Ein paar Gedanken zum Ende von MegaUpload

Jürgen Vielmeier

MegaUpload-Song

Erst gestern noch hatte ich diesen bizarren Song im Ohr, für den der exzentrische Deutsche Kim Schmitz alias Kim Dotcom verschiedene Künstler der Entertainment-Szene gewonnen hat: Mega, MegaUpload. Wenige Stunden später wurde Schmitz zusammen mit drei seiner Mitarbeiter im Auftrag der US-Behörden festgenommen – auf seinem Anwesen in Neuseeland. Sein Unternehmen Mega hat seinen Sitz in Hongkong. Schmitz selbst ist Deutsch-Finne. Sein Team bestand aus Deutschen, Niederländern, Slowaken, Esten. Mega ist oder – wie es nun aussieht – war ein international operierendes Unternehmen. Es bediente Freunde von Musik, Film und TV-Serien weltweit. Sogar in der „Tagesschau“ berichtete man heute früh im „Morgenmagazin“ davon. Das deutet darauf hin, dass das derzeitigen Aus der Plattform viele betrifft.

Und doch ist es nur die halbe Wahrheit: MegaUpload sorgte laut dem Hersteller für Sicherheitstechnik PAS für ein Viertel des Internettraffics. MegaUpload-Nutzer sollen via PayPal mehr als 110 Millionen US-Dollar an den Dienst überwiesen haben. 60 Bankkonten ließ das FBI gestern schließen. Schmitz soll im Jahr 2010 über sein Mega-Imperium 42 Millionen Dollar verdient haben. Die Unterhaltungsindustrie beziffert den Gesamtschaden, der ihr durch Mega entstanden ist auf rund 500 Milionen Dollar.

Und mit Verlaub: Daran ist sie nicht unschuldig. Mein Mitgefühl mit den Nutzern illegaler Musikdownloads ist im vergangenen Jahr gegen null gesunken, seit sich jeder für 5 Euro eine Flatrate ins Haus holen kann. Beim Thema Video aber sind wir noch lange nicht so weit. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis liebt jeder TV-Serien, guckt gerne mehrere Folgen hintereinander, will aber nicht ein paar Jahre darauf warten, bis sie schlecht synchronisiert ins deutsche Fernsehen kommen. Man will sie sofort nach der Erstausstrahlung im US-Fernsehen. Und viele, mit denen ich darüber sprach, wären bereit, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen. Von einigen wenigen Ländern abgesehen, gibt es ein solches Angebot bisher aber nicht. Mega hat ein Angebot dafür geschaffen und war deswegen so beliebt. Es wird eine der großen Herausforderungen für die Entertainmentbranche in diesem Jahr sein, ein legales Angebot in möglichst viele Länder nachzureichen, wie es Hulu in den USA bietet.

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Schmitz bekundete, mit Mega ein modernes Modell gefunden zu haben, um den Menschen die Inhalte anzubieten, die sie wollen, und Künstler trotzdem fair zu entlohnen. Dabei vergaß er offenbar, in die Verwertungskette auch die Unterhaltungsindustrie mit einzubeziehen, die nun erbarmungslos zurückschlägt. Geld ließ sich damit für Kim und Co. offenbar auf jeden Fall verdienen: Die Behörden beschlagnahmten unter dem Mega-Team gestern 15 Mercedes‘, einen Lamborghini, einen Rolls Royce und einen Maserati. Schmitz und seinen Gehilfen drohen bis zu 20 Jahren Haft. Anonymous rächte die Abschaltung von MegaVideo gestern prompt mit einer konzentrierten Attacke auf das FBI, die US-Unterhaltungsindustrie, das Justizministerium und die Rechteverwerter.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.