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HP will weitere TouchPads verkaufen, zumindest einige

TouchPad

Was war das für ein Aufruhr vor gerade mal einer Woche, als HP sein Tablet TouchPad für Preise ab 99 Euro und Dollar respektive vercheckt hat. Die Server des HP-Stores gingen in die Knie, ein Bestellen war praktisch nicht mehr möglich, Zwischenhändler wurden überrannt, die meisten Interessenten guckten in die Röhre. Danach waren die begehrten Flundern praktisch ausverkauft, stehen dank des Schlussverkaufs mittlerweile angeblich auf Platz 2 der Hitliste der meist verkauften Tablets.

Und das hat wohl selbst HP überrascht. Deswegen hat der Konzern gestern in einem Blogbeitrag bestätigt, dass noch eine Produktionslinie des TouchPads in den Verkauf kommen wird. Zu Preisen wie beim kürzlichen Garagenverkauf und in erster Linie für Kunden, bei denen der Bestellvorgang nicht erfolgreich war und bei denen es hieß, man werde sie informieren, wenn weitere Bestände verfügbar seien. Allein das genaue Verkaufsdatum ist noch unbekannt, es wird noch einige Wochen dauern und vermutlich erst im 4. Quartal so weit sein. HP will damit Kunden besänftigen, die sich vergeblich um den Kauf eines TouchPads bemüht haben. Ich fürchte eher, dass sich das Drama von neulich wiederholen wird. HP hatte da weder mit Serverkapazitäten noch mit vorbildlicher Kommunikation geglänzt. Warum sollte sich das ausgerechnet beim nächsten Mal bessern, obwohl der Konzern dabei ist, in alle Einzelteile zu zerfallen?

Drop it like it’s hot

Weiß bei HP die eine Hand noch, was die andere tut? Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen sagte Unternehmenschef Léo Apotheker noch, man wolle die Hardware für WebOS aufgeben. Abgesehen von der jetzigen Ankündigung, es gebe neue Tablets, steht das auch im Widerspruch zur Aussage von HPs Chef der Personal Systems Group Todd Bradley von gestern, der derzeit durch Asien tourt, um den Vertragshändlern dort zu erzählen, dass mit der PC-Sparte alles in Ordnung sei. Er sagte Reuters, man könne sich vorstellen, das TouchPad wieder zum Leben zu erwecken.

Bradley sagte außerdem, HP wolle die PC-Sparte nicht mehr verkaufen, sondern in eine Tochtergesellschaft ausgründen. Apotheker hatte sich hier alle Optionen offen gehalten. Nur, dass die Abteilung vom Kerngeschäft losgelöst werden soll, schien damals beschlossene Sache zu sein. Der Kolumnist Al Lewis vom „Wall Street Journal“ fasste gestern zusammen, wie HP dabei sei, sich innerhalb von 12 Monaten selbst zu ruinieren. Wenn es das Ziel sei, das ehrwürdige Unternehmen auf ein Riff fahren zu lassen, dann sei man genau auf Kurs. Zumindest beim Thema WebOS scheint HP seiner Linie treu zu bleiben: Wie angekündigt, sollen weitere Updates des Systems in Kürze kommen. Denn die Software will man nach wie vor im eigenen Hause weiter entwickeln. Warum auch immer.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

8 Kommentare

  • Scheint ja wirklich so zu sein, dass bei HP die rechte Hand nicht weiß, was die linke Hand tut. Soll mir nur Recht sein, wenn mein Schnäppchen-Touchpad noch weitere Systemupdates erhält… 😉

  • Hab leider (?) keins bekommen, aber die Software war ja wirklich nicht gerade ausgereift, in einem Video auf Youtube hat man die meiste Zeit mit Warten verbracht bis dann endlich mal das App geöffnet war.
    Hab mir nun das Asus Transformer gekauft, bin ich mal gespannt – Android läuft darauf auf jeden Fall sehr flüssig und ohne Wartezeiten 🙂

  • Ich werde warten bis vernünftige TouchPads mit Android auf dem Markt sind; die derzeitigen sagen mir noch nicht zu. Weiß jemand, ob man das HP TouchPad mit Android betreiben kann, quasi drüberspielen?

  • Mir fehlt auf der Arbeit gerade ein digitaler Bilderrahmen mit ein paar Extras. Das könnte genau das passende dafür sein. 🙂

  • Also zum einen bin ich froh das HP die PC Sparte nicht verkaufen möchte. Das ist eines der wenigen Unternehmen aus der alten Riege die noch PCs herstellen und verkaufen. Ich fand den Verkauf von IBMs Notebook-Sparte an Lenovo schon sehr unschön und bin deshalb doppelt froh das HP sich wenigstens zum Teil selbst treu bleibt.

    Bezüglich der Tablets bin ich gespaltener Meinung, würde aber definitiv einen Tablet kaufen sofern sich der Preis unter 150 Euro bewegt und nicht wie bei Apple überzogen ist.

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