Verwirrung um vermeintlichen Stopp von Google-Streetview-Fahrten in Deutschland

Jürgen Vielmeier

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Schluss mit weiteren Kamerafahrten in Deutschland? Mitnichten. Matt McGee vom Blog Search Engine Land schrieb gestern, Google wolle keine weiteren Bilder in Deutschland für die Maps-Erweiterung Street View aufnehmen. Weitere Fahrten seien nur noch angestrebt, um Funktionen und Material von Google Maps zu verbessern. Die Entscheidung sei gefallen, weil Google einen schweren Stand mit Datenschützern in Deutschland hatte, vermutete McGee.

Kamerafahrten für Google Maps ohne weitere Veröffentlichungen für Streetview wären allerdings nichts Neues. Das hatte Google selbst bereits im Januar angekündigt. Google schrieb damals dazu:

Es sind dieselben Autos, die wir auch für Street View genutzt haben – wir haben aber derzeit keine Pläne, die aufgenommenen Bilder in Street View darzustellen.

Bei den neuen Fahrten gehe es lediglich darum, die Funktionen für Maps und den integrierten Routenplaner zu verbessern. Damit solle Google dann dem Nutzer etwa mitteilen können, dass sich das gesuchte Hotel in 100 Metern auf der linken Seite befinde. Die Antwort von Google wirft aber gleich mehrere Fragen auf.

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Warum will man denn Fotos mit Streetview-Wagen aufnehmen und sie nicht veröffentlichen? Den Ärger mit erbosten Nutzern, die die Streetview-Wagen mit Fackeln und Mistgabeln jagen, hätte man doch trotzdem. Betonung dürfte also auf „derzeit“ legen. Im Moment will man die Bilder nicht veröffentlichen, aber dass das niemals passieren soll, kann ich mir aufgrund des ganzen Aufwands, den Google damit betreibt, kaum vorstellen. Google hat die Wagen bereits Mitte März losgeschickt und will sie bis Ende Mai in Deutschland fahren lassen. Laut dem aktuellen Fahrplan übrigens nahezu überall. Weil auch Microsoft Wagen für den Dienst Bing Maps Streetside auf den Weg schickt, ist derzeit viel los auf Deutschlands Straßen.

Google verrät natürlich nicht, wann und ob die Bilder veröffentlicht werden. Bislang gibt es auch noch keinen genauen Termin für einen Start von Streetview abseits der bislang dargestellten 20 größten deutschen Städte. Von daher: Freut euch, Streetview-Fans, der Dienst wird schon noch bundesweit kommen – mit den üblichen verpixelten Häusern in vielen Straßen.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.