Juke ist da: Simfy und Apple bekommen Konkurrenz

Jürgen Vielmeier


Musik liegt in der Luft: Die Media-Saturn-Tochter 24-7 hat soeben seinen neuen Musikdienst Juke freigeschaltet. Der erste Eindruck gefällt! Juke bietet Musikstreaming für 13 Millionen Songs. Das Programm ist als Webversion und als Apps für iOS und Android verfügbar. Juke wird zu Preisen ab 9,99 Euro im Monat verfügbar sein. Eine kostenlose Basisversion gibt es nicht. Wer Juke aber testen will, kann dies 14 Tage lang kostenlos tun.

Das „Handelsblatt“ bezeichnet Juke in seiner heutigen Ausgabe als Angriff von Media-Saturn auf Apples iTunes. Bevor Apples Cloud-Musik-Angebot startet, sehe ich darin aber eher einen Angriff auf Simfy, Sony und Napster. Alle drei bieten Streaming für 11 und 15 Millionen Songs zu Preisen zwischen 8 und 13 Euro. 24-7-Geschäftsführer Frank Taubert sagte der Zeitung, der Dienst solle zunächst in Deutschland starten, dann aber ganz schnell auf „ganz Europa“ ausgeweitet werden. Wenn das klappt – und ich behaupte, das wird rechtlich nicht einfach werden – wäre es außerdem ein Angriff auf das Simfy-Vorbild Spotify. Media-Saturn-Geschäftsführer Pieter Haas erwartet in Europa „sehr schnell auch mehrere hunderttausend Kunden“. Der erste Eindruck ist wirklich nicht schlecht.

Juke kostet in jedem Fall Geld

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Die Oberfläche ist intuitiv bedien- und leicht anpassbar, das Layout übersichtlich. Klar wird aber auch: Media-Saturn muss bei Juke erst einmal ganz bei null anfangen, wo die Konkurrenz schon fortgeschrittener ist. Bei der Software hat 24-7 sich eindeutig an Sony Music Entertainment orientiert. Die Auswahl scheint in der Tat groß und breit zu sein. Allerdings, und das muss man ganz klar sagen: Bis auf die wenigen Songs extra sehe ich bei Juke keinen Vorteil gegenüber Simfy. Juke kostet auf jeden Fall Geld, während Simfy nur in der mobilen Premium-Version kostenpflichtig ist. Und Juke steht nur als Webplayer zur Verfügung, nicht in einer komfortableren Desktop-Software-Version.

Für mich gibt es also derzeit keinen Grund, von Juke, Napster oder Sony zu wechseln. Aber immerhin: Bei der Musikindustrie scheint der Stein ins Rollen gekommen zu sein. 10 Euro im Monat für eine praktisch unbegrenzte Auswahl an Songs, legal, überall wo ich bin, ist ein fairer Preis. Seht ihr noch eine Notwendigkeit für illegale Musikdownloads? Die Argumente dafür werden weniger.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.