Duden öffne dich: Neues Online-Wörterbuch auf dem Weg zum Mekka für Sprachliebhaber

Jürgen Vielmeier

Der Duden ist online jetzt komplett kostenlos zugänglich. Wörter und ganze Texte lassen sich dort korrigieren. Kann das Tool mehr als die Firefox-Rechtschreibprüfung? Jar, kan ess. Das Dictionary-Plugin spürt nur Rechtschreibfehler auf, das Duden-Tool findet zusätzlich noch Grammatikfehler. Für einzelne Wörter stellt der Duden nicht nur die korrekte Schreibweise zur Verfügung, sondern auch Herkunft, Bedeutung, Gebrauch und Grammatik. Der Duden bietet Bild- und Audiobeispiele und zeigt typische Wortverbindungen in computergenerierten – und furchtbar hässlichen – Wortwolken (Tagclouds) an.

Die neue Suche schlägt die bisherige in der Weise, dass sich nun endlich vernünftig damit arbeiten lässt. Bestand bislang Unsicherheit über ein Wort, konnte man bei Leo nachschlagen, bei Google oder bei Wiktionary. Die bisherige Duden-Suche im Freemium-Format war zumindest für mich so unattraktiv, dass ich sie allenfalls in Notfällen einmal benutzt habe. Für die englische Sprache gibt es Online-Wörterbücher, wie das einst angenehme aber inzwischen mit Werbung durchsetzte Dictionary.com, seit Jahren. Das neue Duden Online ist bislang werbefrei. Der Verlag will seine Printausgaben aber nicht ganz aufgeben, wie das englische Pendant, das kostenpflichtige und nur noch online verfügbare „Oxford English Dictionary„.

Spät, aber nicht zu spät

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Die Öffnung des Duden kommt spät, aber nicht zu spät. Denn ein seriöses Online-Nachschlagewerk für die deutsche Sprache fehlte bislang. Der neue Online-Duden hat das Potenzial, Deutsch-Muttersprachler und Deutschlernende in Scharen anzulocken. Wie sich das Projekt finanzieren soll, verrät der Duden bislang nicht. Ich gehe davon aus, dass irgendwann Werbung kommen wird. In der Seitenspalte jedes Worteintrags finden sich bislang Links zum Duden-Shop. Der Verlag hofft derzeit wahrscheinlich noch darauf, die neue Online-Suche mit Print-Verkäufen querfinanzieren zu können. Fraglich, ob das gelingen wird. Ich sehe nun zumindest keinen Grund mehr, den gedruckten Duden noch in die Hand zu nehmen.

Und der Praxistest? Seht selbst. Absichtlich eingebaute Fehler erkennt der Duden und hält sie für einen Grammatikfehler. Bei den Zusammensetzungen aus deutschen und fremdsprachlichen Begriffen bittet er, den fremdsprachlichen Begriff zu überprüfen. „Tagclouds“ übernimmt er klag- und kommentarlos. Ganze Texte werde ich dort künftig sicher nicht durchjagen, aber einzelne Wörter dort immer mal wieder nachschlagen.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.