Google kooperiert mit Mastercard und Citibank: Durchbruch für NFC mit fahlem Beigeschmack

Jürgen Vielmeier


Google hat einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge eine Kooperation mit dem Kreditkartenunternehmen MasterCard und der Bank Citigroup geschlossen, um kontaktloses Bezahlen mit Near Field Communication (NFC) voran zu bringen. VeriFone, ein Anbieter für Kassenterminals, soll Projektpartner sein. Es könnte den Durchbruch für die Technik bedeuten, die Bezahlvorgänge erheblich beschleunigen und dafür sorgen soll, dass wir in Zukunft vielleicht keine Geldbörse mehr brauchen.

Es ist das erste Mal, dass zwei weltumspannende Unternehmen der Finanzbranche beim Thema NFC eine Partnerschaft mit einem der großen Technikplayer schließen. Bisher waren Smartphone-Hersteller wie Samsung, LG und Nokia auf eigene Faust vorgegangen und hatten NFC-Tags in einige ihrer Handys eingebaut – ohne dass überhaupt klar war, ob und wie sich NFC durchsetzen würde.

Beim Bezahlen wird ein NFC-fähiges Handy oder Tablet an der Kasse über ein Lesegerät gehalten. Den Kauf bestätigt man über eine Anwendung auf dem Handy. Der Vorgang soll schneller gehen als das gewohnte Zahlen mit EC-Karte, Kreditkarte oder bar. Dazu muss ein NFC-Tag im Gerät integriert sein oder außen angebracht werden. Auf diesem stecknadelgroßen Transponder werden Kunden- und Kreditkartendaten gespeichert. Von NFC wird erwartet, dass es sich erst dann durchsetzt, wenn größere Hardwareanbieter die Technik in Smartphones integrieren. Blackberry hat Geräte mit NFC angekündigt, Apple sich noch nicht dazu geäußert. Die beiden Samsung-Geräte Galaxy S II und Google Nexus S sind derzeit die einzigen NFC-fähigen Geräte mit Googles mobilem Betriebssystem Android auf dem Markt. Hier kann Google eigene NFC-Anwendungen anbieten und die Technik weiter fördern.

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Erst kürzlich wurde bekannt, dass Google tausende Händler in New York und San Francisco mit NFC-Lesegeräten ausstatten will. Der Webriese bringt sich damit als Vorreiter der noch nicht standardisierten Technik in Stellung. Dass ein großer Anbieter die Führung übernimmt, wird von Technikexperten als notwendige Voraussetzung für den Durchbruch der Technik angesehen.

Google will wissen, was wir wann wo kaufen

Google hat freilich auch etwas davon. Zwar will das Unternehmen keine Gebühr für Transaktionen verlangen – das fehlte noch! – aber Kunden müssen bei Google ihre Kreditkartendaten hinterlassen. Google bekommt damit eine wunderschöne Übersicht darüber, was wir wo kaufen, und kann uns dazu noch genauer personalisierte Werbung anbieten. Technisch gesehen ist da in Zukunft noch einiges mehr möglich. Google könnte etwa Apps anbieten, die uns bei der Finanzplanung helfen oder uns davor warnen, zu viel Geld auszugeben. Händler wiederum könnten uns, ähnlich wie bei Eincheckdiensten, für häufige Einkäufe belohnen. Nicht umsonst überlegt auch Foursquare, NFC in die nächste Version seiner App einzubauen.

Die technischen Möglichkeiten sind enorm. Services rund um NFC haben die Möglichkeit zu verändern, wie wir heute mit Geld umgehen. Es bietet Möglichkeiten für ganz neue Arten von Apps und natürlich vereinfacht es auch Verkäufern die Arbeit. Und doch bleibt ein fader Beigeschmack. Es ist ja harmlos, wenn man dank einer Google-Empfehlung beim Bäcker ein Stangenbrot geschenkt bekommt, weil man fünfmal in Folge drei Brötchen gekauft hat. Aber muss Google auch wissen, ob jemand gerne G-String-Tangas oder Lederunterwäsche trägt, sich Hämorrhoidencreme und Inkontinenzwindeln kauft? Ich denke nein. Es sollte die Möglichkeit geben, der Speicherung solcher Daten zu widersprechen. Und zwar von Anfang an, damit die eigentlich sehr praktische Technik NFC nicht in Verruf gerät. Im Januar hatte ich das Szenario entworfen, was eigentlich wäre, wenn Google selbst als Bank fungieren würde. Dem ist man heute einen Schritt näher gekommen. Wir sollten die Technik nicht verteufeln, aber ein Auge darauf haben, zu welchen Bedingungen Konzerne sie uns anbieten wollen.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.