Samsung Focus S: Hands-on mit dem besten Windows Phone, das ihr nie werdet kaufen können

Jürgen Vielmeier

Als Microsoft gestern nach München einlud, um einen digitalen Tischkicker zu präsentieren, ging es am Rande auch um Windows Phones. Dabei fiel mir ein Samsung Focus S in die Hände. Ihr wisst vermutlich Bescheid: Das Gerät ist nicht für den deutschen Markt vorgesehen. Schade eigentlich, denn es soll fast baugleich mit dem Galaxy S2 sein. Natürlich mit Windows Phone statt Android und mit Single Core statt Dual Core.

Subjektiv reagiert das Focus S noch etwas schneller als Nokias Lumia 800 und das HTC Titan. Und: Während andere Windows Phones bisher eher als Schwergewichte aufgefallen sind, wirkt das Focus S federleicht. Es wiegt nur 110 Gramm und damit erheblich weniger als das Lumia 800 (142 Gramm) oder HTC Radar (137 Gramm) und Titan (160 Gramm).

Das Focus S ist seit kurzem auf dem US-Markt. Für Deutschland ist das 4,3-Zoll-Gerät mit 1,4 GHz Qualcomm-Prozessor bislang nicht vorgesehen. Warum eigentlich nicht? Und warum müssen Windows Phones in Deutschland eigentlich so schwer sein? Vielleicht sollte Samsung den Kurs noch einmal überdenken.

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Was den Kurs von Windows Phone angeht, sagte mir Thomas Mickeleit, Kommunikationschef von Microsoft Deutschland gestern: „Wir geben dem System viel Zeit; 18 Monate, um genau zu sein, und dann ziehen wir Bilanz.“ Mickeleit ist ehrlich: „Dass iPhone-Nutzer zu Windows Phone wechseln, dürfte die Ausnahme bleiben. Bei uns stehen Käufer im Fokus, die sich jetzt ihr erstes Smartphone kaufen.“

Ob er Recht behält? Zumindest in Microsofts Konzernzentrale sieht es derzeit nicht so aus, als herrsche dort ruhig Blut: CEO Steve Ballmer setzte gestern Andy Lees ab, den bisherigen Chef der Windows-Phone-Sparte. Das geschah zwei Wochen, nachdem Microsofts Marktanteil bei mobilen Systemen im dritten Quartal nicht etwa gestiegen, sondern noch von 2,7 auf 1,5 Prozent gesunken war – Windows Mobile noch mit eingerechnet. Gartner relativierte im nächsten Atemzug: Bis 2015 werde Microsoft bei mobilen Systemen die Nummer 2 sein. Ob das gelingt, dürfte davon abhängen, wie lange Microsoft und seine Partner mit niedrigen Marktanteilen zufrieden sein werden. Denn ein ganzes Weilchen dürfte das noch so weiter gehen.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.