Windows 8 und die Post-PC-Ära

Jürgen Vielmeier

Microsoft hält sich bislang bedeckt, was den offiziellen Starttermin von Windows 8 anbelangt. Immer wieder wird grob auf die zweite Jahreshälfte verwiesen. Bloomberg will das jetzt auf Basis informierter Personen weiter eingegrenzt haben: „um den Oktober herum“ soll es so weit sein. Das klingt ein wenig nach Durchhalteparole. Denn viel später darf es nicht werden, wenn Microsoft im Weihnachtsgeschäft noch ernsthaft in den Tablet-Markt einsteigen will.

Das neue Windows soll nicht nur auf Intel-, sondern auch auf ARM-Chips laufen und damit sowohl auf Tablets und PCs zum Einsatz kommen. Meines Erachtens ist das die richtige Entscheidung. Derzeit wird viel von einer Post-PC-Ära gesprochen. Ich sehe eher eine Multi-Device-Ära, in dem wir uns noch lange nicht vom PC verabschieden können. Denn er bedeutet mehr als einen grauen Kasten mit vielen Anschlüssen und Laufwerken. Ein PC bedeutet für den Nutzer Kontrolle. Und die wird er freiwillig nie abgeben wollen, wenn er bei Trost ist.

Grauer Kasten adé

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Wer von der Post-PC-Ära spricht, der hat ein solches Bild wie oben im Kopf. Im Jahr 2002 brauchte man einen hässlichen Desktop-PC und einen Schreibtisch, um ins Internet zu gehen. Im Jahre 2012 kann man das überall mit jedem Mobiltelefon. Es betrifft aber nicht nur das Internet: Auch immer mehr Anwendungen, die man früher zwingend am Rechner erledigen musste, lassen sich heute auch auf Smartphone und Tablet erledigen. Als Beispiel sei das Thema Bildbearbeitung genannt: Die wichtigsten Funktionen der Software-Suite Photoshop lassen sich heute mit einfachen Tablet-Apps für wenige Euro erledigen: Bilder zuschneiden, aufhellen, Filter anwenden, Schärfe variieren, Störendes retuschieren oder ausblenden. In Sachen Leistung können es Tablets mit den PCs vor einigen Jahren aufnehmen. Ebenfalls wichtig: Daten und Startbildschirme lassen sich auf größere Bildschirme streamen.

Dass das „Post-PC“-Geschäft zunehmend lukrativ wird, beweist Apple mit 3 Millionen neu verkauften iPads am vergangenen Wochenende und 55 Millionen iPads ingesamt. Erst langsam wächst ein wenig Konkurrenz aus der Android-Fraktion. Für andere Tablet-Hersteller dürfte das Jahr 2011 eine einzige Enttäuschung gewesen sein. Ihre Hoffnung ruht nun auf Ice Cream Sandwich (Android 4) und vielleicht tatsächlich auch Windows 8. Die Metro-Oberfläche der Beta-Version, die Microsoft im Februar vorgestellt hat, hat bei uns im Test durchaus überzeugt.

Google selbst will seinen Teil der gefragten Produktklasse abschöpfen und könnte in Zusammenarbeit mit Asus ein eigenes Tablet herausbringen und es mit 150 US-Dollar zu einem ähnlichen Kampfpreis verkaufen wie Amazon sein Kindle Fire.

Anwender wollen die Kontrolle behalten

Aber während ich zur Not auf einen klassischen PC oder Laptop verzichten könnte, mag ich mich für die Arbeit zumindest von zwei Dingen nicht trennen: physische Tastatur und 24-Zoll-Bildschirm. Welches Gerät damit verbunden ist – Smartphone, Tablet, Desktop oder Laptop – ist dabei weniger entscheidend. Aber wichtig ist das Gefühl von Kontrolle. Legt ihr nicht manchmal auch Smartphone oder Tablet genervt weg und setzt euch an den Rechner, wo ihr Herr der Lage seid? Der Wunsch wird bestehen bleiben, und kaum ein mobiles Betriebssystem bietet mir heute diese Kontrolle.

Die Herausforderung für die Hersteller ist es deswegen, nicht nur eine schillernde Oberfläche zu erschaffen, sondern ein System, auf dem ich die Anwendungen laufen lassen kann, die ich will ohne mich dafür von einem Hersteller kontrollieren zu lassen oder rechtfertigen zu müssen. Ist das gegeben, ist es mir im Grunde egal, womit meine Tastatur und mein Bildschirm verbunden sind. Wenn ein leistungsfähiges Smartphone das kann, dann sage ich dem grauen Kasten, der hier im Büro noch vor mir steht, gerne Lebewohl.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Danja (CC), Screenshot: Sputnik8)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.