Sonstiges

Druckertinte ist teurer als menschliches Blut – oder Liquid Ecstasy

tinte

Ob Teststreifen für Blutzucker-Messgeräte, Zahnbürstenaufsätze oder eben Tintenpatronen – sie haben alle eins gemeinsam: sie sind schweineteuer. Einen Drucker bekommen wir Kunden heute ab 50 Euro beim Elektro-Discounter hinterher geworfen, fortan zahlen wir aber Monat für Monat den bitteren Preis für die Tinte. HP, Canon, Epson und Co. kassieren seit Jahren bei den kleinen Patronen mächtig ab. Oft reicht es ja schon aus, eine kurze Druckkopfreinigung durchzuführen, um die Tintenkammern vollends zu entleeren… wobei: ein Drittel Flüssigkeit bleibt nach neuen Erkenntnissen ja doch immer ungenutzt zurück.

Es ist mal spannend zu sehen, wie teuer Drucker-Tinte eigentlich geworden ist. „Die kostet mehr als Öl!“, staunt der Käufer angesichts der Preisschilder im Laden. Doch stimmt das wirklich? Ist Tinte heute gar die teuerste Flüssigkeit der Welt? Nun, zumindest fast. Beim Consumerist habe ich gerade einen Verweis auf eine Liste gefunden, in der die Kosten unterschiedlicher Flüssigkeiten miteinander verglichen werden. Angefangen von Kranwasser, Kaffee und Limonade klettert die Übersicht weiter zu Nagellack, Red Bull und Tabasco. Spannend wird es erst ab einem Preis von rund 300 Dollar pro Gallone (etwa 3,8 Liter): Penicillin kostet in der Menge etwa 301 Dollar, Haarfärbemittel rund 327 Dollar und Patschuli-„Duft“ 806 Dollar. Öl ist mit dem verglichen übrigens (noch) spottbillig: 3,05 Dollar pro Gallone.

Menschliches Blut schlägt mit 1.515 Dollar zu Buche, gefolgt von GHB – eine Abkürzung für Gamma-Hydroxybuttersäure, was nichts anderes als Liquid Ecstasy bedeutet. Die Droge ist schon für 2.560 Dollar zu bekommen. Erst jetzt (!) kommt die Druckertinte an die Reihe. 3,8 Liter reiner, schwarzer Tinte kosten im Schnitt 2.702 Dollar! Es gibt nur wenige flüssige Produkte, die diesen Preis noch toppen können, etwas Quecksilber, Insulin und Chanel Nr. 5. Absolute Höchstpreise werden für das Gift der thailändischen Cobra und das eines Skorpions verlangt: letzteres kostet bis zu 38.858.507 Dollar.

Der Consumerist hat noch auf eine weitere Aufstellung aufmerksam gemacht, in der Preise noch konkreter miteinander verglichen werden. Das Diagramm findet ihr oben.

druckerkauf

Auch auf Reddit wurde das Thema mit der Hardware-Subventionierung und der Tinten-Abzocke kürzlich noch einmal angesprochen. Titel: „Jedes Mal, wenn mir die Tinte ausgeht, kaufe ich mir einfach einen neuen Drucker.“ Einem Nutzer war aufgefallen, dass mittlerweile der Preis für eine schwarze und eine farbige Canon-Patrone zusammen gerechnet höher ist (37,94 Dollar), als die Kosten für einen komplett neuen Drucker desselben Herstellers (30 Dollar). Hier das Beweisfoto.

(André Vatter)

facebook-fan


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

47 Kommentare

  • Das mit dem neuen Drucker ist aber ne Milchmädchenrechnung.
    In neuen Druckern ist im Regelfall weniger Tinte als in Einzelpatronen.
    Es bleibt trotzdem sauteuer.

  • Hm, das mit dem Drucker Neukauf ist aber auch so ne Sache. Die Patronen sind nur in den seltensten Fällen wirklich voll bei Neugeräten, meist ist nichtmal die Hälfte der neuen Patrone mit Tinte befüllt…

    DAMMIT, zu langsam getippt^^

  • Ist wie beim Auto — wenn der Tank leer ist nicht gleich ein neues Auto kaufen — einfach den Tank wieder auffüllen.

    Geht bei den meisten Druckerpatronen fast genauso einfach und schnell wie das tanken bei Auto — und könnt Ihr doch alle ?

  • Interessant wäre zu wissen, ob der Preis gerechtfertigt ist, evtl. durch Herstellungsverfahren etc. und wie hoch da im Vergleich zu bspw. Channel no5 die Gewinnspanne in etwa ist.
    Mir geht auch diesee Wegwerfkonsum, entstanden durch Afterbuy-Gewinne mächtig auf den Senkel.

  • Originale Druckerpatronen kann man sich doch eigentlich gar nicht mehr leisten. Bin jedenfalls froh, dass es viele günstige Alternativen gibt, die kompatibel mit den aktuellen Geräten sind. Sonst bezahlt man sich ja dumm und dämlich, wenn man viel drucken muss.

  • Hier wäre einfach ein EU-Gesetz sinnvoll. Genau wie mit den nicht genormten Netzsteckern für diverse Geräte. Die Hersteller machen damit richtig Kohle… 🙁

  • Ich spritze inzwischen immer Tinte (ca 5 Euro 250ml) nach. Das klappt auch ganz gut nur sind es eben 5 Minuten Frickelarbeit – Eine Gewöhnungssache.

  • Ich fülle auch immer mit Tinte nach, und sollte ich mal gerade keine Tinte vorrätig haben, dann geht der Drucker zur Not zum Drucker-Nachfüll-Laden.

  • Ich habe einen Farblaser.
    Leider drucken Laserdrucker nicht randlos, deswegen steht auch noch ein Tintenstrahldrucker herum. Mit original Patronen damit die Fotos auch gute Qualität erreichen. Aber in Zukunft werde ich wahrscheinlich Magenta durch Blut ersetzen. 😀

  • ganz ehrlich, wer „seit Jahren“ mit Tinte druckt ist einfach selber schuld. HP und Co gönn ich das dann auch 🙂
    Bei mit steht seit Jahren ein Laserdrucker mit dem ich für nen Zehntel des Preises drucke. In s/w – was für 99% aller Anwendungen ausreicht. Wenn ich dochmal in Farbe drucken muss geh ich schnell in Copyshop.
    Fotos und Co lass ich professionell digital entwickeln in 1h direkt bein Fotoladen umme Ecke. Warum also noch Tintenspritzer überhaupt verkauft werden versteh ich nich so ganz.

  • oder schaut euch mal die Preise von Kabeln an….

    Drucker kommen ja stellenweise auch ohne…

    oder die vergoldeten digitalen Monitor-Kabel,
    hallo Digital = da werden Einsen und Nullen übertragen, beim Analogen Scart oder VGA -Kabel macht ja Abschirmung noch Sinn…
    deswegen beim Drucker und Monitor Kauf:
    „sind da auch alle Kabel mit bei?“

  • Tja wie heißt es doch so schön, die Preise regelt der Markt also Angebot und Nachfrage. Und dann kommen eben solche Ergebnisse dabei raus.

  • Hhm, dann füllt einfach weiter nach. Empfehlt es ruhig allen, die ihr kennt. Die werden es alle richtig machen. Und die Tinten- und Toner-Fassweise-Verkaufsstationen freuen sich ein zweites Loch in den Popo.

    Es gibt genügend Beispiele, warum Tinte so teuer ist. Und ich bezahle auch den Preis und habe es noch nicht bereut.

    Ja, ich arbeite im HP-Support, das hat aber hier keinen Einfluss. Ihr glaubt ja wohl tatsächlich, dass die Hersteller Canon, Brother, Lexmark, HP, Epson und wer sonst noch alle vom gleichen Hersteller (Tinten- und Toner-Fassweise-Verkaufsstation) beliefert werden und die Hersteller aus den gleichen Fässern schöpfkellenweise die Tinte in ihre Patronen kippen.

    Das zumindest wird wird kolportiert, wenn Nachfülltinte und Originaltinte miteinander verglichen wird.

    Die Tinten- und Toner-Fassweise-Verkaufsstation hat im Keller die Tinte fassweise rumstehen und kippt diese dann in alle möglichen Patronen. Und wenn was ist? Pech gehabt. Von der Druckqualität mal ganz zu schweigen.

    Der Originalhersteller haftet für seinen Kram, forscht jahrelang und bietet Support.

    Klar sind Tintenkleckser pro Seite teurer als Laserdampfer. Aber 1. nähern sich Preise pro Seite (das ist das Kriterium, wenn man genau darum diskutieren will) immer weiter an, und 2. hat HP eine neue Officejet-Reihe am Start, wo die Seite Tintenkleckser-Ausdruck sogar preiswerter ist als beim Laserdrucker.

    Nur mal zum Verständnis: Mit meinem HP Tintenkleckser habe ich seit dem Kauf ca. 3000 Seiten gedruckt. Da es hauptsächlich Kopien waren, kann ich das gut mit dem Copy-Shop vergleichen. Meine Kopie kostet mit allen Kosten (Strom, Kaufpreis, Patronen, Papier) 1 Cent weniger als im Copyshop.

    Wer ist jetzt der Halsabschneider? Die Tintenkleckserbauer oder die Copy-Shops?

  • Das leidige Thema „Drucker“ und „Druckerzuberhör“ ist stets aktuell. Stimmt auch, ist alles nicht so ganz billig. Jetzt habe ich aber einen Onlineshop gefunden, den ich wärmstens empfehlen kann. Schaut mal rein bei lamda.at, die haben dort ein richtig gutes Preis-Leistungsverhältnis und die Zustellung funktioniert auch einwandfrei. Dann haben Sie auf ihre Produkte lebenslange Garantie!! Also: reinschauen lohnt sich!

  • @ Hannes:

    Welche professionelle Leistung soll das sein? Die nehmen dir deine Dokumente ab und kriegst sie vervielfältigt wieder. Die einzige Dienstleistung, die im Copy Shop anfällt und die ich selbst „erbringen“ muss, ist das Einlegen der Originale. Klasse Geschichte!

    Viele Grüße

  • Hi Leute,
    Das normale Drucken, also reine Textseiten ist mit nem Laser natürlich günstiger. Aber wenn Du viel Bilder druckst ist schon allein die Anschaffung eines Lasers der das kann ein tiefer Griff in die Tasche.
    Möchte meinen Laser nicht missen weil der auch abgeht wie Luzi! Für Fotos geh ich in den Copy-Shop.
    Aber jedem das Seine.

  • @Henning
    Na jetzt laß mal die Kirche im Dorf. Es geht ja hier nicht darum wegen 20 Seiten in den Copyshop zu gehen. Da möchte man ja doch ein paar mehr und vielleicht ja noch einige gebundene Exemplare. Ein Copyshop hat ja etwas mehr zu bieten als ein paar Blätter vervielfältigen.
    Zudem ist die Laserqualität aus dem Copyshop doch etwas beständiger als die Tinte.

  • tintenpatronen bzw die tinten sind wirklich sehr teuer. es gibt aber noch genügend leute die tatsächlich ihre urlaubsbilder mit einem tintenstrahldrucker auf fotopapier ausdrucken. mal zur ansicht kann man sowas schon mal machen aber ganze serien! hier sollte man dann doch den photoshop vorziehen und die bilder entwickeln lassen.
    es gibt eben doch noch leute wo es immer noch zu billig ist.

  • Oh mann, das ist ja echt eigentlich ein Skandal. Naja, das ist auch der Grund, warum ich schon lange keinen Tintenspucker neben dem Tisch stehen habe, sondern einen Laserdrucker. Auch wenn hier die Toner gut was kosten, machen sie einfach mehr Spass. Schnelles, leises Drucken, kein Tinten-Refill hin und her, zurück möchte ich da nicht mehr. Bloss bei den Tonerpartikeln bin ich ziemlich vorsichtig, hier lüfte ich immer gut durch, wenn ich den Drucker anschalte.

  • Tinte ist teurer als Toner, jedoch haben Tintenstrahldrucker das klar feinere Bild dpi. Also wer Bilder druckern möchte Fährt bei der Qualität mit Tintenstrahldrucker besser, wer mehrheitlich und viel Text druckt fährt mit einem Laserdrucker besser. Was das muss jeder selbst entscheiden.
    Ob original oder kompatibel ist eine Frage nach Garantie, Preis und Qualität und sollte vorher bedacht werden.

  • Obgleich Tinte natürlich teurer ist als Toner nutze ich trotzdem noch Tintenstrahldrucker, da diese qualitativ bessere Ergebnisse liefern. Bei 08/15 Schreiben nutzen wir natürlich Laserdrucker (schneller und günstiger). Blöd ist weiterhin, dass gewerblich genutzte Laserdrucker in einem separaten Raum betrieben werden sollen (Staubschutzverordnung) und dann zusätzliche Wege entstehen. Fazit: wir nutzen sowohl als auch und nutzen von beiden die Vorteile.

  • Tinte ist das flüssige- und Toner ist das schwarze- Gold, das ist so und wird immer so bleiben. Aber egal ob ein Tinten- oder Laserdrucker im Büro oder zu Hause oder im Büro steht, es ist bequem und erleichtert unser aller Arbeit. Die Hersteller wollen ja auch etwas verdienen. Für „Luxus“ muss man halt etwas bezahlen. Und sind wir doch mal ehrlich es ist doch Luxus direkt am Arbeitsplatz zu drucken.

  • Man sollte sich einfach informieren bevor man sich einen Drucker kauft, was die dazugehörige Patrone oder der Toner kostet. Da gibt es auch erhebliche Unterschiede. Ihr müsst natürlich auch die Füllmenge und die Leistung der Patronen mitberücksichtigen.

    Außerdem sollte man vielleicht auch mal auf Marken wie Pelikan schauen, die sind vom Preis zwischen den Billiganbietern und den Markenanbieter und von der Qualität teilweise sogar besser als die von Epson oder HP.

    Mit Billiganbietern habe ich keine guten Erfahrungen gemacht.

  • Das die Tinte teuer ist, weiss man bevor man einen Drucker kauft. Wer sich von günstigen Druckerpreisen blenden läßt, ist eigentlich selbst schuld. Selbst bei Autokauf fragt man, wie durstig es ist. Außerdem ist die Frage wie viel man tatsächlich druckt.

  • Druckertinte ist wirklich teuer, schon immer gewesen, deshalb läßt sich auch mit kompatiblen Druckerpatronen sparen, selbst wenn die etwas teueren mit Schutz der Garantielücke, Chip etc. gekauft werden.
    Jedoch waren Drucker in der Vergangenheit teurer in der Anschaffung, was inzwischen durch die teuren Druckerpatronen mitfinanziert wird. Es war für die Hersteller besser mehr abnehmer zu haben, die dann teures Druckerzubehör kaufen, als wenige mit günstigerem.

Kommentieren