Neues App-Zugpferd: VZ-Netzwerke setzen auf Online-Marktplatz

Marek Hoffmann

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Es ist wieder soweit: es gibt etwas Neues von den VZ-Netzwerken zu berichten. Wie ich einer soeben ins Haus geflatterten Pressemitteilung (siehe auch den Blog-Post)entnehmen kann, feiert der Marktplatz für kostenlose Kleinanzeigen nun offiziell seinen Geburtstag und ist für alle Mitglieder von studiVZ und meinVZ verfügbar. Zuvor befand sich das Projekt in einer etwa drei Monate währenden Testphase, in der es über 17.000 User anlockte, die über 2.200 Anzeigen veröffentlichten. Gelauncht wurde der Marktplatz in Kooperation mit dem noch nicht einmal ein halbes Jahr alten Start-Up anounz, an dem der Holtzbrinck-Konzern aber beteiligt ist und dessen Gründer bereits für eBay und dessen regionales Kleinanzeigen-Portal Kijiji tätig war. Gute Voraussetzungen, möchte man meinen. Und – ich gebe es zu – eine vom Prinzip her gute Idee, deren späte Umsetzung mich aber überrascht. Sei’s drum. Was könnt ihr aber denn nun auf der Plattform anstellen?

Nachdem sich der User eine entsprechende App installiert hat (Hinweis auf den Datenschutz ist dabei interessant), geht es in erster Linie darum, Kleinanzeigen zu inserieren. Und zwar kostenlos – was schon einmal der Grund dafür sein dürfte, warum sich in der Testphase so viele User für das Projekt haben gewinnen lassen. Bin ja mal gespannt, ob das so bleibt oder ob die Fehler von den ehemaligen Mitarbeitern übernommen werden, die eBay in der Gunst seiner User hat so rapide sinken lassen. In erster Linie geht es offenbar um Inserate für Waren und Dienstleistungen, die ihr anbieten, tauschen oder verschenken dürft. Diese werden in bislang zehn Hauptkategorien mit etlichen Unterkategorien unterteilt.

Darunter befinden sich solche, von denen man sich – vermutlich zu Recht – gerade unter Studenten reges Interesse verspricht: Stellenangebote, Immobilien und Reisen. Wer schon einmal wegen eines Studienplatzes den Wohnort wechseln musste, dürfte die Bedeutung der beiden erstgenannten Kategorien einzuschätzen wissen. Aber natürlich gilt dies auch für Nicht-Studenten, die sich dann vornehmlich auf meinVZ dem Marktplatz widmen dürften.

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Ansonsten gibt es eigentlich all das, was man auf so einer Plattform erwarten dürfte  – und was die Konkurrenz in diesem Bereich außerhalb der VZ-Plattform auch anbietet: eine Suchfunktion, mit der zusätzlichen Möglichkeit, Eingrenzung nach Stadt oder Postleitzahl vorzunehmen oder eine Kommentarfunktion. Der große Vorteil der Einbindung des Marktplatzes in eine Community besteht natürlich darin, dass die User untereinander eben schon eine Gemeinschaft bilden. Dies wirkt nicht nur psychlogisch, weil vertrauensbildend. Es bietet zudem die Möglichkeit, den Kleinanzeigenmarkt mit bereits vorhandenen Tools zu verquicken und stetig weiter auszustatten.

So können die User/Anbieter zu Kommunikationszwecken beispielsweise auf die vertraute Nachrichtendienst-Funktion der VZ-Netzwerke zurückgreifen. Und Kommentare zu den Anzeigen können über die Pinnwand erfolgen. Unterm Strich sehe ich das Besondere an dem Projekt daher nicht in dem Angebot selbst, sondern in dem Kontext, in den es eingebunden ist. Und in Anbetracht des Potenzials, das sich hieraus ergibt, erschließt sich mir die späte Implementierung nicht so ganz. Oder wie seht ihr das?

Nachtrag: Wie ich gerade über Twitter erfahren habe, setzen augenscheinlich nicht nur aktuelle sondern auch ehemalige VZ-Mitarbeiter auf Online-Stellenmärkte. Ex-StudiVZ-Chef Marcus Riecke wird demnach neuer Deutschlandchef von monster.de.

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.