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Live vom Cologne Web Content Forum: Der Elevator Pitch. (Update: Der Sieger)

CWCFNach einem Jahr Pause bin ich mal wieder auf dem Kölner Webcontentforum (#CWCF) gelandet. Hier herrscht eigentlich immer eine gemütliche Atmosphäre. Und in der stellen gleich acht aufstrebende Unternehmen des Webs ihre Startup-Idee in einem Elevator Pitch vor. Ich bin Blogger, also darf ich direkt kommentieren, was ich von den Ideen halte. Was ein Elevator Pitch ist, wisst ihr: Die Webgründer haben jeweils nur 60 Sekunden Zeit, ihre Idee anwesenden Investoren zu präsentieren.

Update: Und der Sieger ist #3: Fav Sol (Favourite Solutions) für ihr Facebook-Shopsystem.

Elevator Pitches entstammen der Idee, wenn ein Webgründer einen potenziellen Investor zufällig im Fahrstuhl trifft und nur die Dauer der gemeinsamen Fahrt Zeit hat, ihn von seiner Idee zu überzeugen. Der Gewinner erhält heute Abend den Eco Content Star für das innovativste Content-Startup. Wir bloggen hier für euch live. Schaut alle paar Minuten mal wieder rein!

Schneller als ich es übrigens könnte, twittern die Kollegen vom eco hier zusätzlich live von der Veranstaltung.

  1. Content.de AG: Die Online-Agentur bietet einen Marktplatz für suchmaschinenoptimierte, personalisierte Texte und Bilder. Dazu stellt das Unternehmen für Contentlieferanten und Kunden eine Plattform zur Verfügung. Klingt für mich leider ein wenig nach einer Contentfarm, was die größte Herausforderung für das Unternehmen sein dürfte, seit Suchmaschinen sie abstrafen.
  2. Das Eventblog macht das, was wir gerade machen und bloggt live von Veranstaltungen. Auf eine Frage der Jury antwortet der Eventblogger, dass man davon alleine nicht leben kann. Ob das die Jury überzeugt? Sie sieht skeptisch aus. (13:25 Uhr)
  3. Favourite Solutions: Shopsysteme für Facebook, um Online-Händlern die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte dort zu verkaufen. (Update: Die Jury kürte die Idee zum Sieger!) Nachdem sich das Web in Richtung Facebook bewegt, klingt das durchaus nach einer Idee mit Zukunft. Leider, denn Facebook als Marktplatz klingt nicht unbegrenzt erstrebenswert. (13:29 Uhr)
  4. FreeJeeNee erfüllt Wünsche. Menschen können ihre Wünsche formulieren und Freunde geben ihnen das Geld dafür. Reiht sich in die zahlreichen Crowdfunding-Dienste wie Kickstarter ein, orientiert sich aber hauptsächlich an Geschenke. Ist leider noch nicht live, sieht aber interessant und irgendwie hübsch designt aus. Laut Gründer Matthias Vogel geht es nicht nur ums Geld, sondern auch immaterielle Wünsche. (13:38 Uhr)
  5. Frents: Social Library, eine Möglichkeit für Sammler, Dinge über das Netz auszutauschen. Eine Karte unterstützt das Projekt. Hier geht es vor allem um den Austausch in der Nachbarschaft und die Möglichkeit, andere Menschen darüber kennenzulernen. Gefällt mir auf den ersten Blick gut. (13:42 Uhr)
  6. Jusmeum: Suchmaschine für deutsche Gerichtsentscheidungen. Darüber hinaus ein Marktplatz für juristische Apps wie – nun ja – Facebook. (13:49 Uhr)
  7. Poiin: Serviceplattform zur Erstellung einer eigenen Bewertungsplattform für alles Mögliche vom Fahrradladen bis zur Kölschkneipe. Erinnert mich an Mixxt. Geld verdienen will Poiin mit einer Art Freemium-Modell. Sieht gut aus, bin trotzdem skeptisch. Jury-Mitglied Ibo Evsan erinnert sich an den Gründer, der vor einem Jahr schon einmal dort stand und eine Toilettensuche vorgestellt hatte. Poiin hält er nun eher dafür geeignet, um Geld zu verdienen. (13:57 Uhr)
  8. Seeding Films: Eine One-Man-Show, die irgendwie nicht so ganz da rein passt. Bietet Online-Marketing und suchmaschinenoptimierte Filme. Eine Software sucht aus einem Film die wichtigsten Textstellen heraus und stellt sie in Social-Media-Portale online. Der Gründer spricht von Umsatzsteigerungen. Kaum einer versteht, worum es eigentlich genau geht – die Jury auch nicht. (14:05 Uhr)

Die Jury zieht sich zur Beratung zurück. Die spannendsten Ideen waren für mich Frents, FreeJeeNee und Poiin. Interessantester Gründer war für mich der Poiin-Macher Christoph Beckmann. Geht es ums Geld, haben wohl Jusmeum, Favourite Solutions und die Content.ag die besten Chancen. Update: Es ging ums Geld. Favourite Solutions ist der Sieger.

(Jürgen Vielmeier)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

8 Kommentare

  • finde die letzte Idee zielich Cool, könnte mir vorstellen, dass google sowas aufkaufen würde für youtube um die videos nach suchmaschinen wichtigen sachen untersuchen zu können.
    Oder man könnte endlich das problem mit dem suchmaschinenunfreundlichen Flash videos lösen…
    Bin mir aber sicher das er das nicht gewinnen wird, leider.
    Aber coole Idee Respekt!

  • Hallo,

    eine kleine Richtigstellung: content.de ist keine Contentfarm. Wir stellen weder eigenen Content ins Netz noch beauftragen wir selber Content um diesen dann Paketweise an „Contentfarmer“ zu verkaufen. Der an andere Stelle auch schon gehörte Vergleich mit Demand Media & Co. passt demnach nicht, da unser Geschäftsmodell grundlegend anders funktioniert.

    Bei uns ordern Kunden gezielt Texte, die für sie individuell nach Vorgaben (Umfang, Keywords inkl. Keyworddichte, etc.) geschrieben werden. Durch entsprechende Checks stellen wir sicher, dass die Texte auch unique sind und Kunden bei uns Unique Content kaufen.

    Wir leben ganz klassisch von der Differnz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis.

  • Also wieder Facebook News….im Westen nichts neues sozusagen.

    Die Idee klingt gut, aber wenn zunehmend mehr durch Facebook angeboten wird befinden die sich auf dem besten Weg zum allumspannenden Monopolisten! Nein Danke bei die Ihrem Datenklau…

  • @Arne-Christian: Sorry, einen besonders großen Unterschied sehe ich da nicht, außer dass ihr die Texte ähnlicher Machart nur verkauft, aber nicht online stellt. Sehe ich das falsch? Wenn ja, klär mich auf! 🙂

    @teena: Tja. Tjaja.

  • @Jürgen Vielmeier: Ja, aus zweierlei Gründen machen wir etwas grundsätzlich anderes:

    – das Geschäftsmodell von DM & Co. ist simpel gesagt: „Aktuelle Themen aufspüren, daraus Fragen und Antworttexte zu generieren (lassen), diese dann auf eine Content-Farm stellen und hoffen, damit Werbeeinnahmen zu erzielen. Wir suchen nicht nach Themen, die kommen von den Kunden. Wir verdienen am Verkauf und nicht an möglichen Werbeeinnahmen.

    – der überwiegende Teil unserer Kunden sind KEINE Content-Farmen (da gibt es zwar auch den ein oder anderen, aber das ist nur ein einstelliger Prozentbereich). Primär werden bei uns Sachen wie Artikelbeschreibungen, E-Books, „Grundbetextungen von Webseiten“, Übersetzungen, Glossare, Blogbeiträge, Landingpagetexte etc. beauftragt. Letztere dienen sicherlich dazu, SEO-Traffic auf die Seiten der Auftraggeber zu ziehen. Dies aber um Sales udn Leads zum eigenen Angebot zu generieren, nicht um von Adwords-Anzeigen oder anderen Affiliate Modellen zu leben.

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