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Das 'Nirvana Phone' von Citrix macht aus einem Smartphone einen PC

nirvana-phoneObwohl Firmen wie VMware und Citrix im IT-Bereich schon seit vielen Jahren zu den Schwergewichten zählen, ist ihr Name dem breiten Publikum, das heißt dem gemeinen PC-User noch nicht sehr vertraut. Das hängt maßgeblich damit zusammen, dass sie sich mit ihren Produkten – in erster Linie Virtualisierungslösungen – bisher nicht an den Privatnutzer, sondern an Unternehmen gewandt haben. Zumindest die Verantwortlichen bei Citrix arbeiten nun daran, sich mit dem sogenannten „Nirvana Phone“ einen neuen Kundenkreis zu erschließen. 

Das in Kooperation mit den Open Kernel Labs entwickelte Smartphone soll eine Art Laptop-/Desktop-Alternative sein, ohne diese gänzlich zu ersetzen. Tatsächlich funktioniert es nur in Verbindung mit beiden, und zwar so: Alle Anwendungen, die ein User auf seinem PC hat, werden in einem ersten Schritt mittels einer Software (zum Beispiel XenDesktop) virtualisiert. Das bedeutet quasi, dass alle Daten und Anwendungen auf einen Server ausgelagert werden und man nur noch in einer virtuellen Umgebung arbeitet.

Im nächsten Schritt werden diese virtualisierten Informationen in die Cloud gesogen und dort für den Abruf von unterwegs bereitgestellt – und zwar über das „Nirvana Phone“ und der von den Open Kernel Labs speziell dafür entwickelten Mobile-Virtualization-Software. Je nach Bedarf können für ein bequemeres Arbeiten dann Peripheriegeräte wie Monitor, Tastatur und Maus an das Smartphone angeschlossen werden (siehe Bild oben). Nachfolgend eine kleine Vorführung des Phones:

Die Idee hinter dem Konzept ist klar: Mittels eines kleinstmöglichen Gadgets auf einfachste Weise auf seine gesamten Daten Zugriff haben. Dadurch erhält der User eine größere Flexibilität als mit einem Laptop/Notebook, und hat gleichzeitig gegenüber einem herkömmlichen Smartphone die Möglichkeit, sein Gerät mittels externer Zusatzgeräte zu einer Art PC zu pimpen.

Die Nachteile liegen aber auch klar auf der Hand, allen voran der, dass die „Nirvana Phones“ erst in Zusammenarbeit mit Hardware-Herstellern produziert werden müssten. Zudem steht nicht immer und überall mal eben ein Monitor oder eine Tastatur zur freien Verfügung rum, wenn das Display des Smartphones zur Erledigung einer Aufgabe nicht ausreicht.

Nun die Frage an euch: Wie gefällt euch die Idee eines „Nirvana Phones“? Könnte es eurer Meinung nach ein Konkurrenzprodukt zum Litl, dem sich noch in der Konzeptphase befindlichen Chrome-Tablet oder Apples iPad werden? Oder seht ihr vielleicht eine Chance für das Phone in einem anderen Segment? Zuletzt noch ein Hinweis, der in diesem Zusammenhang erwähneswert ist: Mithilfe der oben erwähnten Software soll es laut Citrix bald sogar möglich sein, Windows 7 auf dem Apple iPad zu benutzen… 

Via: Venturebeat

(Marek Hoffmann)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Ich finde die Idee überaus gut.
    Ich hab selbst schon oft darüber nachgedacht, es ist quasi die Weiterentwicklung der Docking Bays für Laptops… mich wird es auf jeden Fall interessieren.

  • Sie sind an die Privatkunden nicht herangetreten, da praktisch kein Markt dafür besteht.
    Im Grunde genommen ist es aber nur ein weiterer (wichtiger) Schritt in Richtung Cloud. Auf lange Sicht hin sicherlich unausweichlich.
    Jedoch hätte ich als Privatanwender etwas dagegen meine privaten Dateien jemandem auf dem Server zu überlassen (wie es zum Beispiel bei den google-Apps funktioniert). Ich weiß nicht wer, wann, was mit meinen Daten macht.
    In Firmen wird das höchst wahrscheinlich ähnlich aussehen und dann müsste dafür eine neue Infrastruktur aufgezogen werden.
    Auch hier ist der Privatanwender glaube ich nicht Adresse Nummer 1.

  • @Island: Ja, vor der Google-Cloud schrecken einige zurück. Vor allem nach dem China-Hack. In Unternehmen sorgt aber die interne Abteilung für die Sicherheit in der Cloud. Private Daten haben dort ohnehin nur wenig zu suchen, wird sich der eine oder andere Chef denken. 😉 Ansonsten denke ich aber, dass Citrix hier einen guten Weg geht, der durchaus erfolgsversprechend ist, wenn er konseqeunt zu Ende gedacht wird und finanzierbar ist – sowohl für das Unternehmen als auch für den Endkunden.

  • Ich finde die Idee toll, aber muss dem Island recht geben, es wird wenig in die Richtung von Privat gehen und doch wahrscheinlicher bei den Unternehmen bleiben. Besonderes bei den Managern und Außendienstmitarbeitern, sollte es gut sein.

    Stellen wir vor ein Mittarbeiter soll zu Kunden fahren und eignes klären, fragt er direkt bei der Terminabfrage ob man Hardware zur Verfügung hat und dann brauch er sein Laptop nicht mitschleppen. Oder wenn man zu hause weiter arbeiten möchte. Zu dem Datenschutz würde es auch einige Reibungen geben, aber ich denke zumindest große Unternehmen können Intern einige Server mit entsprechende Software installieren und damit die Daten bleiben weiterhin in dem Unternehmen.

  • @BasicBlog: und du hast gerade den unsinnigsten Kommentar des Tages abgegeben!

    Ich verstehe allerdings nicht, wieso das ding in ein Smartphone muss?

    Möglichkeit a)
    Man cloudisiere den eigenen Computer und kauft dann eine Software, die auf dem eigenen! Smartphone läuft.

    Möglichkeit b)
    Man baut kein Smartphone draus sondern eine schicke 3″ box, die aber nicht telefoniert

    Weil:
    Sowas ist doch eher etwas für poweruser, und die haben bekanntlich ihren ganz eigenen Geschmack was Smatphones angeht oder?
    Kann mir kaum vorstellen wegen der Kiste auf mein jetziges Smartphone verzichten zu können… (siehe apps, hardware etc)

  • Finde die Idee ehrlich gesagt nicht schlecht. Kann mir auch gut vorstellen, dass genau das in naher Zukunft eine gängige Lösung sein wird.

    Den Artikel finde ich übrigens gut, verstehe die Kritik von BasicBlog nicht.

  • @ Conic: Ich denke, Citrix hat sich für ein Smartphone entschieden, weil da die wesentlichen Bestandteile schon dran sind: Monitor und Tastatur. Jetzt als Ersatz etwas völlig anderes zu nehmen, wäre vermutlich unwirtschaftlich. Sollte man tatsächlich nur Poweruser damit ansprechen können, was ich nicht glaube, dann sind die ohnehin daran gewöhnt, oft mehrere Telefone mit sich rumzutragen – oder gar ein Laptop. Da wäre so ein „Nirvana Phone“ vermutlich das kleinere Übel. 😉

    @Lasse: Sehe das auch so. Bzgl. BasicBlog: Verstehe die Kritik auch nicht, hat ja in diesem Sinne auch keine formuliert… 😉

  • Die Idee eines mobilen Gerätes das Zugriff auf die heimische Cloud hat finde ich sehr interessant. Eine Umsetzung auf Tablets wäre dabei allerdings wünschenswerter als ein „smartphone“ damit auszurüsten.

  • Wäre eine total sinnlose Entwicklung für das iPhone. Welche Art von Dateien möchtest du denn per Cloud verschieben?
    Monitor und Tastatur ans iPhone anschließen wäre nicht möglich und an ein Arbeiten an dem kleinen Bildschirm ist gar nicht zu denken.
    Ich denke, dass hier ein eigenes Smartphone OS entwickelt wurde.

  • Wäre es nicht sinnvoller eine kostengünstige, energieeffiziente, simple und sichere „Privatcloud“ zu entwickeln und dazu dann die passende Software für mobile Geräte, sodass es quasi egal ist mit was ich wo auf meine Daten zugreifen möchte.
    Wäre bestimmt auch für die Entertainment-Fraktion interessanter…

    Gerade wenn ich bedenke, dass der Internetzugang auch eine gewisse Ausfallrate hat. Da hab ich doch lieber den Server im eigenen Haus.

    (Mein Internetzugang wurde von einem defekten Netzteil eines Satelliten Multischalters gestört. Alle paar Tage kein Internet und kein Teckniker hatte eine Ahnung woran es liegen könnte, bis einer mit nem Handradio mal nach einer Störquelle gesucht hat…)

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