Gründer verkauft 3Gstore.de, will jetzt Mac OS X auf PC-Hardware verkaufen

Jürgen Vielmeier

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Der Werbeslogan „iPhone ohne Vertrag“ hat die Website berühmt gemacht, heute zieht er natürlich nicht mehr. Aber lange bevor im vergangenen Herbst die Exklusivpartnerschaft zwischen Apple und der Telekom endete, verkaufte 3Gstore.de sim- und netlockfreie iPhones ohne Vertragsbindung. Die Geräte importierte er aus europäischen Nachbarländern, wo es solche Exklusivpartnerschaften nicht oder nicht mehr gab. Gründer Randolf Jorberg will 3Gstore.de jetzt verkaufen. Damit hat er den Domainhändler Sedo beauftragt.

Bei einem interessanten Telefonat gerade erklärte mir Jorberg die Motivation dahinter: „Ich bin nie der klassische Händler gewesen. Ich komme aus der Ideenecke, nicht der Handelsecke.“ Und da sei es Zeit für etwas Neues. Dass das natürlich nicht der ganze Grund hinter dem Ende von 3Gstore ist, bestätigte er mir allerdings auch: Seitdem das iPhone in Deutschland vertrags- und simlockfrei erhältlich ist, entwickelten sich die Verkaufszahlen für 3Gstore zurück. „Wir waren nie die billigsten, haben immer auch kostenlosen Support und Beratung angeboten“, sagt Jorberg. Die beiden Geschäftsführer, die den Store zuletzt wirtschaftlich führten, waren mit den Ergebnissen nicht mehr zufrieden und verließen die GmbH vor kurzem. [Korrektur] Es war Jorberg, der mit den Geschäftsführern nicht mehr zufrieden war. Auf Enno Lenze folgte zuletzt Ulrich Baltz. Jorberg rief ihn am 14.6. zurück, wie er mir per E-Mail mitteilt, und übernahm die Geschäftsführung kurzzeitig wieder selbst. [/Korrektur] Danach entschied er, sich etwas Neuem zu widmen.

[Update, 17.10.11] In einer Mail an uns bittet Enno Lenze um folgende Richtigstellung zum obigen Absatz: „Ich habe vergangenes Jahr von mir aus gekündigt, da ich mit der Situation nicht mehr zufrieden war.“ [/Update]

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Derzeit gibt es bei 3Gstore deswegen den großen Schlussverkauf, schon Ende Juli soll es mit dem Shop zu Ende sein. Das bedeutet auch für die zuletzt zwölf Mitarbeiter, dass sie sich nach einem neuen Job umsehen müssen. Verkauft werden sollen in erster Linie die Marke und die dazu gehörenden Domains. Bisherige Interessenten an der Domain hatten wenig Enthusiasmus gezeigt, auch den Shop mit zu übernehmen. Mindestpreis soll ein niedriger sechsstelliger Betrag sein, wie mir eine mit dem Verkauf vertraute Quelle verriet. Von Jorberg heißt es, die Marke sei so stark gewachsen, dass man sie jetzt an jemanden verkaufen wolle, der „das volle Potential der Marke ausschöpfen kann“, wie er in der offiziellen Pressemeldung zum geplanten Verkauf schreibt.

Jorbergs neues Projekt soll im September starten: Er will Apples Betriebssystem Mac OS X auf PC-Hardware vorinstalliert verkaufen: Desktop-PCs, Laptops und Netbooks. Meine Frage, ob das nicht illegal sei, verneinte er. Und technisch sei das überhaupt kein Problem. Er sucht zusammen mit seinen neuen Partnern nun nach Investoren. Vor Apples Anwälten hat er keine Angst: Es habe schon beim Verkauf der vertragsfreien iPhones trotz vieler Warnungen und Befürchtungen nie auch nur eine Beschwerde von Apple gegeben. Rechtlich ist er gut aufgestellt: Jorberg hat bereits vor zwei Jahren die Telekom abgemahnt, deren Mobilfunkzweig damals noch T-Mobile hieß und mit dem Slogan „iPhone exklusiv bei T-Mobile“ geworben hatte. Wenn alles so läuft, wie Jorberg sich das vorstellt, dann könnte er wohl bald wahr werden, der Traum von Mac OS X auf einem Netbook.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.