Ikea stellt Manland vor, baut größere Billy-Regale

Jürgen Vielmeier

„Der kleine Jan-Christopher möchte gerne von der Playstation im Manland weggezerrt werden.“ Ginge es nach Ikea, würden solche Durchsagen in dem schwedischen Möbelhaus vielleicht bald Realität. Denn die Schweden haben in einer Filiale in Australien das „Manland“ getestet, die Analogie zum Kinderhort „Smaland“. Frauen können ihre Männer dort für die Dauer bis zu einer halben Stunde abgeben und alleine shoppen.

Ikea geht einfach davon aus, dass Männer nicht gerne einkaufen gehen und sich lieber mit Männerspielzeug beschäftigen. Das ist Sexismus pur! Das ist ein archaisches Rollenbild wie aus dem 20. Jahrhundert, das führt zur Geschlechtertrennung, statt dass man aufeinander zugeht… Die haben da eine Playstation, eh? Einen Flipper, Sofas und einen Tischkicker…

Vielleicht ist es doch kein so ganz übler Kompromiss: Wenn Frauen ihren Mann, Freund oder Lebensabschnittsgefährten im Manland abgeben, bekommen sie einen Buzzer, den sie drücken können, wenn sie ihren Mann zum Shoppen zurückholen wollen. Aus schlechter Erfahrung weiß ich, dass gemeinsame Einkäufe im Möbelhaus schon einmal Stunden dauern können und Frauen da meist den längeren Atem haben. Eine Pause kann da sicher nicht schaden. In sofern wäre das Manland eine Art Kompromiss. News.com.au hat dort mal eine Reporterin vorbei geschickt:

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Vergangene Woche fand die „Wirtschaftswoche“ heraus, dass Ikea ab Oktober ein größeres Billy-Regal anbieten will, weil die Menschen zunehmend schwere Bildbände und Deko-Material aufstellen wollten. Die „tz“ interpretiert das so, dass der Medienwandel da seinen Beitrag zu geleistet habe. Die Menschen würden immer mehr E-Books kaufen und immer weniger gedruckte Bücher.

Das ist aber Spekulation von „Wiwo“ und „tz“ und keinesfalls von Ikea bestätigt. Futurezone hat bei anderen Möbelhäusern nachgefragt und keinen Rückgang der Nachfrage nach herkömmlichen Bücherregalen festgestellt – wohl aber bei CD-Regalen. Manfred Warmuth, Marketingleiter bei den Möbelketten Kika und Leiner sieht aber trotzdem Veränderungen in der Möbellandschaft: „Wände werden häufig freigehalten, damit man große Flachbildfernseher daran befestigen kann.“

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.