Blog-Kommentare sind tot? Nein, sie zucken noch

Jürgen Vielmeier

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Tja, wie sieht’s damit aus: Blogkommentare. Kollege Jan Christe von t3n hat mich gestern auf Google Plus nach meiner Meinung dazu gefragt. Geantwortet habe ich ihm per E-Mail. Sein Kollege Falk Heldmann hat einen Blogeintrag dazu geschrieben und Nico Lumma hat einen Trackback dorthin gesetzt. Soziales Kuddelmuddel im Jahr 2011. Das Thema jedenfalls wurde angestoßen von Techblogger Robert Scoble. Seine These, veröffentlicht passenderweise auf Google Plus: Der Blogkommentar ist tot und wird künftig keine Rolle mehr spielen.

Was soll man dazu sagen: Für so tot wie etwa den Flattr-Button halte ich Blogkommentare lange nicht, aber ihre Zahl hat deutlich abgenommen. Zumindest hier kann das allerdings auch andere Gründe haben. Einige Protestleser werden uns den Rücken gekehrt haben, weil Robert hier nicht mehr bloggt, und deswegen nicht mehr kommentieren. Denjenigen, die immer wieder behaupten, damals sei alles besser gewesen, muss ich aber enttäuschen: Mit dem Content, den Robert damals verfasst hat, hätte er heute nicht mehr die Zahl der Kommentare. Wer’s nicht glaubt, soll Roberts Blog besuchen und dort die Kommentare zählen. Hinzu kommt, dass Diskussionen über ein Thema heute einfach woanders stattfinden: Facebook, Twitter und zunehmend Google Plus. Und dass vieles einfach nicht mehr kommentiert, sondern einfach geliket, getwittert oder geplust wird. Sind Kommentare deswegen überflüssig oder gar tot? Nein.

Einfach nur telefonieren ging plötzlich nicht mehr

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Kommentare unter Blog-Einträgen sind nach wie vor die direkteste Kommunikation zwischen Autor und Leser. Hier stehen sie gewissermaßen für die Ewigkeit und bleiben deswegen länger im Gedächtnis und erregen mehr Aufmerksamkeit als bei Facebook. Das Kommentarfeld ist nach wie vor die beste Bühne, um etwas Wichtiges zum obigen Beitrag zu ergänzen oder seine eigene Sicht der Dinge mitzuteilen. Und das wird erhalten bleiben, wenn auch in geringerem Maße. Was ich gestern aber auch Jan Christe schrieb: Die Zeit, in der es hieß: alle Macht den Kommentaren, egal wie hetzerisch oder polemisch sie sind, ist definitiv vorbei. Ein Mindestmaß an Etikette setze ich heute voraus. Allerdings können Diskussionen über Beiträge natürlich genauso gut auch auf Facebook oder Google Plus stattfinden. Aber so weit zu gehen, Blog-Beiträge nur noch dort zu veröffentlichen, halte ich für übertrieben. Bevor es Google Plus gab, gab es die gleiche Debatte wegen Facebook.

Die Diskussion wiederholt sich mit anderen Themen alle paar Jahre: Erst waren die Blogs tot und durch Twitter ersetzt. Dann waren Blogroll, Links und Trackbacks tot, ohne Ersatz oder meinetwegen ersetzt durch das Follower-Prinzip. Jetzt also die Blogkommentare. Diskussionsbedarf wird aber weiterhin bestehen, er findet nur vielfach anderswo und auf andere Art Weise statt. Ähnlich wie Andreas Lenz von t3n gestern und dem Beitrag seines Kollegen kommentierte, sehe ich es auch: Es wird um gute Aggregation aller Meinungen und Antworten zu einem Thema gehen. Hier kämpfen Dienste wie Livefyre und Disqus um die Vorherrschaft. So, und dieses Thema könnt ihr jetzt hier in den Kommentaren, auf Facebook, Twitter, in meinem Google-Plus-Account oder dem von Jan Christe diskutieren, wenn es euch nicht lieber ist, ihn nur zu retweeten, plussen, liken oder – wann kommt das endlich? – zu disliken. Ihr könnt es aber auch einfach lassen.

(Jürgen Vielmeier, Grafik: AddThis.com)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.