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Galaxy Nexus und das Ice Cream Sandwich sind da: Lasst's euch schmecken


Wenn man gewollt hätte, hätte man das mit dem Schlafen gestern Nacht bleiben lassen können. Es gab neue Quartalsergebnisse von Intel, Yahoo und Apple und Steve Ballmer freut sich, dass er Yahoo nicht übernommen hat, Michael Dell hat sich mal wieder zu HP geäußert. Motorola hat das schlankste Smartphone der Welt vorgestellt und RIM ein neues Betriebssystem namens BBX. Und, ach ja, dann gab es natürlich auch noch diesen Moment, auf den viele gewartet haben: Samsung und Google haben heute früh in Hongkong das neue Smartphone „Galaxy Nexus“ und Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ vorgestellt. Beide machen einen guten Eindruck, auch wenn es kleine Schönheitsfehler gibt.

Die Gesichtserkennung in Android 4.0, die die Tastensperre des Galaxy Nexus aufheben sollte, funktionierte bei der Präsentation nicht. Wird schon noch werden? Hoffen wir’s mal. Denn die neuen Funktionen und Designs in „Ice Cream Sandwich“, wie die neue Android-Version heißt, machen einen guten Eindruck. Es sind die kleinen Dinge, die zählen: Apps und Widgets lassen sich besser verschieben und zu Ordnern zusammenfassen. Die Benachrichtigungsleiste lässt sich schon im Sperrbildschirm anzeigen, ohne das Telefon öffnen zu müssen. Alles, egal ob Browser, Gmail, Google Plus, die Kamera-App oder der Kalender wurden überarbeitet. Screenshots lassen sich jetzt per Tastendruck erstellen: Einschaltknopf + Leiser-Taste. Und weil sich alles gerade um Sprachsteuerung dreht: dem neuen Text-to-Voice-Assistenten, dem man Texte diktieren kann, zeigt jedes diktierte Wort einzeln an. Und das passende Smartphone dazu, Samsung/Google Galaxy Nexus, empfiehlt sich gleich für einen Champions-League-Platz.


Datenaustausch über NFC, Preise noch nicht bekannt

Es ist mit einem 4,65-Zoll-Bildschirm schon ein echtes Ungetüm und dürfte nicht mal eben schnell in jede Hostentasche passen. Das HD Super Amoled Display hat eine stolze Auflösung von 1.280x720px. Etwas schwächer dafür die Kamera mit 5 Megapixeln. Hier scheinen 8 Megapixel bei neuen Smartphone-Flaggschiffen inzwischen zum Standard zu werden, auch wenn 5 MP für den Hausgebrauch eigentlich mehr als genug ist. Die Kamera soll dafür sehr lichtempfindlich sein und schneller auslösen als bisher, mit 1080p lassen sich HD-Videos schießen. Herzstück ist ein Dual-Core-Prozessor mit 1,2 GHz, der Arbeitsspeicher beträgt 1 GByte RAM. Es gibt einen internen Speicher von – je nach Modell – 16 oder 32 GByte, der leider nicht über eine SD- oder micro-SD-Karte aufrüstbar ist.

Ein schöner Ansatz ist Android Beam, eine Funktion, Daten über Near Field Communication und einfaches Antippen mit einem anderen NFC-Smartphone auszutauschen. Insgesamt sieht das nach einem tollen Gerät aus, das im oberen Drittel mitmischt, aber nicht ganz um die Meisterschaft mitkicken kann. Während Google noch keine Preise für das Galaxy Nexus bekannt gegeben hat, steht ein ungefährer Verkaufsstart schon fest: November, sowohl in Europa als auch in Asien und Nordamerika. Da dann unter vielen anderen Modellen auch das von der Hardware vergleichbare Motorola Droid RAZR (allerdings noch mit Android 2.3.5) auf den Markt kommen soll und Microsoft mit seinen ersten Windows Phones mit Mango mitmischen will, wird das ein umkämpftes Weihnachtsgeschäft werden. Wer jetzt zuschlagen will, hat die Qual der Wahl.

(Jürgen Vielmeier, Bilder: Google/Samsung)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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