Angst vor Absprüngen: Facebook will Nutzer schon nach der Erstanmeldung integrieren

André Vatter

Kein Zweifel, der Laden brummt. Hierzulande konnte Facebook im Vergleich zum vergangenen Jahr um 291 Prozent bei den Unique Visitors zulegen. Im März besuchten 15 Millionen deutsche Nutzer das soziale Netzwerk. Damit wurde jede einzelne Community der VZ-Konkurrenz überrannt: SchülerVZ, das größte der drei Netzwerke, kommt auf 9,3 Millionen. Sicher, wenn wir den kleinen Trick anwenden und alle drei Portale der Berliner in einen Topf werfen, stehen noch immer 21,4 Millionen VZ-Nutzer Facebook gegenüber – allerdings gibt es kaum Anzeigen dafür, dass es hier in naher Zukunft zu einem weiteren, signifikanten Wachstum kommen wird – zumal in einem dreistelligen Bereich.

Die Konkurrenz muss sich ranhalten. Dass sich Facebook in der Expansionspolitik keine Ruhe gönnt und immer weitere Benutzerkreise für sich erschließen will, zeigt auch ein gestern gelaunchtes Feature: Dazu wurde der Anmeldeprozess für neue User testweise ordentlich umgestellt: ab sofort spielt Facebook die Engagement-Trumpfkarte. Das Problem mit Plattform-Frischlingen besteht darin, dass mancher Nutzer nach der Registrierung schnell überfordert oder aber auch gelangweilt ist. Irgendwann droht die Gefahr des Absprungs. Wer sich heute bei Facebook anmeldet, bekommt deshalb ab sofort (noch nicht überall verfügbar) einen ganzen Korb an Unterhaltung angeboten: „Verbinde dich mit deinen Lieblingsstars, mit Unternehmen und Marken, um immer auf dem Laufenden zu bleiben“, heißt es nun in Schritt 4 des Anmeldeprozesses.

Dieser Kniff ist im Netz nicht neu hat beispielsweise schon eine Menge dazu beigetragen, dass Twitter die Absprungrate niedrig halten kann: Wer sich hier registriert, bekommt eine Liste mit folgenswerten Personen angezeigt, damit es direkt losgehen kann. Und um selbst neugierige Besucher ohne Account schnuppern zu lassen, werden seit einiger Zeit auch einige Top-Twitterer auf der Startseite präsentiert. Als Google den Buzz startete, verhielt es sich ähnlich. Wer den Dienst zum ersten Mal nutzte, fand automatisch eine Liste seiner Kontakte, mit denen er einmal gemailt oder gechattet hatte, dort wieder – was Datenschützer naturgemäß auf die Palme brachte.

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Zum Start des neuen Features hat sich Facebook zunächst hauptsächlich auf die Vorschläge diverser Promi-Seiten konzentriert (Obama, Lady Gaga und so weiter). Es ist aber davon auszugehen, dass das Netzwerk verstärkt die versprochenen Unternehmen und Marken mit einbeziehen wird. Das hätte auch den netten Nebeneffekt, dass Zuckerberg die betreffenden Firmen für diesen dezenten Hinweis an die neuen Nutzer zur Kasse bitten könnte, die im Gegenzug neue Besucherströme auf ihren Seiten verzeichnen können.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.