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Damit es ein- für allemal klar ist: So hängt ihr die Rolle Toilettenpapier richtig auf

Auf der Welt passiert im Augenblick bekanntlich nichts Wichtiges. Es gibt keine arabische Revolution, keinen Bürgerkrieg in Libyen, keine Unruhen in Syrien, kein Flüchtlingsproblem in Europa, keinen griechischen Staat, der kurz vor der Pleite steht, keine steigenden Lebensmittelpreise. Was es aber zum Glück gibt, ist eine Debatte darüber, wie man eine Rolle Toilettenpapier richtig herum aufhängt. Und so geistert seit einigen Tagen eine hübsche Infografik durch das Netz (und ich könnte schwören, vor ein paar Monaten schonmal eine gesehen zu haben). Ziel der Initiatoren ist Aufklärung: Es hat mehr Vorteile, wenn sich das Papier von oben abrollen lässt.

Das lässt sich laut der Grafik sogar statistisch belegen: Es ist rein phyikalisch einfacher, weil der kürzere Weg, das Toilettenpapier oben beziehungsweise vorne zu greifen. Durch den schnelleren Zugriff spart der Nutzer Zeit. Dass zusätzlich 20 Prozent der Toilettenbesucher sich über falsch aufgehängte Rollen ärgern und ebenso viele eine – ihrer Meinung nach – falsch aufgehängte Rolle schon einmal umgedreht haben, kostet weitere Zeit. Erschwerend hinzu kommt, dass der durchschnittliche US-Amerikaner im Jahr 30 Minuten lang nach dem Ende einer Toilettenrolle sucht. Und die Zeit ist deutlich höher, wenn das Papier nach hinten (unten) heraus hängt und damit schlechter zu sehen ist.

Diejenigen unter euch, die schon einmal Toilettenpapier benutzt haben, werden also nachvollziehen können, dass eine schlecht aufgehängte Rolle zu Lasten der Produktivität geht. Der US-Wirtschaft gehen dadurch jährlich hochgerechnet 300 Millionen US-Dollar verloren. Das wird sich hierzulande in entsprechend geringeren, aber immer noch zu hohen Dimensionen bewegen. Was laut den Initiatoren also her sollte, ist ein Konsens. Ihr seid jetzt zumindest aufgeklärt: So geht es richtig:

(Jürgen Vielmeier)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

46 Kommentare

  • Hrhr! Das rettet meinen Tag!

    Ich rege mich schon seit Jahren über dieses Thema auf und verstehe nicht, warum das so wenige Leute kapieren. Ich hänge die Rollen sogar um, wenn ich solch Frevel entdecke 😉

    Die Infografik ist dazu natürlich der Knaller! Soweit ging meine aufklärerische Energie dann doch nicht.

  • Und ich hatte schon Angst, ich sei der einzige Umhänger. Ich gehöre aber auch zu den 20% die sich darüber aufregen – wie kann man das nur falsch machen?!

  • Jürgen gibs zu, diese Meldung dient nur als Einstimmung auf eine gleich folgende Meldung zur Hochzeit des Jahres, oder? So quasi als „die hier ist noch unrelevanter“.

    Spaß beiseite. Das Thema ist zwar wirklich weit hergeholt. Ich möchte aber nicht wissen, wieviel Papier sich am Ende einsparen lässt, wenn mal jemand eine Infografik nicht zum richtigen Aufhängen, sondern zur statistisch hinreichenden Abroll-Länge erstellt. 😉

  • Herrlicher Beitrag!

    Endlich, endlich weiß ich´s, dass ich diese lebensnotwendige ROLLE immer falsch herum anbringe! Also, vielen DANK für diese wichtige Information und Aufklärung!
    Allerdings glaube ich´s kaum, dass ich meine Gewohnheit(en) nun deswegen ändern werde…

    LG, heinka

  • auf öffentlichen toiletten gebe ich nur trinkgeld an die reinungskraft, wenn die papierrollen richtig hängen. immerhin arbeiten da fachkräfte die es eigentlich wissen sollten. 😉

  • Tja, so läuft das heute. Man beschäftigt sich lieber mit unwichtigem „Dünnpfiff“ und diskutiert über Klorollenaufhängungen, anstatt sich über wirkliche Themen wie oben beschrieben ernsthafte Gedanken zu machen.
    Wen interessiert schon Libyen, ist ja weit weg oder der Euro, Hauptsache man hat ein paar davon in der Tasche. 🙂

    Grüße
    Nicole, „Von-oben-Abrollerin“

  • Ich rege mich auch immer total auf wenn das falsch hängt. Wie sympatisch daß ich nicht der Einzige bin 🙂 Tolle Grafik übrigens.

  • super diese infografik. einfach genial!

    aber jürgen, du hast vergessen zu erwähnen, dass es auch aus fukushima nichts zu berichten gibt. 🙂

    zu den skeptikern dieser immens wichtigen diskussion sei aber noch folgendes gesagt:

    welches thema betrifft wohl mehr menschen?
    die kriese in libyen (einwohnerzahl libyen: ca. 6,5 mio)
    oder die richtige handhabung von toilettenpapier (geschätzte anzahl an aktiven nutzern: >3 mrd)

    davon abgesehen muss man natürlich auch einfach zugeben, dass nach der dreiundzwanzigsten beinahekernschmelze in fukushima und dem zwölften (quasi) staats bailout in europa die sensationsgeilheit der öffentlichkeit schlichtweg ausreichend befriedigt ist, und kein interesse mehr für die alltäglichen schreckensmeldungen aus japan, nordafrika oder dem nahen osten besteht.

    das ist vergleichbar mit einem hollywood-actionblockbuster mit überlänge. am anfang herrscht begeisterung, aber wenn die anzahl an zerstörten autos/gebäuden/städten/etc ins dreistellige geht, dann ist das einfach nur noch ätzend.

  • Schön. Geht doch nichts über ein einfaches Weltbild Ihr Nichtschecker. Aber die Welt ist nicht so. Viele TP-halter haben aber ein Dach das von oben auf das Papier drückt: http://badlux.de/images/gross/1258734879_1.jpg

    Und deswegen ist es eben nicht easier to tear off desired number of tiles, sondern es reisst nach dem ersten Blatt ab und das ist nun mal nicht die scheiß desired number of tiles verdammtnochmal. Und deswegen ist UNTER die einzige universale richtige Anbringungsmethode für TP.

  • Ich finde, man sollte schon gefaltenes Toilettenpapier kaufen können.
    Das ganze Rollen, abreißen, selber falten etc. ist extrem nervig…

    Achja, sowas gibt es ja schon… Taschentücher. :)))
    Aber man sollte eine etwas bessere Variante machen, eben für das gemacht wofür man sie benötigt.
    Könnt ihr euch ruhig patentieren lassen, wenn ich 10% bekomme. :)))

  • Ha, „this made my Day“ !!

    Danke für diesen ausführlichen Bericht.
    Es müssen ja nicht immer ernste Probleme sein, über die man spricht.

    ~me

  • Schaut Ihr auch die Aufbahrung ?…

    Es ist in aller Munde und jeder will es sehen. Nun gibt es im deutschen ja ein Word dafür wenn so was dolles passiert und nicht jeder dabei sein kann. • Public Viewing Ist mal wieder eine Verdeutschung aus dem Englischen. Wie leider so viele…

  • @Ungerührt (#20): Aaah! Das ist die, die ich oben meinte und in den Klammern kurz erwähnte. Ich wusste doch, da gab es schon mal sowas. 😉

  • Viel unproduktiver als falsch-rumme Toilettenpapierrollen sind falsch herum eingelegte Papierhandtücher.
    Ich plädiere hier für eine Bildungsinitiative für Reinigungspersonal.
    Nicht nur, dass man beim Herausziehen nur Papierfetzen abkratzen kann, man bekommt auch, wenn überhaupt, nur mehrere Handtücher auf einmal herausgezogen.
    Welch Schaden hiervon ausgeht möchte ich gar nicht wissen.

    Aber ein Konsens zum Klopapier würde vielleicht als Grundlage für Papierhandtücher dienen können.

    Meine Güte: Geht es uns gut!

  • Zu diesem Streit habe ich vor Jahren mal einen Artikel gelesen … er hat effektiv schon dazu geführt, dass Ehen geschieden wurden.
    Ein amerikanischer Pfarrer hat, weil er diesen Streit amüsamt fand, auf einer Kinderfreizeit dieses Thema als Beispiel nehmen wollen, wie man sich leicht missverstehen kann und wollte es für den Startabend als Aufhänger benutzen. Das Ergebnis war verheerend: Die Kinder zerstritten sich bereits am ersten Abend vollends und bildeten regelrecht Lager, die sich bis zum Ende der Freizeit nicht befrieden ließen.

  • […] Also damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie richtig beschäftigt, aber wenn ich so darüber nachdenke ist diese Frage und die damit verbundene Entscheidung für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Aufhänge- und später auch Abwicklungsvorgangs vielleicht gar nicht so witzig und unwichtig, wie sie auf den ersten Eindruck erscheinen mag. Respekt an die Leute, die sich damit beschäftigen und sich trauen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen… Hier geht’s zum Artikel: >klick< […]

  • […] Auch die IAAF hat die Zeichen der Zeit erkannt und widmet sich der Genderfrage. Oder einer Genderfrage. Wann ist eine Frau, Frau genug, um sich im Wettstreit mit anderen Frauen messen zu dürfen. Die Antwort lautet: It’s the hormons, stupid. Außerdem können viele Ressourcen gespart werden, wenn wir alles das Toilettenpapier richtig herum aufhängen. […]

  • wir hatten gestern bei Utes Geburtstagsfeier eine intensive Diskussion zum Thema, die neue geschlechtsspezifische Dimensionen eröffnet hat. Frauen haben zu dieser Frage kein Problembewußtsein und hängen die Rolle auf, wie sie wollen. Dabei hat Daniel völlig recht, die Rolle umzuhängen, wenn sie von unten abzurollen ist. Ich rege an, eine Initiative zu gründen, die diesem Thema die gebotene Aufmerksamkeit sicherstellt …..

  • Ich empfinde dieses Thema auch nicht irgendwie überflüssig oder als eine Zeitverschwendung, weil es oft ein Reizthema in Partnerschaften ist, wie rum richtig bzw. falsch ist.
    Ich denke nach vorn ist immer richtig und nach hinten ist weniger richtig, weil mir dies abhängig vom Benutzer erscheint. Wer mit einem Ruck mit einer Hand abreisst, für den kommt nur nach vorn aufgehängt in Frage und wer mit zwei Händen (eine ziehend, die andere stoppend) abreisst, für den ist es egal. Man kann das Papier nämlich nur dann mit einem Ruck mit einer Hand abreissen, wenn es kurz und etwas straff ist, dies hat einen physikalischen Hintergrund, auf den ich hier nicht extra eingehe.
    Weil m.E. meistens Männer die Einhandvariante aus Bequemlichkeit und eventuell auch anderen Gründen wählen, ist für sie entscheident, dass nach vorn aufgehängt ist. Da vermutlich wohl meistens Frauen mit zwei Händen abreissen, spielt es für sie dann kaum eine Rolle, wie rum besagte Rolle aufgehängt ist. Leider können sie es dann auch nicht richtig nachvollziehen, wieso sich Männer mitunter beschweren, dass die Rolle falsch herum hängt, bzw. die sogar die Rollen umhängen, weil, wer wechselt schon gerne von der einfachen Einhandbedienung auf die aufwändigere Zweihandbedienung?
    So, hoffentlich ist es auch ein wenig hilfreich, unnötigen Streit in Zukunft zu vermeiden und Ihr könnt ja mal testen, wie viele Hände Ihr am Anfang ans Papier lasst!

    Fragt jemand eine Bekannte, als was sie arbeitet, sagt die, ich bin Rollenverteiler am Theater. Auf die Frage hin, ob es abwechslungsreich sei, antwortet die, nee in jede Box immer nur eine!

  • Das sind die kleinen Dinge mit einer sehr großen Wirkung… Übrigens geht bei mir auch immer viel Zeit drauf, wenn die Rolle bei Klopapierspendern (wie sie in großen Unternehmen etc. eingesetzt werden) fast leer ist. Dann reißt das Klopapier irgendwie sehr schnell ab. Dieses Phänomen scheint sogar physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu folgen.

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