CeBIT Sounds: Langsamer Abschied vom Download

Jürgen Vielmeier

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Die Zukunft der Musik liegt online. Dazu haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder Themen aufgegriffen. Wir sind natürlich nicht die einzigen, die das interessiert. Deswegen hat die Musik auf der CeBIT ein eigenes Panel bekommen. Die Eröffnungsrede des ganzen hat man interessanterweise Hugh Campbell von der britischen Investmentbank GP Bullhound überlassen. Und wurde bei der Begrüßung noch rhetorisch gefragt, was Musik denn überhaupt mit Computern zu tun habe, sparte Campbell nicht mit Offenbarungseiden.

„Musik wird sich vom Downloadmodell wegbewegen“, sagte er. Dass CDs inzwischen von vorgestern sind, darin waren sich die geladenen Gäste aus der Downloadbranche in der anschließenden Gesprächsrunde – natürlich – nahezu einig. Erst kam die CD, dann der Download. Und inzwischen geht es wieder weg vom Download und ganz klar in Richtung Streaming.

„Die CD war ein unfassbar teures Medium“

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Einer der überraschend wenigen Zuschauer der Keynote richtete eine Frage an Campbell. Ihm gehöre ein kleines Plattenlabel. Wie Streamingdienste sicherstellen wollten, dass Künstler damit noch an ihr Geld kämen. Gar nicht, antwortet Campbell. Die CD sei ein maßlos überteuertes Produkt gewesen. Dass die Kunden das heute nicht mehr wollten, könne die Künstler nicht retten. „Egal ob legal oder illegal: Die Nutzer werden sich ihre Musik auf dem einfachsten Wege besorgen. Das ist kein Wunsch, das ist eine Tatsache.“ Streaming sei allerdings nicht für jeden. Doch gerade die junge Generation sei davon überzeugt und der Trend nicht mehr aufzuhalten.

Musik nicht zu besitzen, ist ungewohnt aber nicht unnatürlich

Deutlich wird auch in der anschließenden Diskussionsrunde: an der Vergangenheit festzuhalten, kann nicht die Zukunft sein. Und die Zukunft heißt immer seltener Download. Fast alle Beobachter und Unternehmen der Branche beobachten einen klaren Trend in Richtung Streaming. Es ist der einfachste Weg. Campbell dazu: „Bei der Musik geht es nicht mehr um Besitz, sondern um Zugang. Ich glaube, das ist das, was wir eigentlich wollen. Wir sind nur nicht daran gewöhnt, weil es in der Vergangenheit kein vergleichbares Modell gab.“

Weg von CDs und Download, hin zu Streaming? Wenn das der Weg ist, dann gehen wir ihn sehr langsam. Die junge Generation ist Streaming gegenüber aufgeschlossen. Aber werden CDs und Downloads deswegen verschwinden? Conrad Fritzsch von Tape.tv glaubt nicht daran: „Die Leute sind ungeduldig und wollen ihre Musik sofort hören. Streaming gibt ihnen die Möglichkeit auszuschließen, dass sie sich jemals wieder eine schlechte CD kaufen.“ Die Zukunft könnte also hybrid werden. Musik erst einmal online vorhören und später auf CD kaufen, wenn sie einem gefällt. Warum nicht? Fritzsch: „Als im KFZ-Bereich die ersten Leasing-Modelle eingeführt wurden und viele damit kein Auto mehr besaßen, blieb ein Riesenprotest ebenfalls aus. Gefiel er einem, konnte man den Wagen später kaufen.“

Kein schlechter Vergleich. Musik stirbt nicht aus, sie bewegt sich nur weiter, und das in einer Geschwindigkeit, bei der viele CD-Freunde (Anbieter wie Kunden) nur mit offenem Mund hinterherschauen können.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.