Samwer-Brüder klonen Amazon

Jürgen Vielmeier


Die schrecken ja vor gar nichts mehr zurück: Die Samwer-Brüder haben sich als nächsten Klon keinen geringeren als unser aller Amazon vorgenommen, fand Nikolas Woischnik von Techberlin heraus. Das neue Unternehmen aus Samwers Startupklonfabrik Rocket Internet heißt Lazada. In Singapur beheimatet, soll Lazada vor allem den südostasiatischen Markt angreifen und sich dann auch auf den ostasiatischen und den arabischen Raum ausdehnen.

Jeweils in Ländern, in denen es Marktführer Amazon noch versäumte, selbst eine Länderfiliale aufzubauen. Laut Gründerszene hat der Plan Methode: Rocket Internet könnte Amazon dadurch zu einer Make-or-Buy-Strategie zwingen, also den Handelsriesen vor die Wahl stellen, in den Ländern selbst aktiv zu werden oder Lazada aufzukaufen.

Olaf Kolbrück von Etailment wundert sich vor allem darüber: „Was mich am ehesten erstaunt. Es gibt Ecken auf dem Planeten an denen Amazon nicht präsent ist.“ Diese Nachlässigkeit dürfte dem Online-Retailer jetzt teuer zu stehen kommen. Allein in Indonesien wartet ein Markt mit 240 Millionen Einwohnern. Strategisch gesehen ist Lazada (Spanisch für: „Schlinge“) also ein ambitioniertes, aber nicht gerade dummes Unterfangen.

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Klonfabrik Rocket Internet

Doch wieder einmal ist es ein besonders dreister Klon: Rocket Internet kopiert nicht nur das Konzept von Amazon, sondern auch das Webdesign. Genauso wie man das unter anderem schon bei Wimdu (AirBnB-Klon), Pinspire (Pinterest), Bamarang (Fab.com) oder Dropgifts (Wrapp) getan hat.

Geschäftsmodell der Samwer-Brüder Oliver, Alexander und Marc ist seit jeher, wirtschaftlich erfolgreiche oder Erfolg versprechende Internet-Unternehmen zu kopieren. Seit dem Erfolg mit dem Auktionshaus Alando, das sie 1999 an eBay verkauften, haben sie dieses Konzept mehrere Dutzend Male wiederholt und damit Exits im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar hingelegt.

Kein Respekt

Dem Nebeneffekt der Klone konnte ich kürzlich durchaus etwas Positives abgewinnen: Das Beispiel Pinterest zeigt, wie die Samwers mit einem Klon jeweils die Aufmerksamkeit auf das Original lenken. Getreu dem Motto: Wenn die Samwers etwas klonen, dann muss da schon was dran sein. Meine Verachtung allerdings bleibt. Eine gute Idee zu überdenken, sie neu aufzusetzen und sie verbessert in einem Land anzubieten, in dem es so etwas noch nicht gibt, finde ich in Ordnung.

Aber einfach nur Copy & Paste zu drücken? Das hat etwas von einem Mitschüler, der deine Hausaufgaben ungefragt abschreibt, während du in der großen Pause bist. Und so machen es die Samwers ja nicht nur mit dem Geschäftsmodell, sondern – wie kürzlich bewiesen – sogar mit AGBs und eben auch mit dem Webdesign. Und werden dafür noch belohnt. Das bringt auch den Standort Deutschland in Verruf und davor muss man keinen Respekt haben.

Ganz ehrlich: Ich würde mir fast wünschen, dass Amazons Anwälte hier aktiv werden, Markenrechtsverstöße feststellen und die Samwers einmal so richtig in Grund und Boden klagen.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.