Kritisches Schwarzbuch: Buchhandel kuscht vor Naturschutzorganisation WWF

Jürgen Vielmeier


Der Journalist und dreifache Grimme-Preisträger Wilfried Huismann hat im April bei Random House ein „Schwarzbuch WWF“ veröffentlicht. Das ist mittlerweile weder bei Amazon, noch bei Weltbild, Thalia oder einem anderen großen Buchhändler im Programm. Die Verlagshäuser kuschen vor einem Schreiben der Anwaltskanzlei des WWF, das der NDR in dieser Woche veröffentlicht hat. Darin heißt es:

„In dem Buch sind diverse diffamierende Falschbehauptungen enthalten. Unserer Mandantschaft stehen daher umfängliche Unterlassungsansprüche gegen sämtliche Störer zu. Gegenüber dem Verlag wurden bereits Unterlassungsansprüche geltend gemacht.“

Pikant: Der Verlag sieht diesen Vorwürfen gelassen entgegen. Ein Urteil ist noch nicht einmal gefallen. Die Buchketten haben das Schwarzbuch trotzdem schon einmal in vorauseilendem Gehorsam aus den Regalen genommen. Dazu beigetragen haben könnte, dass Huismann in diesem Jahr einen Rechtsstreit mit dem WWF um seinen Dokumentarfilm „Die dunkle Seite des Panda“ wegen vermeintlicher Falschaussagen verloren hatte. Die ARD-Anstalten SWR und WDR dürfen den Film nicht mehr ausstrahlen. Dass die Buchketten nun offenbar fürchten, dass es sich mit dem Buch ähnlich verhält und es bereits vor einem Urteil nicht mehr verkaufen – ist ungewöhnlich. Zu kaufen gibt es die Auflage jetzt bis auf wenige, mutige Buchgeschäfte nur noch beim Verlag Random House selbst. Auch der WWF hat Position bezogen, aber in meinen Augen nicht zufriedenstellend dargelegt, warum man den Weg der einstweiligen Verfügung geht.

Update: Am 26. Juli wird bekannt, dass Huismann, sein Verlag Random House und der WWF sich gütlich geeinigt haben. Huismann streicht 21 Passagen aus seinem Buch. Beide Seiten scheinen damit immer noch nicht zufrieden. Unabhängige Berichte gibt es dazu leider nicht.

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(Jürgen Vielmeier, Bild: Random House)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.