Von .google bis .microsoft: Zu viele neue Domainendungen werden kommen

Jürgen Vielmeier

Icann haz new Top-Level-Domains please? Die Internetregulierung ICANN hat heute in Singapur den Weg für fast beliebige Domainendungen (Top-Level-Domains, TLD) frei gemacht. Webadressen können damit künftig auch auf Wortmarken wie .ford und .bionade oder allgemeine Begriffe wie .coffee und .bier enden. Klitzekleine Voraussetzung: Ein Interessent muss alleine für das Prüfverfahren umgerechnet rund 130.000 Euro (185.000 US-Dollar) zahlen. Und der künftige Halter einer neuen TLD muss sie als Registry betreiben, also nach Vorbild etwa der Denic, und nachweisen, dass er dazu organisatorisch in der Lage ist.

Möglich sind auch TLDs in Landessprache; akzeptiert werden allerdings nur Anträge von öffentlichen oder privaten Organisationen. Privatleute sind außen vor. Die erste Registrierungsrunde findet zwischen dem 12. Januar und dem 12. April kommenden Jahres statt. Bis zu 400 neue TLDs sollen in der ersten Runde aufgenommen werden. Später können weitere hinzukommen. Die Icann hat also viel dafür getan, dass die Hürden für Spaß-TLDs hoch bleiben. Das ist gut so, dürfte aber auch dafür sorgen, dass wir von den meisten der neuen TLDs nicht viel mitbekommen werden. Zweifelhaft bleibt das ganze Verfahren trotzdem.

Adé Übersichtlichkeit

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Ich gehe davon aus, dass einige Großunternehmen wie Apple, Google oder Microsoft sich eine Domain leisten werden. Iphone.apple wirkt auf mich in der Tat ästhetischer als apple.com/iphone, aber das muss jeder selber entscheiden. Und ich frage mich vor allem, ob das schon eine eigene TLD rechtfertigt. Neben Unternehmen könnten vor allem Verbände eine neue Domain-Endung beantragen. Und wenn man das sowieso macht, dann soll man bitte einige praktische Begriffe wie .cam als neue Domainendung einführen.

Eine richtige Begeisterung will sich bei mir gerade aber nicht einstellen, denn es ist ein weiterer Schritt hin zur Kommerzialisierung des Netzes: Die Vergabe wird nur Organisationen erlaubt, die reich genug sind, sich die insgesamt mehrere hunderttausend Dollar teure Vergabe zu leisten. Und wie sinnvoll ist die eigentlich? Im Zuge der Adresserweiterung hat die ICANN über die vergangenen Jahre hinweg sporadisch immer mal wieder neue TLDs zugelassen.

Warum so teuer?

Ich war anfangs ein Gegner dieser einst restriktiven Vergabe, aber mittlerweile halte ich sie für vernünftig: Denn Adressen mit Endungen wie .info, .biz und .eu haben den Touch der Verlierer. Ein Besucher sieht sofort, dass hier jemand offenbar nicht schnell oder nicht kreativ genug war und nur noch das bekommen hat, was andere übrig gelassen haben. Weitere Domainendungen einzuführen hat das Problem nicht gelöst, attraktive Adressen zu finden, die andere schon für sich reserviert haben. Im Gegenteil: Vielfach bedeuteten neue TLDs ein zusätzliches Geschäft für Domaingrabber.

Surft man nicht in 95 Prozent der Fälle am ehesten Domains mit Endungen wie .com, .de und vielleicht noch .net und .org an? Neben den ohnehin schon schwer durchschaubaren rund 250 Länderendungen und den 22 generischen TLDs wie .com und .gov wird also jetzt noch einmal gut das Doppelte hinzukommen. Damit dann bald niemand mehr weiß, was man eigentlich wo findet. Und zu guter Letzt muss auch die Frage erlaubt sein, was eigentlich mit dem vielen Geld passiert und warum eine Bewerbung eigentlich derart teuer sein muss. Nein, ganz zufrieden bin ich mit der Adresserweiterung nicht.

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(Jürgen Vielmeier, Bild: Icann)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.