"Mir ist langweilig": Milliardenkonzern Groupon hat gelernt, wie seine Nutzer ticken

Jürgen Vielmeier

So geht’s. Der Gutscheinriese Groupon hat offenbar erkannt, was seine Mitglieder wollen, und verpasst seinem Dienst zwei neue Buttons: „Ich habe Hunger“ und „Mir ist langweilig“. Klickt man darauf, soll man sofort Angebote bekommen, die diese untragbaren Zustände schnellstmöglich ändern. Der neue Dienst nennt sich „Groupon Now“ und soll ab April verfügbar sein. Das ging in der Meldung um den geplanten Börsengang des Unternehmens beinahe unter. Groupon hofft dabei auf eine Bewertung in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz soll für 2010 rund 760 Millionen Dollar betragen haben.

Klickt man also auf „Mir ist langweilig“ (im Original: I’m bored), lokalisiert die App die aktuelle Position, durchsucht passende Angebote und schlägt dem Anwender etwas vor. Die App soll für iPhone, Blackberry, Android und als Web App zur Verfügung stehen. Klingt simpel. Und genau das ist offenbar die Idee des Unternehmens, das über den zugekauften Anbieter CityDeal auch in Deutschland aktiv ist. Angebote, die man wahr nimmt, muss man bei dem anbieterfreundlichen Dienst im Voraus bezahlen. Groupon streicht davon bis zu 50 Prozent ein. Ist das jetzt sonderlich kreativ? Muss es nicht sein, solange die Anwender auf ihre Kosten kommen.

Schlacht um die Schnäppchenjäger?

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Groupon informiert auch vorab über Rabattaktionen, kann also bedenkenlos das digitale Pendant der Werbezettelchen genannt werden, die täglich in den Briefkasten flattern. Facebook beäugt die Erfolge des neuen Konkurrenten seit längerem mit Argwohn und will bald einen ähnlichen Service ins Rennen schicken, der Groupon bei der Vorabinformation von Deals die Trophäe abspenstig machen soll. Mit „Deals“ bietet Facebook Angebote bei Shopping-Partnern seit Januar in Deutschland und seit vergangenem Sommer in den USA an.

Offenbar boomt der Markt. Die Menschen lieben Schnäppchen und Rabattaktionen. Ich persönlich kenne niemanden, der Groupon nutzt. Ihr? Bei der Anmeldung lädt der Gutscheindienst zunächst dazu ein, alle Freunde einzuladen, wozu ich aus Gründen abraten muss. Einmal registriert, scheint es mir, als gäbe es für meine Stadt (Bonn) hauptsächlich Deals, die zwar billig klingen, ich aber nicht wirklich brauche. Obwohl Luxus-Kosmetik mit Hautanalyse, Peeling, Vapozone-Dampfbad und Gesichts-Hals-Dekolleté-Massage für 14,90 Euro statt 49 Euro wirklich interessant klingen…

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.