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Acer dreht voll auf: Chrome-Netbooks, neues Tablet und eigener Mega-App Store

acerDer zweitgrößte Computer-Hersteller der Welt lässt es krachen. Es kommt nicht oft vor, dass der Chef der IT-Sparte die Karten komplett auf den Tisch legt und darüber berichtet, was so alles an Innovationen in den kommenden zwölf Monaten ansteht – doch Bloomberg konnte Acers Jim Wong all diese Details in einem Interview entlocken. Dazu zählt zum Beispiel ein eigenes Netbook auf Basis von Chrome OS: Kürzlich machten erste Gerüchte die Runde, dass Google selbst einen tragbaren Computer mit dem Open Source-Betriebssystem auf den Markt werfen wird, doch Acer scheint davon ziemlich unbeeindruckt: „In Sachen Chrome werden wir aggressiv vorgehen, um hier die Nummer eins zu werden und einen Wechsel im Microsoft-Intel-Umfeld herbeizuführen“, so Wong. Die Taiwanesen wollen in diesem Jahr etwa 15 Millionen Netbooks verkaufen (2009 waren es noch zehn Millionen), eine Million davon sollen rein Chrome-basiert sein.

Um die Kunden von dem Angebot zu überzeugen, arbeite man bereits an der Etablierung eines Über-App Stores, der im Sommer gelauncht wird: Hier werden Nutzer nicht nur Programme für Android finden, sondern auch für Windows und Windows Mobile – Chrome-Apps werden hinzugefügt, sobald das Betriebssystem angekommen ist. Die Programme werden „kostenlos oder günstig“ sein, erklärte Wong.

Der Store soll auch die Basis für den neuen Reader bilden, den Acer im Juni vorstellen wird und der als direkte Kampfansage an Amazon (Kindle), Barnes & Noble (Nook) und Sony zu verstehen ist: Wong merkt an, dass diese drei Unternehmen zwar bereits im Markt Fuß gefasst hätten – jedoch nur auf dem US-Festland. Westeuropa und Asien seien noch weitgehend Reader-frei, weshalb sein Unternehmen sich bereits in Gesprächen mit dortigen Magazinen, Zeitschriften und Buchverlagen befinde. Später sollen die Abokäufe ebenfalls über den Acer App Store abgewickelt werden.

Noch etwas, und zwar ein Tipp von ganz oben: Auch ein Tablet sei bereits in Planung, versicherte der Acer-CEO J. T. Wang in einem zweiten Interview. Angesichts der Ankündigung, dass Apple an diesem Mittwoch wohl seinen Flachmann vorstellen wird, will Acer aber lieber abwarten, wie hoch die Messlatte gelegt wird. „Wir entwickeln etwas und wir werden sehen, was nach dem Apple-Release passiert“, so Wang, der auf „Inspiration“ durch den iSlate hofft. Das Acer-Tablet wird entweder auf Windows oder Chrome OS basieren – ganz sicher ist man sich da noch nicht.

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Was, bitte schön, ist da in Taiwan los? Woher kommt diese Power? Doch es handelt sich um ein ganz einfaches Ziel, das Acer da erreichen will: Spätestens in drei Jahren soll HP als die bisherige Nummer eins im Rechnermarkt abgelöst werden, verspricht Wang. Na, dann…

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

17 Kommentare

  • Da haben Wang und Wong sich ja einiges vorgenommen 🙂
    Ich werde mir so einen Reader noch nicht zulegen, erst wenn sich das alles etwas mehr etabliert hat und ich nicht von einem Format abhängig bin.
    Ein Open-Source-Betriebssystem würde ich hingegen begrüßen.

  • @Chris #3:
    So ein OpenSource-Betriebssystem gibts schon ne Weile.
    Nennt sich Linux und läuft auf meinem Acer Subnotebook wie am Schnürchen.

    Btw ist ChromeOS ja auch nur eine Linuxdistribution, die von Google aber so nicht genannt wird, sonst klingt es ja nicht nach einer Weltneuheit. -.-

  • naja,
    und wenn da ChromeOS drauf ist soll das gut sein? Lenovo und glaube ich auch HP haben schon Netbooks mit SuSE Linux vorinstalliert im Angebot, nur findet man so was selten im Laden. Oft sind nur die Windows vorinstallierten im Angebot der OttoNormalVerbraucher:Laden.

  • naja,
    und wenn da ChromeOS drauf ist soll das gut sein? Lenovo und glaube ich auch HP haben schon Netbooks mit SuSE Linux vorinstalliert im Angebot, nur findet man so was selten im Laden. Oft sind nur die Windows vorinstallierten im Angebot der OttoNormalVerbraucher:Laden.

    btw der spamschutz ist scheisse, der ist echt bloede, der haellt es fuer doppelt, wenn ich hier erstmal, weil ich ni gesehen habe dass ich die frage beantworten soll mich zurueckgeschickt hat !!!

  • @Lars
    Netbooks mit Linux laufen ja au net, is ja Linux und kein Windows.
    Netbooks mit Chrome OS werden weggehen wie Schnitzel. Weiß ja niemand, dass es Linux is (wird man wohl auch nicht merken) und es is Google.

    Alles was Google anfasst wird eh zu Gold.

  • Chrome OS ist eben keine normale Linux Distribution, sondern eine abgespeckte Version, die schneller bootet als alles was Linux normal hergibt, darauf eine „GUI“, dem Chrome Browser.

    Eine Linux Distribution die in eine Gui innerhalb von 5 Sekunden bootet ist mir nicht bekannt.

  • Naja spezielle Linux-Distributionen booten auf einem PC innerhalb von wenigen Sekunden – teilweise wirklich mit GUI. Das ist allerhöchstens eine Optimierungssache. Von daher ist das auch nicht wirklich eine Weltneuheit.

  • Dass das geht ist klar, sonst gäbe es Google Chrome nicht. Ich meinte eine installationsfertige Distribution für ein Notebook und keine Bootdisk oder Demos. Wie gesagt wurde Chrome OS ist nichts neues und das gibts so eh schon wollte ich das nur etwas „entschärfen“.

    Wir werden es eh erst sehen wenn das Chrome OS da ist. Die Demonstration war jedenfalls beeindruckend und ein Notebook ohne die Installationsmöglichkeiten anzubieten ist mutig.

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