Retter der Diskette: Verbatim wird das Retro-Speichermedium erhalten

André Vatter

Haha, wie putzig! Nach den teils panischen Reaktionen der PC-Veteranen, den Beschwerden und Hamsterkäufen bezüglich Sonys Entschluss, der guten alten Diskette den Todesstoß zu versetzen, können wir alle nun erst einmal aufatmen. Wie Verbatim als Reaktion vom Hauptsitz in Eschborn verkündet, werde man die Floppy Disk nicht im Stich lassen: „Auch in Deutschland findet der Anwender die Diskette auch zukünftig in den Regalen der Elektrofachmärkte.“ Damit wurden die 3,5 Zoll-Scheiben wohl erst einmal von der Liste bedrohter Speichermedien gestrichen.

Laut Verbatim gebe es keinen Grund, die Diskette aus dem Programm zu nehmen: „Trotz starker Konkurrenten wie der CD und USB-Sticks“ sei sie immer noch im Computeralltag fest etabliert. Laut dem Unternehmen sollen alleine in Europa vergangenes Jahr 50 Millionen Stück davon über die Ladentheke gegangen sein. Der Absatzschwerpunkt liege mit gerade einmal zehn Prozent zwar nicht länger in Deutschland, sondern in den osteuropäischen und GUS-Staaten – dennoch sei die Diskette in vielen Bereichen unentbehrlich:

Aufgrund der nach wie vor hohen Anzahl installierter Disketten-Laufwerke wird die Diskette noch immer im privaten und auch im professionellen Umfeld wie Behörden oder in der Industrie (z.B. Maschinensteuerung, Keyboards) eingesetzt. Es besteht insofern weiterhin eine regelmäßige Nachfrage.

Den Einwand mit den „Behörden“ nehme ich Verbatim jederzeit ab – daran hätte man als steuerzahlender Bürger, der einmal eine Amtstube von innen gesehen hat, tatsächlich drauf kommen können! Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass wir hier in der Redaktion ein nagelneues USB-Diskettenlesegerät (superflach!) herumfliegen haben, das wir kürzlich von Microsoft bekommen haben und das niemand mehr braucht. Vielleicht überlegen wir uns die Tage ja mal wieder ein kleines Gewinnspiel…

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.