Werbeblocker will den Wunsch der Publisher respektieren

André Vatter

abp

„Ich lese eure News total gerne, beinahe jeden Tag. Total geil finde ich es auch, dass ich dabei nicht die nervige Werbung sehen muss. Eigentlich sollten sich endlich alle einen Ad-Blocker installieren!“ – Kein Witz, solche Mails landen bei deutschen Online-Redakteuren auf den Schreibtischen. Wie bei mir vor einiger Zeit zum Beispiel (auf einer anderen Plattform). Das gleicht einem schmeichelhaften Schlag ins Gesicht. Im Rahmen der früh etablierten Mitnahmementalität ist vielen Nutzern heute überhaupt nicht mehr klar, dass guter Content einfach Geld kostet. Und da sich Bezahl-Inhalte (außer bislang in Rupert Murdochs Kopf) im Netz noch nicht durchgesetzt haben, wird dieses Geld durch Werbung erwirtschaftet. Adblocker bringen diese Einnahmequelle zum Versiegen und so wird ein Angebot nach dem anderen eingestampft – das gilt insbesondere auch für Blogs.

Kürzlich kam es erstmals zum Eklat zwischen einem Publisher und dem Entwickler des wohl bekanntesten Werbezensierer-Addons AdBlock Plus. Der Autor des Plugins NoScript wollte es nicht hinnehmen, dass AdBlock die Werbung auf der eigenen Seite ausblendete. Also programmierte er NoScript so um, so dass das Plugin den AdBlocker für die Zeit des Besuchs deaktivierte. Im Internet war danach die Hölle los, der „Plugin-Krieg“ war ausgebrochen. Giorgio Maone, so der Erfinder von NoScript, hat sich mittlerweile öffentlich entschuldigt, doch der Grund seines Handels bleibt weiterhin bestehen.

Flashiges Gezappel nervt

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Damit ihr mich nicht falsch versteht: Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Werbeblockern. Es gibt zig Seiten, die mit Absicht der Gewinnmaximierung auf ein ganzes Reservoir von unfairen Werbeformen zurückgreifen, wie nervige Layer-Ads mit getarnten „X“en und allerlei flashigem Gezappel, um den Besucher zum Klick oder Kauf zu bewegen. Meistens sind das Seiten, die in dubiose Filesharing-Ecken zu finden sind, mit „Gratis! Gratis!“ locken oder auch mal Kreuzfahrten verschenken. Im besten Fall sind die Ads nur lästig – schlimmstenfalls googlet ihr kurze Zeit später nach der Frage: „Wie werde ich Conficker wieder los?“.

Publisher schneiden sich in das eigene Fleisch, wenn sie auf die reine Masse von Bannern setzen. Wer ein Netzangebot gut betreibt, hat dies auch gar nicht nötig. Wer mit solidem Content überzeugt, gibt sich in den meisten Fällen ebensoviel Mühe bei der Auswahl der Werbung: Relevant, informativ und unaufdringlich sollte sie sein. Eben so, dass sie beim Leser nicht als Störfaktor, sondern vielleicht sogar als willkommene Produktinfo zum Thema wahrgenommen wird. Nun, AdBlocker verhindern, dass Seitenbesucher diese Erfahrung machen können, eine große Schere zerstückelt die Seite und hinterlässt Lücken.

Die Arbeit der Contentlieferanten honorieren

Deshalb begrüße ich ausdrücklich den Kurswechsel von Wladimir Palant, dem Entwickler von AdBlock Plus: Nach dem Streit mit NoScript hat er sich Gedanken gemacht und sich wieder der alten Tage erinnert. So heißt es im aktuellen Blog-Eintrag:

Wie ich es bereits zuvor mehrere Male sagte: Mein Ziel mit AdBlock Plus ist es nicht, die Werbeindustrie zu vernichten. Das Internet braucht Geld, um in Betrieb gehalten zu werden – und Werbung ist das universale Mittel dazu.

Palant schreibt, dass übermäßige Nerv-Werbung ausschlaggebend für das Programmieren von AdBlock Plus war, dass heute aber auch seriöse Anbieter darunter litten. Von Anfang an sollten die Nutzer die Freiheit haben, zu entscheiden, welche Werbung sie sehen und welche sie blockieren möchten. Heute greifen allerdings die meisten nach der Plugin-Installation einfach auf Filter-Abos zurück – von individueller Anpassung also keine Spur.

Als Abhilfe soll AdBlock Plus künftig wieder häufiger den Kontakt mit den Publishern suchen. Ein Hinweis im Quellcode würde beim Besuch eine Dialog-Box aufspringen lassen, in der gefragt wird, ob Werbung jetzt oder künftig zugelassen werden soll. Auf diese Weise können Nutzer zielgenau ihre Zustimmung vergeben und die Arbeit geschätzter Contentlieferanten entsprechend honorieren.

Noch handelt es sich bei der Idee um einen Vorschlag, dem die Community zustimmen muss. Bislang sind die Reaktionen allerdings ermutigend. Und hier die Frage an euch:

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.