Sonstiges

'Go' for Fun & Productivity: Google stellt eigene Programmiersprache vor

bumperBei Google ist man offenbar der Meinung, die Zeit sei reif – nicht nur für ein neues Produkt aus dem eigenen Haus, sondern auch für eine neue Programmiersprache. Und weil die bisherigen offenbar allesamt nicht einfach zu handhaben sind, lahmen, unproduktiv sind, keinen Spass machen und nicht Open Source sind, hat man beschlossen, dem abzuhelfen – mit „Go„.

Bei der mit den gebündelten Erfahrungen der eigenen Entwickler gespeisten, neuen Programmiersprache handelt es sich eigenen Angaben zufolge um ein Experiment des Suchriesen, die Entwicklungsgeschwindigkeit einer dynamischen Sprache wie Python mit der Performance und Sicherheit kompilierter Sprachen wie C und C++ zu verknüpfen. Tatsächlich erweckt „Go“ auch derzeitig noch eher den Eindruck, ein Potpourri aus verschiedenen, bereits vorhandenen Programmiersprachen zu sein, als eine eigene. So entdeckt man das Konzept des Interfaces, das man beispielsweise für das Sortieren von Daten benötigt, bei „Go“ ebenso wieder, wie den Garbage Collector, der die Freigabe von nicht mehr benötigtem Speicherplatz verwaltet. Stark orientiert hat man sich offenbar an C und C++. Tools wie „Compiler“ und „Linker“ sind in C geschrieben und die Datentypen „int“, „float“ und „unit“ sind bereits aus C bekannt. Zudem kann man Funktionen von C von „Go“ aus nutzen. 

Weil ich, wie bereits erwähnt, kein ausgewiesener Programmier-Spezialist bin, möchte ich hier nicht tiefer in die Materie einsteigen. Wer sich aber komplett dem Studium von „Go“ widmen möchte, für den steht ausreichend Material zur Verfügung: Ein fast einstündiges Video sowie Infomaterial samt Tutorial, FAQ, Installations-Guide etc. auf der Website golang.org.

Mir erschließt sich auf den ersten Blick nur noch nicht, warum Google nun auch in diesen Sektor vordringt und wer die Konkurrenz darstellen soll. Es wird sich aber zeigen müssen, ob die Programmierer bereit sein werden, sich die Mühe zu machen, eine neue Sprache zu erlernen. Voraussetzung wird hier vor allem sein, dass „Go“ einfach und schnell ist, das bedeutet, unter geringstem Arbeits- und Zeitaufwand bestmögliche Resultate liefert – also das gegebene Versprechen eingehalten wird. Zudem wird die Wahl der API und IDE eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Last but not least wird man auch dieses Mal wieder gespannt sein müssen, wie der Datenkrake mit den durch „Go“ gewonnen Daten der Programmierer umzugehen gedenkt.

Ärger scheint Google übrigens schon ins Haus zu stehen – und zwar wegen des Namens. Offenbar hat den Namen „Go“ jemand schon für seine Programmiersprache benutzt…

(Marek Hoffmann)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Frage an den Autor:

    Wieviel Zeit haben Sie sich für das Schreiben des Artikels genommen?

    ——————————————–

    Welchen Zweck Google mit diesem Schritt bezweckt ist alles andere als fraglich, ganz im Gegenteil. Google’s Kernkompetenz ist das Sammeln, Verarbeiten, Aggregieren und Aufbereiten von Daten jeder Art. Das Gedanke hinter dem Schritt ist simpler betriebswirtschaftlicher Art: wie gestalte ich meine Prozesse effizienter und Erziele dadurch bessere Ergebnisse. Das Grundproblem von Daten ist ihre Struktur, wenn ich aber in der Lage bin diese zu bestimmen habe ich einen ungeheuren (nachhaltigen) Wettbewerbsvorteil.

    Die Frage nach den Konkurrenten ist also völliger unsinn

  • „Weil ich, wie bereits erwähnt, kein ausgewiesener Programmier-Spezialist bin, möchte ich hier nicht tiefer in die Materie einsteigen.“

    Das ist auch besser so, denkt man sofort, wenn man Programmieren kann. Und der Disclaimer wäre auch nicht nötig gewesen, das hat man spätestens nach dem Abschnitt zuvor gemerkt …

    Und noch zwei Anmerkungen:

    a) Nicht hinter dem jedem Schritt von Google steckt ein Schritt zur endgültigen Welteroberung. Das kann auch einfach ein 20%-Projekt sein und aus.
    b) Jede neue Programmiersprache ist ein Potpourri bekannter Sprachen. Es gibt da nicht mehr so viel Neues. Die Frage ist viel mehr, wie man die üblichen Kompromisse beim Design einer Sprache neu austariert und dann – unter Umständen für nur einen Anwendungszweck – einen besseren Kompromiss daraus bastelt.

  • Hier mal die Ziele, die mit der Sprache GO erreicht werden sollen.

    Safety: type-safe and memory-safe.
    Good support for concurrency and communication.
    Efficient, latency-free garbage collection.
    High-speed compilation.

    Wer halt mal mit großen Projekten gearbeitet hat, weiß das man bei einem Build schon mal locker 30 Minuten mit kompilieren verschwendet. Und ich mich Suppenkasper nur anschliessen kann, in den weiteren Punkten, da es inzwischen immer mehr Kommunikation und gleichzeitige Zugriffe innerhalb einer Anwendung gibt, eigentlich ein logischer Schritt von Google. Interessant finde ich allerdings auch den Aspekt, obwohl mir da wohl nicht viele Zustimmen werden, dass die Zukunft von Java in meinen Augen sehr ungewiss ist, da die Übernahme von Oracle ansteht. Im Moment sieht es zum Glück nach Auflagen durch die EU aus.

  • „die Entwicklungsgeschwindigkeit einer dynamischen Sprache wie Python mit der Performance und Sicherheit kompilierter Sprachen wie C und C++“

    Aua, das tat weh!

  • @ Marek
    Mir! Was ist eine „dynamischen Sprache“?

    anderes Beispiel:

    „So entdeckt man das Konzept des Interfaces, das man beispielsweise für das Sortieren von Daten benötigt“

    nochmal Aua!

    Nichts für ungut, aber man merkt das Du nicht richtig weißt von was Du da schreibst. Das ist im Prinzip auch kein Problem… Wenn man aber aus der Materie kommt krümmen sich einem die Fingernägel. Deshalb Aua!

  • „Mir erschließt sich auf den ersten Blick nur noch nicht, warum Google nun auch in diesen Sektor vordringt und wer die Konkurrenz darstellen soll.“

    Gleicher Grund wie YouTube, Google Chrome OS, …?! Alles umsonst anbieten, yeah. Aber warum?? Sicher nicht uneigennützig und weil Google so lieb und nett ist (wer das glaubt, ist bestenfalls naiv).

    Ein Unternehmen muss Gewinn erwirtschaften, das ist klar. Google gibt Geld en masse für Dienste aus, die mit der Suchmaschine an sich auf den ersten Blick nichts zu tun haben. Nimmt Verluste in Kauf. Warum?

Kommentieren