Opera will um jeden Preis auf das iPhone: Zur Not auch mit langen Beinen

André Vatter

Der erste Schritt war schon sehr gewagt: Kurz vor dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona kündigte Opera einen eigenen Browser für das iPhone an – ein „exklusives Event für Presse und Partner“, hieß es in der überschwänglichen Pressemitteilung. Tatsache ist jedoch, dass ein Opera-Browser für das Apple-Handy bislang noch keine Aussicht auf Erfolg hat, ein tatsächlicher Marktstart steht noch in den Sternen. Der Grund ist, dass Apple von seinen Browser-Entwicklern verlangt, dass ihre Apps auf dem WebKit-Framework basieren, das auch der Safari nutzt. Opera umgeht diese Vorgabe und verwendet stattdessen eine proprietäre Engine – Apple hat Entwickler schon für wesentlich kleinere Regelverstöße aus dem App Store geworfen.

Dennoch wollen es die Norweger nun darauf ankommen lassen. Über alle Kanäle feuert das Unternehmen seine Erfolgsmeldungen in die Welt hinaus: „Wichtiger Meilenstein erreicht!“, heißt es. „Opera Mini knackt die Hürde von 50 Millionen aktiven User.“ Im vergangenen Jahr sei der Nutzerstamm des Browsers um satte 150 Prozent angestiegen. Der Opera-CEO zeigt sich angesichts der Zahlen aus dem Häuschen: „Unser ursprüngliches Ziel mit Opera Mini war es, das Web jedem verfügbar zu machen – unabhängig vom Handymodell oder Netzwerkbetreiber“, so Lars Boilesen. Und da war sie wieder: Die kleine, sympathische Spitze gegen Cupertino. Und sie ging auf dem MWC noch ein ganzes Stück weiter…

Besucher, Journalisten und Branchenvertreter, die in Barcelona aus dem Flieger stiegen, um von dort zum Kongress zu pilgern, erlebten hinter dem Gate eine kleine Überraschung: Zwei reizende Damen, die dort mit Schildern standen und darauf warteten, Apple-Chef Steve Jobs zu begrüßen und zur Preview des iPhone-Opera zu begleiten. Die Chancen, dass Jobs (der nicht vor Ort war) diese Schilder jemals zu sehen bekommen würde, waren gleich null. Doch alle übrigen – die Journalisten und Besucher – konnten sich in Anbetracht dieser charmanten Geste ein wohlgemeintes Grinsen wohl nicht verkneifen.

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Ich bin gespannt, was sich Opera nun noch alles einfallen lässt, um Apples Aufmerksamkeit zu erregen. Rote Heißluftballons über dem Apple-Campus in Cupertino? Eine Werbe-App mit dem Song „Oh, when the saints go marching in!“? Opern-Karten auf dem Rücksitz von Steve Jobs‘ Privatlimousine?

Via: IntoMobile

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.