Sonstiges

PR-Gag: Käufer (und Verschenker) von @robgreen gefunden (Update!)

robgreen

(Update s. unten)

Gut Ding will Twitter haben! Er hat es also tatsächlich geschafft, Robert Basic hat @robgreen erfolgreich verkaufen können. Nach dem etwas holprigen Start der geheimen Auktion, hatten wohl viele Beobachter nicht mehr mit dem Abschluss eines Handels gerechnet – „Basic Thinking“-Gründer scheitert mit Verkauf von Twitter-Account“, hatten Medien eine Woche nach der Auktion berichtet. Nun, einen Monat nach Beginn der Versteigererung, die überraschende Meldung. Der Käufer ist kaeuferportal.de aus Berlin, eine Vermittlungsplattform für Produkte und Dienstleistungen.

Im Unternehmens-Blog zeigen sich die neuen Besitzer in Anbetracht des Zuschlags aus dem Häuschen: „Robin springt durch das Büro und gibt jedem High Five, der seine Hände nicht schnell an die Tastatur klemmt und Mario kriegt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.“ Wer der Autor (die Autorin) des eigentlich Textes ist, wird leider nicht verraten. Jedenfalls wird die Account-Übernahme als „wahnsinnige Aktion“ bezeichnet, man wisse, dass die Firma im Bereich Social Medie einiges aufzuholen haben; konkrete Pläne, was nun mit @robgreen geschieht, seien aber noch nicht auf dem Tisch:


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Nein, ich habe keine Ahnung, was wir damit machen werden. Unsere neuen Follower mit schlechten Witzen nerven? Auf neue Produkte und Dienstleistungen aufmerksam machen? Die Welt retten? Alles im Bereich des Möglichen.

Ich hatte Gelegenheit, Robert am Dienstagmorgen ein paar Fragen zur Auktion zur Stellen. Hier seine Antworten:

Hi, Robert: Glückwunsch zum Verkauf! Über den Kaufpreis willst du sicherlich nichts verraten, oder?

Der Kaufpreis ist unseres Wissens nach der Höchste, der jemals für einen Twitter-Account in Deutschland bezahlt wurde und übersteigt auch meine Mindestpreisvorstellungen. Ob das nun die gemunkelten 50.000 sind, die aufgrund des Rechenbeispiels verbreitet wurden? Nein, das sicher nicht. 🙂

Wurden weitere Kooperationsvereinbarung getroffen, Stichwort: Buzzriders?

Käufperportal ist ein lokaler Anbieter für Gewerbetreibende, insofern werden wir bei der Umsetzung von Buzzriders schauen, wo wir die Services von Käuferportal anbringen können. Eines der Ziele von Buzzriders besteht ebenso darin, der lokalen Wirtschaft den Rücken zu stärken und dringend notwendige Möglichkeiten anzubieten.

Bist du zufrieden, dass käuferportal.de den Zuschlag bekommen hat?

Nach den ersten Gesprächen mit Käufperportal.de hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ähnlich wie damals mit dem Team von Onlinekosten.de, die Basic Thinking übernommen hatten, also Ihr. 🙂

Besten Dank… Weißt du schon, was die Jungs mit dem Account geplant haben?

Ja, das weiß ich. 🙂

Wohl die wichtigste Frage: Wirst du weitertwittern?

Ja, klar twitter ich weiter.

———

(Update, 10.47 Uhr)

Warum so einsilbig, fragt sich da mancher: Die Antwort ist einfach. Zwei Stunden nach der offiziellen Bekanntgabe des Verkaufs, heißt es auf Seite des neuen Besitzers Zurück-Marsch-Marsch: „Käuferportal.de kauft Twitter-Account von Robert Basic– und schenkt ihn zurück“ lautet die jüngste Pressemitteilung aus Berlin:

Käuferportal.de hat sich deswegen entschlossen, das neue Projekt Buzzriders von Robert Basic als Sponsor zu fördern und in diesem Rahmen den Account @RobGreen für eine nicht genannte Summe zu übernehmen. Dabei handelt es sich wohl um die höchste Summe, die für einen Twitter-Account in Deutschland jemals bezahlt wurde. Somit hat Robert Basic nach dem Verkauf des Blogs Basicthinking vor einem Jahr einen zweiten Rekord gebrochen. Zugleich erhält der deutschlandweit bekannte Blogger den Twitter-Account @RobGreen wieder zurück, um weiterhin für die über 4.800 Follower twittern zu können und alle Interessierten über die Entwicklung dieses Projekts auf dem Laufenden zu halten. Ziel von Buzzriders ist es, durch moderne Online-Werkzeuge das lokale Leben im Netz abzubilden und so seiner Vielfältigkeit gerecht zu werden.

Sowohl Kaeuferportal.de als auch Robert Basic dürfte mit der Aktion ein ziemlich teurer Marketing-Stunt gelungen sein. Zwei Stunden Buzz im Web 2.0 – wie wird da der Wert berechnet?

(André Vatter)

Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

33 Kommentare

  • Interessant, Interessant! Der Buzz stimmt und Rob hat erreicht was er wollte. Die Summe wäre mal interessant und die Käufer sehen nicht wie eine $$$raffgierige Moneymachine$$$ aus… Immerhin, Immerhin!

    Ich folge erstmal weiter, beobachte aber die Sache ganz genau!

  • Ich kann mir ein breites Grinsen bei den ganzen Meldungen zu dem Twitter Account Verkauf nicht verkneifen. Hoffentlich bleibt es dieses mal etwas Sachlicher und Fairer.

  • Die Tweets die momentan laufen sind wirklich sehr sehr ineressant!

    Da werden einige PR Berater demnächst einiges analysieren können

  • Mich würde ja interessieren, wie Basic von Twitter eine Bewilligung für den Verkauf des Accounts -selbst als Werbegag- bekommen hat. Mir ist das nicht gelungen; die Antwort von Twitter auf meine Anfragen war immer, dass Accounts nicht verkauft werden können und es auch keine Ausnahmebewilligungen gibt.

  • Mein Gott, wie alle durchdrehen, er hat seinen Account verkauft – die haben ihm Kohle für die PR gegeben und es ist gelungen. Ihn deswegen zu unfollowen halte ich nicht nötig – war ein kluger Zug. Beide haben einen riesen Buzz. Er für Buzzriders und die Jungs und Mädels für ihr Unternehmen. Wieso man jetzt rumhassen sollte anstatt sich für beide zu freuen und vielleicht nicht alles gleich so negativ zusehen verstehe ich nicht.

    Eine Bilderbuch Win-Win Situation und es hat ja auch niemanden geschadet, oder?

  • Bilderbuch PR Aktion …

    Meiner Meinung nach sind die ganzen negativen Meldungen, die man bei Twitter nachlesen kann zum einen auf Neid (weil mans vielleicht selbst nicht auf die Idee gekommen isT) – zum anderen, weil fast jede PR Aktion negative Kommentare nach sich zieht… frag mich warum alle immer so negativ sein müsse …

    Wenn bei Mediamarkt Prozente gibt – die 10% auf ein 20% zu teures Produkt … Bauernfänger diese
    Wenn ein großer Konzern 1Mio spendet – dumme PR Aktion, sollten mal lieber zusehen, dass sie keine Menschen in China mehr ausnehmen …

  • Ich glaube Einige wuerden es sogar noch supergenial finden, wenn Herr Basic seine Stoffwechelendprodukte versteigern wuerde. Man kann es auch uebertreiben mit der Loberei. Aber wie heisst es immer so schoen „Eine Kraehe hackt der anderen kein Auge aus“
    Der Mehrwert dieser Aktion ist auf jeden Fall gering. Auch wenn erst mal Staub aufgewirbelt wurde.
    Mal sehen wann man dann Buzzriders kaufen kann..

  • Als nächstes verkauft Basic echt noch Buzzriders, also quasi das „nächste große Ding“. Er dürfte inzwischen ja Lobo als größte Hassfigur im Netz abgelöst haben, oder?

  • Was für ein Possenspiel. Ein fröhliches Chapeau an alle Follower, die auch weiterhin auf diese Weise an der Nase herumgeführt werden wollen.

    Fraglich bleibt meiner Meinung nach, wie und vor allem wann (!) der sogenannte „Buzz“ in einen wie auch immer gearteten ROI umgewandelt werden kann.

    Es bleibt spannend.
    🙂

  • ROI lässt sich recht leicht bestimmen, wenn jmd Lust hat zu zählen. Ich denke, die ganze Aktion hat ungefähr 100 Blog Links gebracht.

    Das wichtigste, was es für SEO gibt ist Trust/Authority der Domain. Und die bekommt man nur, wenn möglichst viele unterschiedliche Domains auf einen linken:
    http://www.seomoz.org/article/search-ranking-factors

    Die Links zu mieten die dadurch entstanden sind, würde sicherlich 10.000€ pro Jahr kosten (bei einem günstigen Anbieter). Selbst wenn Käuferportal mehr gezahlt hat, lohnt es sich nach einem Jahr spätestens – der Buzz war nur das Sahne Häubchen und die negativen Kommentare sind in einer Woche vergessen – die Links aber bleiben 😀

    Tolle Aktion in meinen Augen!

  • naja toller PR-Gag aufjedenfall aber ob es einen wirklichen Mehrzweck hat glaub ich irgendwie weniger… um ein erfolgreiches Projekt aufzubauen muss auch etwas passieren und nicht nur PR gemacht werden.

  • Ein erfolgreicher PR-Gag setzt voraus, dass die Presse sich überhaupt für einen interessiert, was hier keineswegs gegeben war. Der gefakte Twitter-Account-Verkauf wurde von keinem Pressedienst auch nur ansatzweise erwähnt, was wohl damit zu tun hat, dass sich Niemand mehr für Robert Basic interessiert.