Licht-WLAN: 'Geh mal aus'm Strahl, ich will hier YouTube gucken!'

André Vatter

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Die Art der Datenübertragung nennt sich Visible Light Communication, Kenner sagen aber gerne VLC („Wie-Ell-Szie“) dazu. Siemens-Forscher und Kollegen vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut tüfteln schon seit einiger Zeit daran, Informationen per Leuchtdiode durch die Luft zu schießen und am anderen Ende mittels eines Photodetektors wieder aufzuschnappen. Der bisherige Rekord beim Transport der Daten lag bei rund 200 Megabit pro Sekunde – nun wurde er geknackt.

Wie die Wissenschaftler in einer gemeinsamen Pressemitteilung verlauten lassen, wurde erstmals die Marke von 500 Mbit/s geknackt. Das klingt zunächst beeindruckend, allerdings sollte auch erwähnt werden, dass die maximale Strecke für eine solche Daten-Geschwindigkeit bei etwa fünf Metern zu Ende ist. Werden mehrere LEDs gebündelt, kann die Entfernung zwischen Sender und Empfänger zwar vergrößert werden, allerdings wiederum auf Kosten des Tempos: 100 Mbit/s sind dann maximal drin.

„Warum, um Himmelswillen, forscht jemand an einer so wackeligen Kiste?“, könnte man sich da fragen. Die Antwort ist einfach – Licht bringt eben einen Haufen Vorteile. Ingesamt kommen einem gleich vier Argumente für VLC in den Sinn:

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1. Anders als herkömmliche Drahtlos-Übertragungen ist sichtbares Licht völlig lizenzfrei.

2. In Mehrfamilienhäusern kommt es zu keinen verstopfen WLAN-Frequenzbändern mehr.

3. Licht kann für die Datenübertragung auch in Krankenhäusern genutzt werden – Funk nicht.

4. VLC ist (beinahe) absolut abhörsicher. Wer mithören möchte, muss Zugang zum Lichtstrahl haben.

VLCIn der Praxis wirkt das Licht-WLAN nicht sonderlich störend. An der LED wird zwar die Lichtmenge im rasenden Tempo moduliert, davon bekommt das Auge jedoch nichts mit. Die Forscher sehen Anwendungsbereiche in erster Linie im Heimbereich. Durch den Einsatz mehrerer LEDs kann der Sender beispielsweise an der Decke befestigt werden, der dann die Daten an einen „Empfänger am Schreibtisch unabhängig von dessen Standort im Raum“ leitet. Auch im Straßenverkehr gebe es verschiedene Einsatzmöglichkeiten: LED-Ampeln oder Bahnsignale könnten Informationen an Autos oder Züge senden.

Noch müssen wir uns ein wenig gedulden, bis das Licht-WLAN markttauglich wird. Das IEEE drückt jedenfalls schon jetzt auf die Tube. Bis Ende des Jahres soll die Standardisierung von VLC abgeschlossen sein.

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.