fast schon an die Musikindustrie bzw. an die Printverlage (Switch ins Internet führt zu einem Verlust der Printabos/abverkäufe, wird aber bei Weitem nicht durch Werbung kompensiert). Nur, im Gegensatz zu der Musik- und Printindustrie verdient MS auf mehreren Geschäftsfeldern. Zugleich kann man MS für den Schachzug nur loben kann, via Azure (was ebenso auf der Konferenz am ersten Tag vorgeführt wurde) eine komplexe Cloud-Umgebung im Web zu schaffen, die eine Grundlage für den Datenaustausch und die Zusammenarbeit von SW for Web/Desktop bilden wird. Man spiegelt sozusagen Windows ins Netz, wenn man so will. Gar nicht mal so dumm. Googles Apps-Ansatz ist da schon viel mehr auf die einfachen Bedürfnisse der Privatkonsumenten zugeschnitten. Sage ich deswegen, weil man Google immer so hinstellt, dass die MS quasi Konkurrenz machen. Das ist nicht einmal zu einem Viertel wahr imho.

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Ach ja, Windows 7 wurde natürlich auch vorgeführt, die Infos und Pics dazu könnt Ihr Euch ebenso beim Georg reinziehen: Windows 7: Die Benutzeroberfläche und Intro für Windows 7.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.