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Chaos um Gema-YouTube-Urteil: DPA verschickt die falsche Meldung


Was für ein Bohei. Die Entscheidung zwischen YouTube und der Gema scheint heute ein ganzes Land zu beschäftigen. Es kam in der Presse, es lief im Radio hoch und runter. Sogar im ARD-Morgenmagazin wurde der Prozess mit den Worten anmoderiert: „Es ist wohl ein Thema, das jeden von uns betrifft.“ Werden wir bald endlich alle Musikvideos auf YouTube sehen können? Haben sich die beiden Streithähne geeinigt?

Nein, es bleibt mehr oder weniger alles beim Alten. YouTube muss die 12 Musiktitel entfernen, die den Zankapfel darstellten. Wobei das Gericht fünf Stücke davon schon nicht mehr gefunden hatte. Nach Ansicht des Gerichts unternehme YouTube aber nicht genug, um Videos löschen zu lassen. Es sprach der Videoplattform eine eigene Störer-Haftung zu. Sie kann also für das Verhalten ihrer Nutzer mitverantwortlich gemacht werden und muss Filter installieren, um ein erneutes Hochladen beanstandeter Videos zu verhindern.

Die Gema muss dafür nicht YouTubes nach eigenen Angaben „perfektes“ Content-ID-System verwenden. Vielmehr wird YouTube jetzt wohl weitere Filter einsetzen müssen. Die Google-Tochter beanstandete, dass damit auch Songs gelöscht werden könnten, die urheberrechtlich unbedenklich seien.

Gegen 13:30 Uhr, als das Urteil verkündet werden sollte, herrschte in der Medienlandschaft Chaos. Die dpa spielte eine unrühmliche Rolle, als sie zusätzlich zur echten Meldung auch eine Alternativmeldung veröffentlichte:

„Shit happens“? Na ja. Ist in solchen Fällen natürlich sehr unglücklich. Spiegel Online etwa verbreitete die Falschmeldung sofort. Inzwischen ist sie wieder offline, war aber etwa eine halbe Stunde lang zu sehen und wurde in dieser Zeit über 100 Mal getwittert und mehr als 200 Mal auf Facebook verbreitet. Junge Junge:


(Jürgen Vielmeier)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

32 Kommentare

  • hahaha, großartig. Ich hoffe dass in den nächsten Instanzen es eher für Youtube ausgeht. Ist doch alles ziemlich nervig grade mit dem „Ist in deinem Land nicht verfügbar…“

  • Warum wird da eigentlich so ein Theater um dieses „Hamburger Urteil“ gemacht.
    Es wissen doch alle das dieses Gericht nur „lachhaft“ ist und deren Urteile in Höheren Instanzen fast immer Revidiert werden.
    Neoliberale Richter die nach ihren Ansichten Urteilen … schlimm das Gefälligkeitsurteile in Deutschland dank Hamburg saloonfähig werden konnten.

  • Das wirklich pervide an dem Urteil ist die Störerhaftung, die wohl dann nicht nur YouTube betreffen wurde.
    Sondern jeder in Störerhaftung kommen könnte der ein Musikvideo oder Video von YouTube oder andere Plattformen mit GEMA Musik auf seine Webseite Einbindet, selbst wenn YouTube die Gebüren auf seiner Plattform dafür bezahlt.

  • Wen interessiert denn in so einer Angelegenheit ein erstinstanzliches Urteil des Landgerichts Hamburg? Beim OLG wird es vielleicht interessant, obwohl auch dort zu erwarten ist, dass es beim BGH landet und dort entschieden wird.

  • @6 Watzmann

    Diese Sperrpflicht und Prüfpflicht gilt ab sofort, auch wenn YouTube oder die Gema oder beide in die nächste Instanz gehen.
    Solange es kein neues, anderslautendes Urteil in der Sache gibt und das kann bekanntlich Dauern.
    Da wird YouTube wohl ohne Proxy in D ziemlich „Dunkel“ werden.

  • Lieber Jürgen Vielmeier,
    Sie erwähnen leider nicht, dass wir die irrtümlich gesendete Alternativ-Fassung der Eil-Meldung, die eine Minute nach *nach* der richtigen Eil-Meldung lief, sofort mit Eil- und Klingel-Zeichen wieder zurückgezogen haben. Im Twitter-Feed twitter.com/dpa_techticker, den Sie im Screenshot abbilden, lief ohnehin alles glatt. Der Fehler im dpa-Basisdienst ist gravierend und ärgert uns am meisten. Man kann uns aber nicht vorwerfen, nicht transparent mit dem Fehler umgegangen zu sein. Wir haben das nicht versteckt, sondern haben offensiv auf allen Kanälen auf den Fehler hingewiesen.
    Beste Grüße

    Christoph Dernbach, Leiter dpa-Netzwelt

  • @Jürgen: Kommt da eigentlich ein wenig stolz auf, wenn man sieht, dass die DPA Basic thinking liest?
    🙂

    Anonsten ist es natürlich immer wieder schön, wenn vorgefertigte alternative pressemitteilungen veröffentlich werden. Man erinnere sich dabei nur mal an 1949 zurück, als Frankfurt a.M. zur neuen Bundeshauptstadt gekührt wurde.

  • Der arme Kerl der da aus Versehen der falschen Knopf gedrückt hat, der hatte sicher einen ganz miesen Tag.
    BTW: Oha, ist das etwa ein IE6 da im Screenshot bei der DPA? Äußerst fortschrittlich. 😉

  • Na so blöd ist die GEMA gar nicht. Sie hat ja schließlich den Auftrag das Geld für die Künstler reinzuholen. Mache tun so als ob die GEMA es sich selbst in die Tasche steckt.

  • @leanderwattig “ Andere Länder haben Internet-Weltkonzerne. Wir haben die Gema.“

    Das dückt es wohl am besten aus was hierzulande nicht stimmt?

  • Finde ich gut, dass die dpa diesen Blog auch liest und erst Recht gut, dass sie Stellung bezieht. Un dich kann es vollkommen nachvollziehen, denn Fehelr passieren nun mal,a uch bei groen Unternehmen. Zum Punkt, bzw Urteil: Es bleibt zu wünschen, dass in späteren Instanzen dieses Urteil wieder gekippt wird …

  • Leute, das tolle am Internet ist, dass es praktisch nicht zu zensieren ist… schon mal gar nicht von der GEMA.

    Warum klebt ihr alle so an youtube?

    Es gibt genügend Portale, auf denen man auch in De ohne Probs/Proxys Musikvideos gucken kann.

  • Landgericht Hamburg = What the Fu.. is that?

    Nein ehrlich wir wissen doch alle wie diese Spiel ausgehen wird. Die nächste Instanz kippt diesen Urteil und schon haben die GEMA Fuzzis wieder verloren.

    Bestimmt kommt dann ein „alte Sack“ von die Union und fordert gleich die generale VDS. Schließlich muss die Union die Kunst hoch halten.

    Die Frau Mohn Ihre Parteispende an die Union (Bertelsmann gehört die BMG) muss doch endlich was wert sein, oder?

    Übrigens, You Tube ist im Gegensatz zu die Lügen der GEMA durchaus bereit zu teilen. Wie in andere Länder würde die GEMA ein feste Anteil zwischen 10 und 15% von alle Werbeeinahmen bekommen.

    Wenn aber die GEMA meint noch dazu für jeden Klick noch einmal 0,6 Cent zu bekommen, dann wird Google nie was zahlen.

    Die Künstler die eigentlich durch die GEMA vertreten wären, könnten schon seit Jahren Geld erhalten. Warum klagt jetzt nicht ein Künstler gegen die GEMA auf Schadenersatz?

    Wäre doch auch lustig,oder?

  • Ein Musikportal, welches in Deutschland urheberrechtlich geschütztes Material verbreitet, bleibt nicht lange online. Jüngstes Beispiel ist die deutsche Ausgabe von Grooveshark, die nach einigen Monaten dicht machen mussten, weil sie sich nicht mit der GEMA einigen konnten. Schade drum, weil die hatten eigentlich eine gute Auswahl.

  • Wenn überhaupt, dann sollte man einzig und allein die YouTube-User dafür verantwortlich machen, dass sie solche Musikvideos bei YouTube uploaden. Aber das ist bloß meine Meinung…

  • Ich verstehe nicht warum Youtube bzw. Google nicht einfach die Macht des Geldes ausspielt und wegen jedem GEMA Titel vor Gericht geht und die GEMA zermürbt. Deutschland scheint ja wirtschaftlich kein schlechter Werbemarkt für YT zu sein also bisher verstehe ich doch recht passive Haltung nicht.
    In Warheit sind Alternative Portale wie Myvideo gescheitert, weil keine wirkliche Alternative zu YT.

  • Die GEMA ist einfach ein gieriger Drecksverein. Wegen einem so veralteten Etwas kann sich weder Youtube komplett entfalten, noch Google Music, noch andere Musik Dienste etc. In anderen Ländern funktioniert so etwas tadellos nur hierzulande nicht.

  • Das kommt dabei heraus, wenn man günstige Arbeitskräfte einstellt 😛 / Praktikanten udn Volontäre.

    Nein mal ehrlich. Sowas darf nicht passieren, schon gar nicht bei der dpa. Und wieso überhaupt schon eine alternativ Meldung. Finde ich ja schon etwas heftig, dass Meldungen vorgeschrieben werden, wenn noch nicht mal sicher ist, was genau passieren wird oder wie Verhandlungen ausgehen. Ich verstehe ja, dass Nachrichten in der heutigen Medienlandschaft schneller und besser als früher parat sein müssen, aber ob man deshalb zu solchen Mitteln greifen sollte? Ob eine Meldung nun um Punkt 13:35 oder 13:40/45 erscheint, ist doch Wurst.

  • @Annika Wie kommen Sie darauf, dass an dem Vorgang Praktikanten oder Volontäre beteiligt waren? Der Fehler ist einem erfahrenen Redakteur passiert, der leider mit zwei falschen Klicks ein überholtes Stück auf den Sender gegeben hat. Wir waren ja schon mit der richtigen Meldung im Dienst. Die falsche ist zwei Minuten nach der richtigen gelaufen.

    Im Geschäft der Nachrichtenagenturen spielen wenige Minuten Zeitvorsprung schon eine Rolle. Ein Kunde, der z.B. zur vollen Stunde eine Hörfunk-Nachrichtensendung hat, ist dankbar, wenn er möglichst viel Vorlauf hat. Uns tut es sehr leid, dass wir durch diesen „Fatfinger“ einige Minuten lang Unsicherheit über den wirklichen Ausgang des Verfahrens ausgelöst haben. Wir sind aber so transparent wie möglich mit dem Fehler umgegangen und hatten ihn auch in kürzester Zeit in unserem Dienst wieder korrigiert.

    Beste Grüße, Christoph Dernbach, Leiter dpa-Netzwelt

    P.S.Die Volontäre der dpa sind bei uns nicht als „günstige Arbeitskräfte“ eingestellt, sondern erhalten eine anerkannt gute Ausbildung.

  • @Christoph Dernbach: Intransparenz wollte ich Ihnen auch gar nicht vorwerfen. Es war ein unglücklicher Fehler, der Ihrem Mitarbeiter da unterlaufen ist in einem Moment, in dem es in der deutschen Medienlandschaft gefühlt ruhig geworden ist, weil alle vor Twitter oder den Tickern hingen und wie gebannt darauf starrten, dass nun endlich etwas käme. War deswegen Pech, kann passieren. Einmal kurz drüber aufgeregt und dann ist’s auch wieder gut.

  • Naja im Netz muss man schnell sein, das werden viele Blogger wohl kennen, da kann es (sollte es aber nicht) schon mal zu fehlern kommen. und ich finde so langsam sollte eine partei mal einlenken.. die gema oder youtube.. beide pateien schaden sich damit nur

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