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Spotify: Nur 600.000 zahlende Abonnenten in den USA

Jürgen Vielmeier
Aktualisiert: 04. April 2012
von Jürgen Vielmeier
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Die USA, das Wirtschaftsmodell-Land: Hier ist man dem Web und neuen Techniken gegenüber meist aufgeschlossen, hier gibt es einen großen, allen Wirtschaftskrisen zum Trotz überdurchschnittlich kaufkräftigen Binnenmarkt. Wer hier den Test besteht, kann auch nach Übersee gehen oder gleich von den Samwers geklont werden.

Erstaunlich deswegen: Musikstreaming schleppt sich selbst in den USA so ein bisschen dahin. Es wird zwar von einer ganzen Menge Menschen angenommen; eine goldene Nase verdienen sich Anbieter und Künstler damit aber noch lange nicht. Wie die „New York Post“ herausfand, hat Spotify in den USA zwar 3 Millionen Nutzer, davon zahlen aber nur 20 Prozent (600.000 Nutzer) die monatlich rund 10 Euro Gebühren.

Spotify ging vor neun Monaten in den USA an den Start und traf dort bereits auf einen halbwegs erschlossenen Markt mit Anbietern wie MOG, Rhapsody und Rdio. 3 Millionen Nutzer sind dafür gar nicht schlecht. Allerdings musste der schwedische Anbieter etwas tricksen, um so weit zu kommen: Den Nutzern wurde ein sechsmonatiger Kostenloszugang gewährt, der nach Ablauf der Frist in einen werbefinanzierten Zugang mit 10 Freistunden umgewandelt wird. Damit scheint die Mehrheit zufrieden bzw. die Frist scheint für viele noch nicht abgelaufen zu sein.

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Geizkragen zum Zahlen für Musik bewegen

Selbst im konservativen Deutschland hat Spotify-Konkurrent Simfy bereits 2 Millionen Nutzer und arbeitet nach eigenen Angaben bald profitabel. Spotify startete in Deutschland hier vor drei Wochen und ködert neue Nutzer vor allem mit einem attraktiveren Kostenlos-Angebot als Simfy. Langfristig wollen sich die Schweden mit einer eigenen App-Plattform von der Konkurrenz unterscheiden.

Die Herausforderung der Anbieter ist, Geizkragen dazu zu bewegen, etwas für Musik zu bezahlen – und gleichzeitig auch noch etwas für sich abzuzwacken. Viel bleibt da aber nicht übrig, denn die Musikindustrie bekommt einen Löwenanteil der Einnahmen und kann damit ganz gut leben. In den USA betrugen die Umsätze mit On-Demand-Musikstreaming im vergangenen Jahr 241 Millionen US-Dollar. Die Gesamterlöse aus digitalen und physischen Datenträgern betrugen 7 Milliarden Dollar. Lineares Musikstreaming wie von Spotify trägt also nur 6 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Von einem Durchbruch ist man da noch weit entfernt.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Spotify)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.
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