Gestensteuerung à la 'Minority Report': In fünf Jahren schon beim Händler Ihres Vertrauens

Marek Hoffmann

Wenn Hollywood mal wieder einen Blockbuster plant, in dem irgendwelche ausgefallenen und futuristisch anmutenden Computer-Screens auftauchen sollen, dann werden Interface-Designer engagiert. John Underkoffler ist einer von ihnen. Als er noch an dem renomierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig war, besuchte ihn eines Tages ein Produzent und beauftragte ihn damit, ein Computer-Interface für die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick zu entwickeln, „Minority Report„.

Underkoffler tat, worum er gebeten wurde. Er fand aber so viel Gefallen an seiner eigenen geistigen Geburt, dass er sich anschließend vom MIT verabschiedete, die Firma Oblong Industries gründete und das Gerät nachbaute, mit dem Tom Cruise in dem Sci-Fi-Thriller Bilder durch die Gegend schubste. Mittlerweile ist das sogenannte „g-speak Spatial Operating Environment“ (sehr frei übersetzt etwa „Suppiduppi-Gadget“) laut Underkoffler in etlichen Unternehmen, Regierungsbehörden und Universitäten im Einsatz und soll in fünf Jahren auch dem Otto-Normal-User zur Verfügung stehen. Vor einigen Tagen führte der Meister sein Gadget auf der „Technology, Entertainment, Design“ (TED) in Kalifornien vor:

Durchaus beeindruckend. Die Frage ist nur, ob es das bei der geplanten Markteinführung auch noch sein wird. Spätestens seit der CES ist nämlich klar, dass auch Unternehmen wie Microsoft oder Sony den Markt für gestengesteuerte Produkte für sich entdeckt haben und dies erst der Anfang ihrer Entwicklung sein dürfte. Aber diese Unternehmen verfügen sicherlich über ein ungleich höheres Budget als Oblong Industries und könnten es mit seinem jetztigen Nischenprodukt vom Markt fegen. In jedem Fall wird es spannend zu sehen, was uns User dann in fünf Jahren erwartet.

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.