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Basic Sunday: YouTube vs. GEMA – Streit auf dem Rücken der Nutzer

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Vor einigen Tagen, genauer gesagt am 1. April 2009 ist der offene Streit zwischen der Google-Tochter YouTube und dem deutschen Verein GEMA eskaliert. Die Vertragsverhandlungen über eine Verlängerung des Lizenzvertrags sind gescheitert. Diese Entwicklung führt nun zu einer abstrusen Situation: YouTube hat begonnen, Musikvideos, deren Rechteinhaber von der GEMA vertreten werden, für Nutzer in Deutschland zu sperren. YouTube hat diese Videos gesperrt, um eventuelle Schadenersatzforderungen seitens der GEMA abzuwenden. Ich habe mit der Pressesprecherin der GEMA, Bettina Mueller, Kontakt aufgenommen, um einige Fragen direkt von ihr beantwortet zu bekommen.

Worum geht es in den Verhandlungen?

Kernpunkt der Streitigkeiten ist zum Einen das Vergütungsmodell. Momentan bezahlt YouTube der GEMA eine Pauschalsumme, unabhängig davon, welches Video abgerufen wurde und wie oft es abgerufen wurde. Die GEMA, die darauf bedacht ist, ihre Künstler transparent und zielgerichtet zu entlohnen, ist mit dieser Pauschalzahlung nicht einverstanden. Sie möchte wissen, welches Lied von welchem Künstler wie oft aufgerufen worden ist und für jeden Aufruf eine bestimmte Summe bezahlt bekommen. Zudem sind sich die Parteien über die Höhe der Vergütungen nicht einig. Während YouTube offiziell von einer Forderung von 12 Cents spricht, heißt es seitens der GEMA, es wäre lediglich 1 Cent pro Stream gefordert gewesen.

Wir haben YouTube schriftlich ein Angebot von 1 Cent pro Stream unterbreitet – nicht 12 Cent, wie oft fäschlich behauptet wurde. […] YouTube möchte aber keine Einzelabrechnung sondern eine Pauschale. Das wiederum ist nicht im Interesse gerade der jungen Nachwuchskünstler, da eine Pauschale insbesondere sie stark benachteiligt.

Mangelnde Transparenz auf Seiten YouTube und der GEMA?

Ein weiterer Streitpunkt ist die mangelnde Transparenz, die beide Parteien sich gegenseitig vorwerfen. Auf Seiten YouTube heißt es, die GEMA wolle nicht sagen, wer ihre Mitglieder überhaupt seien und wen sie vertreten würden. Auf Seiten der GEMA heißt es demgegenüber, dass YouTube nicht transparent sei und nicht mitteilen wolle, welche Musikwerke online gestellt und einzeln abgerufen werden. Frau Mueller von der GEMA äußere sich diesbezüglich folgendermaßen:

Die Behauptung, die GEMA könne und wolle nicht sagen, wer ihre 62.000 Mitglieder konkret seien, ist schlichtweg falsch. Die GEMA vertritt über 90% des Weltrepertoires und die Informationen sind über die Werkedatenbank […] für jeden frei einsehbar und transparent

Diese Transparenz bietet YouTube leider nicht. Auf die für uns (zwecks Verteilung) sehr wichtige Frage, welche Musikwerke YouTube denn Online zur Verfügung stellt und auf unsere Forderung, diese ebenso wie die Anzahl der Streams fuer die Verteilung an die Künstler anzugeben, hat Google/ YouTube mitgeteilt, dass man diese Daten nicht haette und deshalb auch nicht zur Verfügung stellen könnte..

So lange wir diese Informationen aber nicht bekommen, ist von Seiten der GEMA aus leider keine genaue Verteilung der Einnahmen an die Künstler möglich. Schließlich ist es ein grosser Unterschied, ob ein Video 50fach oder 1000fach gestreamt wurde. Insbesondere für Nachwuchskünstler, die ganz besonders darauf angewiesen sind.

Wer aufgrund seiner großen Sympathie nun automatisch zu YouTube hält und den Verein GEMA genauso negativ beurteilt wie vielleicht die GEZ, liegt meiner Ansicht nach falsch. Beide Parteien haben in ihrem Sinne recht. YouTube, weil sie mit ihren Videos und Musikstücken mit dazu beitragen, dass gerade unbekannte Künstler eine große Verbreitung finden können. Mit ihren Videos machen sie kostenlos Werbung für die Mitglieder der GEMA, die mit ihren späteren Verkäufen wiederum Gelder in die Kassen spülen. Die GEMA wiederum möchte die Gelder gerechter verteilen, auch das ist verständlich. Denn wenn man nur eine pauschale Summe bekommt, kann man nicht beurteilen, ob ein unbekannter Künstler vielleicht extrem erfolgreich war und vielleicht ein größeres Stück vom Einnahmekuchen bekommen sollte.

Veraltetes Vergütungsmodell ist Grund für die Problematik

Die eigentliche Problematik liegt in dem meiner Ansicht nach veralteten Vergütungsmodell, nach dem sich die GEMA orientiert und vom Gesetz her auch orientieren soll. Sie geht in ihren Berechnungen weiterhin davon aus, dass sie es mit einem Push-Modell zu tun haben. Bislang war es so, dass im Radio oder Fernsehen ein Lied gespielt wurde und die jeweiligen Sendeanstalten selber bestimmt haben, wann sie ein Lied wo und wie oft gespielt haben. Hierbei war die Vergütung jeweils einfach zu regeln. Wurde ein Lied gespielt, war dafür eine Vergütung fällig. Im Fernsehen oder im Radio bestimmt der Sender, wann ein Lied abgespielt wird. Durch Plattformen wie YouTube hat sich das jedoch stark gewandelt. Heute haben wir es nicht mehr mit einem Push- sondern mit einem Pull-Modell zu tun.

Heutige Konsumenten holen sich ihre Inhalte selber

Hierbei bestimmt nicht YouTube als Sender, welches Lied wie oft gespielt wird sondern der Nutzer dieser Plattform bestimmt, wenn er ein Lied anhören möchte. Nun wäre das prinzipiell auch kein Problem, wenn es nur offiziell zugelassene Musikvideos auf YouTube geben würde. Da könnte man die Statistiken hierfür auch relativ einfach erfassen. Aber so ist es nicht. Jeder kann Musik hochladen und das muss nicht einmal das offizielle Musikvideo sein. Es kann eine Kopie des offiziellen Videos sein, ein Mitschnitt aus dem Radio, eine Reportage, wo ein Lied im Hintergrund gespielt wird oder als musikalische Untermalung eines Kurzfilms. Wenn jemand dem Video nun auch nicht gerade den offiziellen Namen des Künstlers und seines Stückes gibt, wie soll ein Unternehmen all diese Videos erfassen können? Ein ungeheuer großer Aufwand wäre die Folge, die sicher mehr kosten würde, als die Einnahmen, die mit diesen Stücken realisiert werden könnten.

Ein neues Vergütungsmodell muss geschaffen werden

Diese Entwicklung wird nicht mehr rückgängig zu machen sein. Benutzer werden immer mehr selber bestimmen, wann sie welche medialen Inhalte konsumieren möchte und werden sich nicht mehr davon abhängig machen, wann bestimmte Inhalt gespielt werden oder nicht. Das Pull-Modell ist meiner Ansicht nach jedoch noch nicht in allen Köpfen der Rechteinhaber und ihrer Vertreter angekommen. Wenn es einem Unternehmen teurer zu stehen kommt, umfangreiche Statistiken anzubieten, anstatt mit den Videos Geld zu verdienen, dann wird ein wirtschaftlich denkender Betrieb diese Funktion eben nicht mehr anbieten. Verlierer sind dann beide Seiten: YouTube, weil sie weniger Besucher auf ihren Internetseiten verzeichnen kann damit weniger Werbeeinahmen realisieren wird und die GEMA, weil sie nun gar kein Geld mehr bekommt und eine Möglichkeit weniger hat, auf die kommende Generation der Konsumenten einzuwirken und sie zum Kauf von Inhalten zu bewegen. Das ist jedoch ungeheuer wichtig, denn haben insbesondere Nachwuchsbands durch Plattformen wie YouTube nicht mehr die Möglichkeit, sich kostenlos zu präsentieren, dann wird der Nachschub an qualitativ guter Musik nach und nach versiegen und die Umsätze werden weiter einbrechen.

Sowohl YouTube als auch die GEMA verdienen nicht schlecht an den Einnahmen durch Musikvideos. Beide Parteien sollten sich schnell wieder an einen Tisch setzen und die Problematik mit offenem Geist und fortschrittlichem Denken angehen, anstatt sich in der Presse gegenseitig die Schuld für das Dilemma zuzuschieben. Die Vergütung von Künstlern und Rechteinhabern ist eine elementar wichtige Angelegenheit und sollte daher nicht klein geredet werden. Die GEMA hat ihre Existenzberechtigung, das ist für mich vollkommen klar. Allerdings sollte sie sich der neuen Realität stellen, anstatt auf veralteten Modellen zu beharren, die in der neuen Welt mit Internet und Co. so nicht mehr einfach realisiert werden können.

Danke übrigens an Frau Mueller von der GEMA für die schnelle und zeitnahe Beantwortung meiner Fragen. Sie hat am Samstag innerhalb von zwei Stunden auf meine E-Mail reagiert und ist offen auf die Problematik eingegangen. Eine positive Überraschung. Ihre gesamte Antwort auf meine E-Mail findet ihr im übrigen hier zur Ansicht.


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

36 Kommentare

  • Ich kann dir da eigentlich nur zustimmen Alper, dass die beste Lösung sein wird, dass sich alle zusammen an einen Tisch setzen und gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die für beide Seiten akzeptabel ist.

    Eine Pauschale halte ich persönlich auch für nicht angebracht, da doch bestimmte Videos öfters aufgerufen werden als andere. Junge Künstler sind zusätzlich noch eher auf Videoaufrufe angewiesen als bereits bekannte Künstler. Außerdem wie will und kann man das so unterscheiden, dass es nun das Lied von dem bereits bekannten Künstler ist, was aber evt. mit einem anderen Video dargestellt wird? Wer zählt da?

    Es ist schon so eine Problematik, aber eine Lösung sollte doch wohl zu finden sein, oder?!

  • Wenn man bei Google nach GEMA sucht findet man jede Menge Seiten, die zeigen, dass sie nicht einmal ihren Mitglieder transparent darstellen können warum sie nur einen bestimmten Teilbetrag einer eigentlich zustehenden Summe auszahlen. Auch bei Konzerten wird von der GEMA einfach erstmal ein völlig überhöhter Betrag in Rechnung gestellt und auf die Einfältigkeit der Veranstalter gehofft. Deshalb stehe ich in diesem Fall voll hinter Youtube, auch wenn diese wohl auch nicht nur auf das Sozialwohl aller aus sind.

  • die gema. gut dass sie mal einen gegner auf augenhöhe hat.
    grundstätzlich ist es wichtig und richtig, dass ihre künstler auch das ihnen zustehende geld erhalten.

    die gema aber führt sich oft schlimmer auf, als die gez.
    sie weist auch deutlich darauf hin, dass ihre online-datenbank keine garantie auf vollständigkeit hat.

    ich kenne da den fall eines indisches restaurants. der besitzer hat aus indien indische musik mitgebracht. die gema will für das abspielen im restaurant pauschal dafür geld haben und behauptet, dass sie das geld den indischen musikern überweisen würde. diese aber sind gar keine gema-mitglieder. egal. die gema drohte dem indischen wirt mit klage, wenn er nicht zahlen würde.

    gleiches mit yogalehrern, die in ihrer yogastunde musik von yogis spielten, die persönlich bekannt waren und nicht mitglied bei der gema waren. die gema behauptet erst mal grundsätzlich, dass jeder musiker bei ihr mitglied sei und schickt völlig überzogene forderungen.

    dazu sage ich nur pfui.

    youtube:
    ich behaupte, youtube weiss genau von welcher ip-adresse aus, welches lied wann wie oft geklickt wurde, welches betriebssytem der rechner hatte, bildschirmauflösung, brauser und flash-version. alles bekannt.
    youtubes, haltet die welt nicht für blöde…

  • @satyasingh: Wie soll YouTube denn wissen, ob bei einem privaten hochgeladenen Video die Musik eines Künstlers verwendet wurde? Oder ob es irgendwo als Hintergrundmusik zu hören ist? Dafür müsste bei jedem Video eine hunderprozentige Klanganalyse durchgeführt werden können und das halte ich aktuell für nicht durchführbar…zumindest nicht mit nur geringen Kosten.

  • Allem medialen Wehklagen über gesperrte Musik-Video-Clips bei Youtube in Deutschland zum Trotz sind doch alle noch online, die so beliebten kleinen Musik-Filmchen bei Googles Internet-Video-Portal. Wir testeten am und kamen darauf, dass die Top-30 Songs der deutschen Musikcharts (genauer gesagt der aktuellen MTV-Charts) nach wie vor völlig problemlos als Musikvideos bei Youtube abzurufen. Einzigste Ausnahme: Der Titel “Irgendwas bleibt” von Silbermond … siehe: http://www.techfieber.de/2009/04/02/deutschland-blockade-youtube-musik-videos-sperrung-welche-sperrung/#more-12730

  • Die Frage ist wo die Warheit liegt. Wie kann Youtube einerseites die Videos der durch die GEMA vertretenen Künstler sperren wenn sie andererseits nicht genau wissen wen die GEMA überhaupt vertritt. Das passt doch irgendwie nicht zusammen.

  • Die Behauptung der GEMA, es gehe ihr zum einen um Transparenz und zum anderen vor allem um die Interessen der Nachwuchskünstler ist recht abenteuerlich angesichts der eigenen Geschäftspraktiken. Schon gegenüber den eigenen Mitgliedern (und als ebensolches weiß ich, wovon ich rede) ist die Informations- und Abrechnungspolitik – gelinde gesagt – eher geheimniskrämerisch.

    Und das große Engagement für die Nachwuchskünstler wäre in der Tat auch eher ein neuer Zug: denn die Verteilungspolitik innerhalb der GEMA ist bislang eher ein gewaltiges Umverteilungsprogramm, geleitet von den Partikularinteressen bestimmter Urhebergruppen (die auch den Vorstand dominieren) und zu Ungunsten der großen Mehrheit der Mitglieder, die sich genau aus den nicht-etablierten „Nachwuchskünstlern“ zusammensetzt… (und die in einem eigenartigen Verständnis von Verbandsdemokratie auch nicht über die Verteilungsmodi und andere relevante Entscheidungen abstimmen dürfen!)

    Ebenfalls etwas lächerlich ist die Betonung der eigenen Bescheidenheit, man habe ja gar nicht 12 Cent/Stream gewollt, sondern nur einen: denn selbst das ist viel zu viel zu viel (wie glaubwürdig das Dementi der höheren Forderung ist, sei hier mal dahingestellt):
    Wenn man diese „bescheidene“ Forderung mal auf analoges Radio überträgt würde das bedeuten, daß ein großer Sender wie Bayern1 mit seinen derzeit etwas über einer Million Zuhörern für das einmalige Spielen eines einzigen GEMA-pflichtigen Songs bereits etwa 10.000 EURO zu zahlen hätte… Aber zugegeben: im Vergleich zu 120.000 EURO nach dem jetzt dementierten Modell ist das natürlich schon sehr bescheiden.

    P.S.: Nochmal ein ganz anderes Thema wäre der ungeheuerliche Anteil an den eingenommenen Gebühren, den die GEMA für ihre Verwaltungstätigkeit einbehält (zusätzlich dazu, daß man als Mitglied ja ohnehin auch Gebühren zu zahlen hat). Die maßlose Behörde mästet sich auch gerne selbst.

  • Natürlich hätte die GEMA ihre Berechtigung, wenn sie fair und logisch agieren würde, aber das tut sie keinesfalls.

    Das Argument, neue Bands würden so benachteiligt werden, finde ich ziemlich an den Haaren herbeigezogen, denn…

    1.) findet diese Benachteiligung nicht auch statt, wenn Gastronomiebetriebe, Diskotheken, Jahrmarktschausteller etc. pauschal abgerechnet werden aber Andere (wie YouTube) pro Klick zahlen müssen? Wenn, dann bitte alle gleich behandeln! Ich will den DJ sehen, der während seines Sets alle Tracks aufschreibt oder den Wirt, der das warme Essen nicht zum Gast bringt, weil er den neuen Titel von der CD abschreiben muss… In solchen Fällen gesteht die GEMA (immerhin!) ein, dass das nicht möglich ist und erhebt Pauschalbeträge. Ebensowenig ist es bei YouTube möglich, aber da wird Abrechnung per Klick verlangt.

    2.) gab es in der Vergangenheit nicht genug Beispiele, in denen neue Talente gerade durch solche Portale zu Ruhm gekommen sind? Nutzen nicht gerade unbekannte Bands diese neuen Foren, um auf sich Aufmerksam zu machen? Ich glaube, eine Leona Lewis wäre ohne das Internet nicht zum Weltstar geworden. Dass letztendlich auch die GEMA dadurch enorm profitiert, dürfte denen nicht unbekannt sein.

    Ich würde es sehr schade finden, wenn wirklich die Videos von YouTube verschwinden, aber eigentlich wünsche ich es mir sogar, damit die GEMA endlich mal einen auf den Deckel bekommt. Ich glaube nicht, dass die Plattenfirmen, die in letzter Zeit ja fleissig die Videos selber reinstellen, auf Dauer glücklich mit dieser Entscheidung wären.

    Die geldgeilen Damen und Herren von der GEMA sind meines Erachtens Null an den Künstlern interessiert, sondern nur am Profit. Anstatt froh zu sein, dass vor nicht allzu langer Zeit mit YouTube eine Einigung gefunden wurde und dadurch sicherlich die Bilanzen verbessert wurden, scheint es jetzt nur noch darum zu gehen, noch mehr Geld rauszubekommen.

    Daher fällt es mir leider sehr schwer, dem Zitat des Autors Recht zu geben. („Wer aufgrund seiner großen Sympathie nun automatisch zu YouTube hält und den Verein GEMA genauso negativ beurteilt wie vielleicht die GEZ, liegt meiner Ansicht nach falsch.“)

  • Na hoffentlich können die beiden partein sich auch einigen… dann wär die schöne Idee Youtube wieder ganz schnell verschwunden obwohl sie noch garnicht solange da ist und dafür sehr erfolgreich ist. Man sollte halt wirklich darüber nachdenken ein anderes Modell einzuführen …. wobei es nicht immer einfach sein wird es auch so umsetzen damit bei beiden Partein keine Probleme auftreten.

  • ..wir haben ein kleines Provinzkino und müssen Gema-Gebühren für die in den Filmen laufenden Musikstücke zahlen!
    Einzeln aufgelistet und pro Vorführung.
    Dazu dann die Pauschale für die Foyers-Musik.

  • @Alper Iseri: ich halte eine klanganalyse für möglich. schau dir nur die funktion „musik ersetzen“ bei youtube an. neulich erst eine mail bekommen ich soll meine musik im video ersetzen das sie von einem künster einer großen musikfirma seien… musikanalyse ist möglich, und wird von youtube bestimmt schon eingesetzt.

  • Wenn die GEMA eine faire Verteilung der pauschal überwiesenen Gebühren erreichen will, könnten Sie ja die Beliebtheit der verschiedenen Künstler anhand der Informationen die jeder eigentlich selbst abrufen kann, mit Anzahl gefundener Videos, Views, etc. messen. Eine wirklich genaue Messmethode wirds aus den oben schon diskutierten Gründen so schnell nicht geben, aber eine brauchbare Näherung sollte man ja mit vertretbarem Aufwand hinbekommen. Es ist halt leichter zu sagen es soll jemand andres machen.

    @Badrat Ich glaube nicht, dass Youtube ohne Musikvideos von der Bildfläche verschwinden würe. Immerhin hat die Youtube Suche mittlerweile mehr Suchanfragen als die Yahoo Suchmaschine…das muss man sich mal vorstellen.

  • Endlich mal ein ausgewogener Artikel zum Thema – Vielen Dank!

    Das Problem mit den privat hoch geladenen Videos könnte sich leicht lösen lassen, wenn jeder YouTube-Nutzer aufgefordert würde, die verwendeten Titel + Interpreten anzugeben.

    Entsprechende Pflichtfelder, ohne die der Upload nicht möglich ist, sind die Devise. Niemand sollte Internetnutzer für doofer halten, als sie sind. Dieser kleine Mehraufwand wär wirklich nicht unzumutbar – auch für sehr Faule.

    Liebe Grüße
    DifferentStars

  • @Alexander
    „Die geldgeilen Damen und Herren von der GEMA sind meines Erachtens Null an den Künstlern interessiert, sondern nur am Profit. “

    Lieber Alexander, die GEMA ist kein Unternehmen, sondern eine Interessenvertretung. Die kompletten erwirtschafteten Überschüsse aus den Verwertungen werden an die Mitlieder ausgeschüttet. Sie wird zurecht dafür kritisiert, das weiß jedes gut-informierte kleine Mitglied, dass sie gewisse Gruppen, die im Vorstand das sagen haben, bei ihren kryptischen Ausschüttungsprinzipien bevorzugt werden. Benachteiligt sind in der Regel die kleinen Künstler. Wenn die GEMA jetzt für mich als kleinen Künstler völlig überraschend mal im Sinne meines Interesses handelt, ist es lächerlich und an der Sachlage völlig vorbei argumentiert die GEMA „geldgeil“ zu nennen.

    @Diskussion
    Gerade DJs und Studentenradios, die aufgrund ihrer Musikauswahl oft weit weg von den Verkaufscharts Musik auswählen, wrden von der GEMA pauschal berechnet. Dabei gilt grob: wer mehr Platten verkauft bekommt von dem eingenommen Geld mehr ab. Wenn ein DJ also nur geilen Underground-Kram spielt, geht das Geld am Ende an Britney Spears‘ Songschreiber. Wenn die GEMA dafür kämpft diese Abrechnung in einem Bereich – in dem dank Digitaltechnologie eine genauere Prüfung der Abrufzahlen möglich erscheint – gerechter für die kleinen Mitglieder zu gestalten und hier Leute sich gegen die „böse GEMA“, die nur schikanieren will, stellen, dann ist das eine Ignoranz gegenüber den kleinen Künstlern die doch allen immer so am Herzen liegen. Würden DJs Playlisten ausfüllen und YouTube einzeln abrechnen, dann bedeutete das, dass subkulturelle Künstler mehr Geld verdienen würden. Dass irgendjemand etwas dagegen haben könnte, kann ich mir kaum vorstellen…

  • @Lie in the sound – Es kann doch keiner prüfen, ob das was dort eingegeben wird auch tatsächlich auf das Musikstück zutrifft. Das würde jede Menge Künstler dazu ermutigen Youtube mit Videos zu überschwemmen, in denen sie ihre eigene Musik als Hintergrund nennen. Wenn ich Musiker wäre, würde ich einfach die Top-10 Videos runterladen, erneut hochladen und einfach meinen Namen als Musikurheber eintragen. Super Geschäftsmodell!

  • @Henric – Würde YouTube nur wollen, wäre es ein Leichtes solchem Missbrauch entgegen zu wirken.

    Eine Möglichkeit wäre, die Nutzer einen ähnlichen Registrierungs-Prozess durchlaufen zu lassen, wie bei einer Anmeldung auf Amzon üblich ist + entsprechende Strafen bei Missbrauch… dazu ein entsprechendes Content Controlling.

    Ergänzung bzw. Alternative wär ein Fingerprinting wie es Last.Fm verwendet um Lieder identifizieren…

    Wo ein Wille, da ein Weg… oder sicher viele Wege… Menschen mit besseren Programmierkenntnissen fällt da sicher noch mehr zu ein.

  • @Henric – Würde YouTube nur wollen, wäre es ein Leichtes solchem Missbrauch entgegen zu wirken. Eine Möglichkeit wäre, die Nutzer einen ähnlichen Registrierungs-Prozess durchlaufen zu lassen, wie bei einer Anmeldung auf Amzon üblich ist + entsprechende Strafen bei Missbrauch… dazu ein entsprechendes Content Controlling. Ergänzung bzw. Alternative wär ein Fingerprinting wie es Last.Fm verwendet um Lieder identifizieren… Wo ein Wille, da ein Weg… oder sicher viele Wege… Menschen mit besseren Programmierkenntnissen fällt da sicher noch mehr zu ein.

  • an #20: Hallo Jonathan, es freut mich, dass ein offizieller Freund der GEMA hier mal was postet. Dann erklär uns allen, die diesen Rechtsstreit nicht verstehen, doch bitte mal folgendes. Ich nehme mal „Silbermond – Irgendwas bleibt“, als Beispiel. Youtube hat ungefähr 200 Millionen Seitenaufrufe pro Tag. Wir unterstellen, dass nur 0,5% dieses eine Lied anklicken, also 1 Million. So, und das bedeutet, dass die lieben Herren der GEMA von Youtube gerne circa drei Millionen Euro pro Monat bekommen würden (1 Mil. x 0,1 x 30).

    Und wenn mir jetzt hier irgendwer erklären möchte, dass das

    a) in irgendeinem Verhältnis zu den Werbeeinnahmen von Youtube steht
    b) gerechtfertigt ist
    c) natürlich alles auch wirklich schön an die lieben Künstler verteilt wird

    Na da lache ich dann aber mal zärtlich.

  • @Pascal Rosenberg
    Ich habe die Höhe der Forderungen weder für gut noch für schlecht befunden. Ich fühle mich auch absolut nicht in der Lage dies zu beurteilen.

    Ein GEMA-Mitarbeiter bin ich auch nicht. Glaube kaum, dass da jemand arbeitet, der das Web2.0 kennt. Ist eher ein Beamten-Haufen. (Okay, ich sehe in diesem Punkt hast du deine Polemik korrigiert)

    PS: Es ist übrigens auch kein „Rechtsstreit“, sondern eine „Vertragsverhandlung“

  • @ Lie_in_the_Sound et al. Für die Erkennung von Musikstücken gibt es doch längst entsprechende Filter-Software, zB das von Youtube genutzte Audible Magic.

  • Zitat:

    „Die GEMA hat ihre Existenzberechtigung, das ist für mich vollkommen klar.“

    Das sehe ich kritisch. Für Internetanbieter wie Youtube ist sie völlig unnötig. Bei Internet-Plattformen ist es doch ganz leicht. Warum wird hier kein Affiliate-Modell eingeführt? Die Künstler melden sich an, laden ihre Werke hoch und bekommen automatisch pro Klick auf ein Werk eine bestimmte Vergütung direkt vom Anbieter. Das ist für den Anbieter leicht umzusetzen, spart Verwaltungsarbeit, und die Vergütung landet ohne Umwege beim Künstler, der nicht noch den immensen Verwaltungsapparat der GEMA mitbezahlen muß. 2008 gingen meinen Berechnungen zufolge nämlich nur 80% der Einnahmen der GEMA an die Künstler. Sage und schreibe 20% versickerten im Verwaltungsapparat der GEMA. Das ist definitiv zu viel! Das Problem der privat hochgeladenen Videos bleibt zwar weiterhin, aber das gibt es auch jetzt schon.

    Bleiben noch die klassischen Fälle wie Radiosender. Und da bin ich mal knallhart: Die sterben auf Kurz oder Lang ohnehin aus. Das Problem erledigt sich also von selbst. Internetradios dagegen könnten ihre Songs dagegen aus den oben genannten Quellen holen, die wiederum die Künstler über Affiliate-Modelle direkt vergüten.

  • die gema ist meiner meinung nach völliger quatsch
    die sache mit der „nachwuchsförderung“ auch – weil die künstler müssen sich ja nicht bei der gema einschreiben!
    abgesehen davpn find eich, musik sollte aus liebe zur musik entstehen, nicht aus profitgier!
    bands machen jawohl genug einnahmen mit plattenverkäufen, merchandise und konzerten (mehr als genug!!!) da muss man nicht auch noch das internet ausqueetschen
    hoffentlich verliert die gema, google macht das natürlich auch nur aus profitgier was ich nicht richtig finde, aber google rettet wenigstens noch die nicht kommerzielle vermarktung von musik im internet

  • @phil von Profitgier kann grade bei kleinen Bands keine Rede sein. Und das Recht, daß jemand evtl. von seiner Kunst auch leben will, kannst du niemandem absprechen.

    Durch drei Ausrufezeichen wird die Aussage, daß Bands aus Konzerten so viele Einnahmen hätten, auch nicht richtiger. Grade kleine Bands müssen aufpassen, daß sie wegen des oft großen Aufwands mit Konzerten nicht sogar Verluste einfahren. Gleiches gilt für Plattenverkäufe bei kleinen Bands. Das Internet ist da durchaus dann eine notwendige zusätzliche Einnahmequelle. Und kleine Bands leiden teilweise unter illegalem Filesharing massiv. Renommierten Künstlern schadet das kaum, aber kleine Bands, die aber nicht mehr so klein sind, daß das Filesharing für sie eine Chance ist, bekannt zu werden, sondern die von der Musik leben müssen, können daran kaputt gehen.

    Was eine „nicht kommerzielle Vermarktung von Musik im Internet“ sein soll, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Google verdient gut daran, auch wenn die User direkt kein Geld zahlen – unter anderem übrigens an den Daten der User, die Google natürlich kommerziell ausschlachtet. Daher ist die Aussage, das sei alles kostenlos, streng genommen ohnehin falsch. Man zahlt mit einem der wertvollsten Güter, die es derzeit gibt: mit den eigenen personenbezogenen Daten!

  • @31

    Der oben aufgeführte Kommentar zeigt doch deutlich, wie sich der kleine Maxi das Musikbusiness vorstellt. Musiker sollen Musik aus Liebe machen, Dienst am Fan und reich sind sie alle. Die Argumente sind so hanebüchern. Nur weil Madonna genug Kohle macht, trifft das nicht auf alle Bands und Musiker zu. Man misst ja den Bäcker an der Ecke auch nicht am Umsatz von Aldi. Und Profitgier ist das Recht auf Entlohnung für eine Leistung ebenfalls nicht. Ohne eine Interessensvertretung wie die GEMA geht es nicht, genauso wie wir alle ohne eine Gewerkschaft unter viel schlechteren Arbeitsbedingungen zu leiden hätten.

  • @SomeVapourTrails Doch, es geht sehr wohl ohne die GEMA. Das zeigen viele kleine Bands, die GEMA-freie oder gar CC-Musik machen und trotzdem daran verdienen. Die GEMA ist wohl kaum mit einer Gewerkschaft zu vergleichen, sondern viel mehr mit einem Management, das sich darum kümmert, daß Geld in die Kasse kommt. Und den Job macht sie angesichts der 20%, die in ihrem Verwaltungsapparat hängenbleiben, verdammt schlecht. Ich bin der Meinung, daß Künstler, die sich um direkte Vergütungen mit Anbietern von Online-Musik kümmern würden, deutlich mehr davon hätten als jetzt mit der GEMA.

  • @Alex Schestag

    Ich bezweifle, dass eine Legion an Einzelkämpfern gute Verträge mit Branchenriesen wie YouTube erzielen kann. Damit verlangt man von jedem Künstler in erster Linie ein Geschäftsmann zu sein. Da bin ich sehr wohl für eine Interessensvertretung, die kollektive Abschlüsse ermöglicht. Dass die GEMA in der jetzigen Form nicht optimal ist, dies sehe ich definitiv als gegeben an. Zur GEMA-freien Musik: Zwangsmitgliedschaft ist nie sinnvoll und Künstler, die sich dem Modell verwehren und einen erfolgreichen eigenen Weg gehen, bestätigen dies auch.

  • Ich finde es schade, das ich jetzt keine Musik-Clips auf Youtube sehen kann und meine Favoriten hinfällig sind. Aber es gibt ja auch Alternativen wie MyVideo.de u.a. Mich wundert es nur das es die GEMA ausschließlich gegen Youtube anfechtet.

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