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Musik in besserer Qualität: Ist das die Rettung für die Plattenfirmen?

Ja, warum eigentlich nicht? Laut CNN stehen Apple und weitere Anbieter in Verhandlungen mit der Musikindustrie, um Musik in höherer Qualität zum Download oder Streaming anzubieten. Die Bit-Tiefe soll dabei von bislang 16 auf 24 Bit steigen, was der Qualität einer Studio-Aufnahme entspricht. Bit-Tiefe ergibt multipliziert mit der Sampling-Rate und der Anzahl der Audiokanäle die Bitrate, die heute meistens bei 128, 192 oder 256 kbits liegt. Bitrate = Sampling-Rate x Bit-Tiefe x Zahl der Kanäle, zum Beispiel: 44,1 kHz x 16 x 2 = 1,4 Mbits. Mit einer höheren Bit-Rate würde sich die Audioqualität erhöhen. Apple etwa bietet hier derzeit bei iTunes Songs im komprimierten AAC-Format mit 256 kbit/s an. Die Idee wäre jetzt also, Songs einfach unkomprimiert anzubieten – und dabei die Qualität einer CD zu übertreffen.

Die Idee ist so gut, dass man sich fragt, warum das nicht schon längst geschehen ist. Natürlich würde die Größe einer Audio-Datei dann erheblich steigern. Aber in Zeiten des Breitbands, wo problemlos noch viel größere Videodateien gestreamt werden, dürfte das das geringste Problem sein. iTunes und Co. könnten Musik dann in verschiedenen Qualitäten und Preisen anbieten. Der Mehraufwand hält sich in Grenzen, streng genommen spart man sich durch den Wegfall des Komprimierens sogar einen Arbeitsschritt.

Kein Verlust

Die Idee, Musik in besserer Qualität anzubieten, ist nicht neu. Das Downloadportal Highresaudio etwa bietet vor allem klassische Musik in höherer Qualität mit Preisen bis 21 Euro pro Album und 2,20 Euro pro Einzeltrack an. Dieses Portal setzt auf eine höhere Sampling-Rate: 96 statt 44,1 kHz. Audiofans, denen es auf guten Klang ankommt, monieren seit längerem, dass sie die geringere Qualität komprimierter Formate heraushören.

Die Frage ist nun, ob die Plattenfirmen sich damit gesund stoßen können. Es gibt mit Sicherheit viele, die bereit sind, einen höheren Preis für eine deutlich bessere Audioqualität zu zahlen. Es dürften viele derjenigen sein, die sich heute lieber eine CD kaufen, statt Musik aus einem Downloadshop im Netz. Aber welche Fraktion wird die stärkere sein? Ich befürchte für die Plattenfirmen, dass sich die Mehrheit mit der schlechteren Qualität und damit verbunden dem niedrigeren Preis zufrieden geben dürfte. Aber eine zusätzliche Geldquelle dürfte Musik in besserer Qualität mit Sicherheit werden. Kommen zahlreiche Angebote, dürften zumindest viele Verfechter physischer Musikdatenträger erwägen, auf online umzusteigen. Bessere Audioqualität alleine dürfte zwar nicht der Heilsbringer für die Musikindustrie werden – aber zumindest auch kein Verlustgeschäft.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

22 Kommentare

  • Wird aber auch Zeit, wenn schon Musik kaufen, dann will ich sie auch archivieren können und da ist
    a) DRM unangebracht, wer weiß schon wie lange die Server verfügbar sind
    und
    b) eine hohe Qualität muss – wenn ich mal über eine MP3 von vor 10 Jahren stolper muss ich fast kotzen so miserabel ist der Sound…

  • 2,20 Euro pro Einzeltrack für die originale CD Qualität ?
    Das wäre dann wohl Teurer als eine CD in gleicher Qualität oder sogar einer Musik DVD in höherer Qualität.
    Zumal für die breite Masse wohl die komprimierten Formate völlig ausreichend sind , da sie gar nicht die nötige Technik haben um den Unterschied auch hören zu können.
    Was dieser Artikel dabei vergessen hat das benötigte Equipment dafür Vorzustellen, denn mit den üblichen iPod , MP3 Player ( PC – Boxen) ect. oder sonstiger Abspieltechnik wird man keinen Unterschied hören können, es also eher herrausgeworfenes Geld.

  • Das ist doch aber eher ein Angebot für die Nische. Otto-Normal Nutzer ist doch völlig mit 256 kbits, vielleicht sogar schon 192 oder 128 zufrieden. Das ist dann eher was für Audiofanatisten würde ich sagen.

  • „Aber in Zeiten des Breitbands, wo problemlos noch viel größere Videodateien gestreamt werden, dürfte das das geringste Problem sein.“

    In Zeiten des Breitbands, wo kanadische Provider überlegten, nur noch limitierte Downloads zu erlauben, ist das gar nicht mal unbedingt das kleinste Problem.
    Im übrigen kommt es heute nicht drauf an, ob ein Album 128kb oder FLAC ist, da es meist sowieso derart mies und laut zusammengemixt ist. Ausserdem reichen dem Durchschnittshörer am PC oder iPod auch 128kbits, da macht FLAC den Braten auch nicht feis.

  • Könnt ihr euch den ersten Absatz nochmal ansehen und überarbeiten. Was da steht, ist wirklich nur kompletter Unsinn.

    Davon mal abgesehen: Der Schritt von 16 auf 24 Bit kommt ausschließlich der Dynamik zu Gute und hat mit weniger Datenreduktion nichts zu tun. Die mit 16 Bit darstellbare Dynamik wird bei 95 Prozent aller Produktionen nicht ansatzweise genutzt. Vielmehr sind die meisten aktuellen CDs so abgemischt und (in der Dynamik), dass sie möglichst gleichbleibend laut klingen. Angeblich will der Verbraucher das so. Einzelheiten finden sich im Netz unter dem Stichwort „Loudness War“.

  • Joa, also das finde ich gut.
    Ich kaufe mir wenn dann nur CDs, weil ich immer die Möglichkeit haben will, vom Original auf ein (irgendwann sicher kommendes) neueres Format umzusteigen. Mit niedrigqualitativer MP3 kauft man sich minderwertige Ware.

    Die einzige Musik, die ich mir online gekauft habe, waren Alben im FLAC-Format von musiczeit.com

  • Die MI hat die Qualität in den letzten Jahren künstlich verschlechtert, indem sie die Lautstärke der Stücke in irrwitzige Höhen gepusht hat. Titel mit über 100db sind heute keine Seltenheit.

    Es ist ähnlich wie mit dem Megapixelwahn – lauter klingt für Laien besser, was natürlich nicht stimmt. Aber es verkauft sich besser.

    Jetzt soll ich für Titel in vernünftiger Qualität mehr als den doppelten Preis zahlen!? Die MI wird in ihrer Gier wohl nie dazulernen…

  • Soweit mir bekannt ist, bietet iTunes seine Songs immer in der Qualität 256 kbit an. iTunes plus ist mir dabei jedenfalls noch nie begegnet…

  • @10 Patrick
    „wie ist denn der Hörtest? hört man überhaupt einen Unterschied?“

    Ist doch ganz einfach höre eine normale CD WAV und dann vergleiche mit den üblichen verwendeten komprimierten Formaten wie Mp3 oder ACC ect.
    Wenn du mit deinen Equipment einen Unterschied herraushörst wirst du auch einen zu „iTunes plus“ hören können.
    Viel mehr als das Verlustfreie CD WAV Format geht eigentlich nicht außer mit sehr teurer Technik mit „Musik DVD“ oder Blue Ray Formaten in anderer Codierung.

    In 75% wird der normale Hörer aber eigentlich nichts Bemerken da seine Technik dafür gar nicht ausgelegt ist außer den „Placebo Effekt“ etwas Hören zu wollen da es ja Musik in besserer Qualität ist.
    Auf diesem Effekt setzt die Musik Industrie dabei um die höhere Preise zu Rechtfertigen , technisch gesehen haben sie aber kaum Mehrkosten außer den erhöhten Server Speicherplatz Bedarf.

  • Seit Jahren immer der gleiche Quatsch!

    Es ist und bleibt bemerkenswert das viele Menschen glauben das Gehör eines Hundes oder Hamsters zu besitzen. Mit speziellen Drogen ist es wahrscheinlich möglich die Wahrnehmungsgrenzen (in die richtige Richtung?) zu verschieben. Jedoch würde das auch erklären wieso soviel Unsinn zu diesem Thema geschrieben wird.

    Das vermarkten von 24Bit Musikstücken für die breite Masse an Käufern ist so sinnfrei wie Merkels Widerwahl! Schaut euch doch einfach mal die sogn. „Charts“ an, wollt ihr das wirklich in guter Qualität hören? Bzw. geht das überhaupt? Bauer sucht in Frau in HD oder was?

    Wer glaubt den wirklich das sich ein 24Bit Stück auf einem Handylautsprecher besser anhört?

    Echt… Leute! Kapierts doch irgendwann mal…. 😉

  • „Die Idee ist so gut, dass man sich fragt, warum das nicht schon längst geschehen ist.“

    Antwort 1: weil bislang kein Consumer-Gerät 24-Bit-Audio-Daten abspielen kann (auch Apples eigene Geräte nicht)

    Antwort 2: weil man bei aktueller Rock- und Popmusik keinen Unterschied zu 16 Bit hört. Diese Musik nutzt ja noch nicht mal den Dynamikumfang der altehrwürdigen CD aus.

    Um noch mal ein paar Fehlinformationen zu korrigieren:

    1.) 24 Bit haben weder etwas mit Datenkomprimierung noch etwas mit Tonhöhen zu tun, sondern mit der Dynamik einer Aufnahme. Dynamik heißt, der Unterschied zwischen laut und leise. 24bit-Aufnamen können hier einen größeren Lautstärke-Unterschied darstellen und leiserer Töne noch hörbar machen.

    2.) Apple bietet seit Jahren nur noch AAC-Dateien mit 256 kbit/s Datendurchsatz an, die 128 kbit/s-Dateien sind nicht mehr im Programm.

    Ansonsten wäre es schön, wenn die Autoren dieses Blogs bevor sie über ein Thema schreiben, sich entweder überlegen, ob sie überhaupt ausreichend kompetent dafür sind oder sich zumindest die Mühe machen vorher entsprechend zu recherchieren (andererseits ist das natürlich ganz in der Tradition von Robert Basic 🙂

    Viele Grüße von Zippo!

  • dass bessere quali angeboten wird, find ich gut, aber der preis ist echt überzogen. womit soll das denn gerechtfertigt werden? die sollten den konsumenten ein wenig mehr entgegenkommen. schließlich will die musikindustrie doch geld machen…

  • Tolle Sache! Habe mich schon öfter gefragt, wann jemand mit dieser Idee um die Ecke kommt! Die Rettung der Musikindustrie ist aber zu hoch gegriffen! Diese Rettung verhindert die Musikindustrie schon seit Jahren selbst!!

  • @ #14 Robert C Mendez:

    „Echt… Leute! Kapierts doch irgendwann mal…. ;-)“
    Denke ich mir aber grad auch!
    Kapierts doch mal, höhere Qualität kaufen heißt nicht, dass man das auch raushört. Es geht um das Besitzen auch in ferner Zukunft.

    Warum soll ich mir jetzt minderwertige Qualität kaufen, die ich nie in ein besseres komprimiertes Format als mp3 umwandeln könnte?
    Eine VHS (mp3) könnte man nie gewinnbringend in eine BluRay (mp16 xD ) konvertieren.
    Eine Filmrolle (Flac oder Wav) könnte man aber in eine BluRay oder was besseres (mp16 oder mp17 xD) konvertieren.

  • Was für ein Käse. Das Problem ist nicht die Audioqualität der Downloads. Das hat auf eine verschwindend kleine Menge von Musikhörern Einfluss.

    Die meisten Leute, die Musik illegal downloaden, tun es, weil sie ihnen nichts wert ist.

    Die Musikindustrie ist in ihren tiefsten Tiefen kaputt, korrupt und krank. Da helfen solche Sachen absolut nichts.
    Wenn man aufhört, den Leuten zu 80% Mist zu servieren, werden sie die Musik vielleicht auch als wertvoll genug ansehen, sie bezahlen zu wollen.

  • irgendwas muss sich entschieden in der musikbranche ändern. es kann doch nicht sein, dass ein track 2,20 kosten soll. kein wunder dass immer mehr illegal laden

  • Also, zur Information der Preis von 2,20 ergibt sich deswegen weil das Equipment für solch hohe Qualitäten so schweins teuer ist.

    Ich kann mir ein billig Mikrofon und Interface kaufen und in jedem Tonstudioprogramm in 24bit / 96kHz aufnehmen was aber voll die Verarschung wäre.

    Um diese Qualität wirklich rüberbringen zu können müssen erst mal Mikros, Wandler usw. im Wert von mehreren tausend Euros gekauft werden, dies zahlt aber keine Plattenfirma oder Industrie sondern der kleine Tontechniker der von der Hand in den Mund lebt weil in dem Business die krasseste Preisdrückerei herrscht.

    Ich finde den Preis gerechtfertigt gegenüber all den Musikern, Tontechnikern die von ca. 10% des Verkaufspreises Leben müssen.

    Man kann doch auch nicht erwarten das man für den Preis eines alten 2er VW Golf einen Bentley bekommt!!!

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