Netflix plant europäischen Ableger, aber erwartet nicht zu viel davon!

Jürgen Vielmeier

Netflix

Oh Freude: Die Hinweise verdichten sich, dass der US-amerikanische Videoservice Netflix in der zweiten Jahreshälfte nach Europa kommen könnte. Ja, auch nach Deutschland. Nachdem Engadget-Redakteuren bereits Ende März Stellenanzeigen aufgefallen waren, in denen Netflix nach Mitarbeitern verschiedener Sprachen suchte, hat der Business Insider nun weitere ausgemacht. Gesucht werden unter anderem ein Global Manager, mehrsprachiges Schulungspersonal und Mitarbeiter verschiedener Qualifikation mit fließenden Sprachkenntnissen in: Niederländisch, Französisch, Deutsch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch.

Netflix sucht also Personal für den Start in einigen Ländern Europas, Asiens und Lateinamerikas. Das Unternehmen bietet in Nordamerika die Möglichkeit, unbegrenzt viele Filme und Serien über das Internet zu streamen oder sich DVDs oder Blu-rays per Post schicken zu lassen. Netflix verbraucht damit inzwischen den meisten Internettraffic in Nordamerika und hat illegale Angebote überholt. Einige Filme gibt es allerdings nur per Scheibe, nicht per Internetstream. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Denn die Möglichkeit gibt es in Deutschland längst über Dienste wie Lovefilm. Und die Chance ist groß, dass eine deutsche Netflix-Version anfangs eben nur das anbietet.

Und das Problem ist nicht, dass die Zeit dafür noch nicht reif wäre. Aber ein Streaming über das Netz für einen Pauschalpreis hierzulande müsste an einer Vielzahl an Rechte-Inhabern vorbei. Das ist nah dran an einer Sisiphus-Aufgabe, die man nicht mal eben schnell in den paar Monaten erledigt, die Netflix sich für den europäischen Marktstart Zeit gegeben hat. Auch Matt Rosoff vom Business Insider spekuliert, dass ein europäisches Netflix in erster Linie mit Lovefilm konkurrieren würde. Also per DVD und Blu-ray, so wie auch Netflix einst in den USA angefangen hatte.

Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen, dass Netflix hierzulande, anders als in der Heimat, Streams einzeln abrechnet. Dass wir das begehrte Pauschalmodell hierzulande schnell sehen werden, wage ich aber zu bezweifeln. Sei’s drum. Wenn Netflix in Deutschland startet, wäre das zumindest ein Zeichen dafür, dass es mit einer Filmflatrate übers Netz nicht mehr ewig dauern wird.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.