Oberfläche für das Blackberry Playbook nur eine billige Kopie von webOS? HP ist sauer

Jürgen Vielmeier

Die Kollegen von Laptopmag sind nicht die ersten, die bei der Oberfläche von RIMs Tablet Blackberry Playbook (rechts) einige Ähnlichkeiten zu HPs mobilem Betriebssystem webOS festgestellt haben. Aber sie waren die ersten, die von beiden Herstellern eine Stellungnahme dazu bekommen haben. Das Playbook öffnet Apps als Karten und lässt den Benutzer bei mehreren geöffneten Anwendungen wie durch einen Kartenstapel navigieren.

Ein sehr ähnliches Prinzip verwendet HP schon länger auf Smartphones mit webOS, das man vom Handheld-Pionier Palm übernommen hat. Vor gut zwei Jahren hatte Palm diese Technik zum ersten Mal vorgestellt. Als erstes kam sie im Smartphone Palm Pre zum Einsatz, das Ende 2009 erschien. HP setzt diese Technik in größerem Maßstab auch in seinem Tablet TouchPad ein, das voraussichtlich im April auf den Markt kommt.

Keiner Schuld bewusst

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Der Marktstart fiele damit ungefähr in die Zeit, in der auch RIM das Blackberry Playbook auf den Markt bringen will. Das Betriebssystem QNX für das 7-Zoll-Tablet mit der Karten-Navigation unterscheidet sich deutlich von dem auf Smartphones eingesetzten Blackberry OS. Es ist eine angepasste Version des Unix-Systems QNX, das hauptsächlich in Industrieanwendungen zum Einsatz kommt. Blackberry will damit den Anspruch wahren, eher Geschäftsleute als Privatanwender zu adressieren. Eine weitere Ähnlichkeit zwischen QNX und webOS: die App-Leiste im unteren Drittel des Touchscreens, auch wenn diese beim Blackberry etwas größer geraten und mit Zusatzoptionen ausgestattet ist.

HPs Produktmarketing-Direktor Jon Oakes kommentierte die Ähnlichkeiten dem Laptopmag gegenüber sarkastisch:

„Von dem, was wir bisher im Markt gesehen haben, gibt es einige frappierende Ähnlichkeiten. Es gibt einen schnellen Innovationszyklus auf dem Markt, ebenso wie es einen schnellen Imitationszyklus gibt (…), also werden wir weiterhin Neuerungen einführen und uns verbessern, und die anderen werden den Wert darin erkennen und uns im Abstand eines Jahres folgen.“

RIM-Manager Jeff McDowell ist sich keiner Schuld bewusst: Man habe eine Benutzerumgebung gefertigt, die die Kunden erfreuen würde, und nun sei man eben an einem Punkt gelandet, wo sich die Systeme ähneln. Der Rest sei Zufall:

„Wir hatten keine Absicht und im Vorfeld nicht die Vorstellung, dass unser Produkt am Ende so aussehen würde. Tatsächlich glaube ich, dass QNX das Design bereits in der Warteschlange hatte, noch bevor wir begonnen haben, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Das klingt etwas vage. Ähnlichkeiten vom Prinzip her sind offensichtlich, wenngleich sie sich auch optisch unterscheiden. HPs webOS-Design wirkt etwas verspielter und modischer designt. McDowell fügt noch hinzu, dass auch die Autos aller Hersteller sich heute sehr ähnlich sähen. Das sei eben simple Physik. Ob RIMs Oberfläche für das Blackberry Playbook eine billige Kopie ist, wage ich nicht zu beurteilen. Gemeinsamkeiten zwischen den Systemen gibt es aber immer. Die Möglichkeit auf Smartphones etwa, zwischen verschiedenen Bildschirmen hin und her zu wischen, sehe ich ohne große Unterschiede genauso bei iOS wie auch bei Android oder Symbian^3. Von Multitouch ganz zu schweigen. Niemand lässt sich gerne seine Ideen stehlen, aber gewinnt nicht bei gleich starken Gegnern am Ende sowieso der, der das bessere Produkt liefert? Also kein Grund zur Aufregung für HP.

(Jürgen Vielmeier, Bilder: HP, RIM)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.