Eigentlich wollte ich nichts mehr zum iPhone 4S schreiben…

Jürgen Vielmeier

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… aber dann wurde mir auf Twitter vorgeworfen, selbst die „BILD“-Zeitung hätte eine bessere Analyse geschrieben als ich. Wer mich so herausfordert, der bekommt hiermit ausnahmsweise seine Analyse. Seit der Veröffentlichung des iPhone 4S gestern ranken sich allerhand Interpretationen um Apples neues Smartphone. Wie lauten sie und was gibt es dazu zu sagen?

1. Die Hardware ist gar nicht so schlecht
Das hat auch niemand behauptet. Der Dual-Core-A5-Prozessor mit 2×1 GHz hat sich schon in dem deutlich größeren iPad 2 als schnell erwiesen. Das Retina-Display mit 960×640 Pixeln war schon im iPhone 4 fortschrittlich und schlägt auch heute noch so manche Konkurrenz. Kann sich sehen lassen, aber anders als in den Vorjahren kann ich hier in Sachen Hardware keinen Vorsprung mehr gegenüber der Konkurrenz feststellen. Zumindest keinen, den man über ein ganzes Jahr verteidigen könnte.

2. Größe ist nicht alles
Nein, aber wer einmal ein Smartphone mit 3,7 oder 4,0 Zoll in der Hand hatte, dem kommt das 3,5-Zoll-Display im iPhone winzig vor. Selbst 4,3 Zoll wie im Galaxy S II wirken nicht monströs und passen noch gut in die Hosentasche.

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3. Mehr Leistung ist nicht alles
Wenn das S in „iPhone 4S“ für „Speed“ steht, dann eigentlich schon. Der neue Prozessor ist schneller, gerade für Spiele auf dem iPhone soll er sich besonders eignen. Entscheidend ist letztendlich nicht, welche Taktrate der Prozessor hat – Spitzenmodelle sind mittlerweile bei 1,4 und 1,5 GHz Dual Core – sondern, wie schnell das Gerät reagiert und wie schnell der Prozessor Grafik handhabt.

4. Es geht um das Gesamtpaket aus Software und Hardware
Und da die meisten Spielereien wie Reminders auch für andere iOS-Geräte zur Verfügung stehen, geht es im iPhone 4S hauptsächlich um Siri. Und hier will ich erst einmal sehen, wie gut das funktioniert, bevor ich darüber urteile. Bei Microsofts Gestensteuerung Kinect hat auch viele verblüfft, dass sie überhaupt funktioniert. Allerdings hat Sprachsteuerung noch nirgendwo besonders gut funktioniert und die Siri-Stimme wirkt auch nicht wesentlich natürlicher als die der Durchsage am Kölner Hauptbahnhof. Wird man allen Ernstes SMS diktieren und abschicken können ohne noch einmal einen Blick drauf zu werfen, was das Programm da letztendlich verzapft hat? Lassen wir uns da überraschen. So oder so ist Siri die wichtigste Neuentwicklung im iPhone 4S. Reicht das alleine schon, um sich das 4S für immerhin 629 Euro aufwärts zu kaufen?

5. Warum Apple kein iPhone 5 vorgestellt hat
Man war ganz offenbar noch nicht so weit, dass man einen größeren Versionssprung und eine komplette Neuüberarbeitung des Gehäuses vorstellen konnte, wie im Schritt von iPhone 3GS auf iPhone 4. Dass das nicht der ganz große Wurf ist, hat Apple selbst festgestellt und es deswegen nur iPhone 4S genannt. Das ist wenigstens ehrlich.

6. Apple rückt die Software wieder in den Vordergrund
Das Wettrennen um die Hardware, noch schnellere Prozessoren und noch größere Displays wurde von Apples Konkurrenz angestoßen. Apple zieht sich jetzt ein wenig davon zurück und legt den Fokus wieder auf die Software. Das neue Betriebssystem iOS 5 könnte die beste Weiterentwicklung der iOS-Software seit Jahren sein, selbst ohne Spielereien wie Erinnerungen und Twitter-Integration, aber dank einer überarbeiteten Mitteilungszentrale. Es war clever, die Blicke darauf zu ziehen, denn die Android-Gemeinde hat beim Zusammenspiel von Betriebssystem, Hardware und Apps noch Nachholbedarf.

7. Apple im Billigsegment
Das halte ich nach wie vor für eine Fehlinterpretation: Apple wird angeblich im Billigsegment mitmischen, weil das mehr als zwei Jahre alte iPhone 3GS bei Abschluss eines Vertrages künftig kostenlos sein wird. Ich habe vor zwei Jahren schon beim Abschluss meines Knebelvertrags auch „nur“ 90 Euro für die 16-GByte-Variante des 3GS bezahlt. Also ist daran nicht gerade viel Neues. 369 Euro für das Altgerät ohne Vertrag dürfte allerdings in der Tat einige dazu verleiten, sich das Gerät zu kaufen – das im Vergleich zu gleich teuren Modellen der Konkurrenz aber inzwischen hinterher hinkt.

8. Gerüchte haben die Erwartungen ins Unermessliche getrieben
Es waren weniger die vielen Gerüchte der letzten Wochen als die Fortschritte der Mitbewerber der letzten Monate. Immer schlanker, immer leichter, immer größer die Gehäuse. Immer leistungsfähiger die Akkus und Prozessoren, immer besser die Displays. Ein Smartphone mit 3,5-Zoll-Display? Wirkt irgendwie altbacken. Hier bleibt das iPhone 4S für mich eine Enttäuschung.

9. Wie die Konkurrenz reagieren wird
Apple macht vor und die Konkurrenz macht nach, schrieb ich gestern. Das hat sich in Sachen Hardware wohl erst einmal erübrigt. Die Konkurrenz kann jetzt ganz einfach damit werben, um wieviel schneller sie als das iPhone 4S ist. Was die Software angeht: Wenn erste Tests mit Siri gut verlaufen werden, dann werden sich die anderen beeilen, eine ähnliche Sprachsteuerung zu entwickeln. Und bei den eingebauten Kameras wird man sich bemühen, die Auslöseverzögerung zu verringern, auf die Apple gestern gesondert hinwies.

10. Wann das iPhone 5 kommt
Ich würde mich wundern, wenn sich Apple wieder ein ganzes Jahr Zeit lässt, um das iPhone der nächsten Generation vorzustellen, denn dann wäre das 4S wohl längst von der Konkurrenz überholt. Ich erwarte eher einen außerplanmäßigen Termin im Frühjahr. Lassen wir uns überraschen.

So, und jetzt weiter mit allem, was nicht im Entferntesten etwas mit Apple zu tun hat. Ich kann den Namen nicht mehr hören…

(Jürgen Vielmeier, Bild: Apple)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.