Surface: Microsoft will Hardware-Trauma bekämpfen, stellt zwei eigene Tablets vor

Jürgen Vielmeier


Zurück im Hardware-Geschäft: Microsoft hat heute Nacht in Los Angeles zwei Tablet-Modelle namens „Surface“ vorgestellt. Die gute Nachricht vorweg: Wenn der Preis stimmt – was wir leider noch nicht wissen – sollte Surface kein Flop werden. Die Tablets punkten mit dem integrierten Ständer Kickstand aus einem Material namens VaporMG und Touch Cover, der berührungsempfindlichen Schutzhülle mit integrierter Tastatur.

Zusätzlich gibt es Type Cover, eine dünne Plastik-Tastatur. Mit beiden lassen sich die Surface-Tablets auch als Mini-Laptop nutzen. Microsoft hatte sich mit eigener Hardware wie dem Zune und dem Tablet-PC in der Vergangenheit selten einen Gefallen getan (die Xbox einmal ausgenommen). Surface ist aber keine Enttäuschung. Dennoch haut mich das nicht vom Hocker, und vieles bleibt vorerst ungeklärt.

Gleich breit, 230 Gramm schwerer

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Neben dem Preis ist das die Frage, warum Microsoft Surface in zwei völlig unterschiedlichen Versionen vorstellt, die dennoch mit 10,6 Zoll die gleiche Bilddiagonale haben. Das Modell mit Windows RT läuft aber auf der ARM-Architektur, wiegt 676 Gramm und ist 9,3 Millimeter dick – orientiert sich also am iPad. Das zweite Surface-Modell mit Windows 8 Pro mit Intel-Chips ist bei gleicher Bildschirmdiagonale allerdings stolze 13,5 Millimeter dick und wiegt mit 903 Gramm auch erheblich mehr. Eine stärkere Batterie ist an Bord, der Bildschirm soll eine „Full HD“-Auflösung haben statt nur „HD“. Die genaue Auflösung nennt Microsoft aber ebenso wenig wie einen Termin, ab wann Surface verkauft werden soll. Es ist davon auszugehen, dass die Windows-Pro-Version teurer ist als die energiesparende ARM-Variante.

Microsoft will damit zeigen, dass das mit der eigenen Hardware doch funktioniert, dass man es mit Google locker und mit Apple irgendwie auch aufnehmen kann. Tablet und Laptop werden eins, und das ganze sieht sogar einigermaßen elegant aus. Unter Windows 8 geht der Trend hin zum Hybriden. Das hat man schon vor zwei Wochen auf der Computex in Taipeh gesehen. Interessanter finde ich die Botschaft, die Microsoft hier eher unbewusst vermittelt: Wenn ihr ein Tablet wollt, könnt ihr Intel nach wie vor vergessen! Auf deren Architektur kriegen wir es nicht hin, die Dinger einigermaßen leicht und schmal zu bauen.

Dann allerdings frage ich mich, wer das Schwergewicht mit Intel-Prozessoren und Windows 8 Pro überhaupt haben will. Mehr Leistung hin oder her: Das eigentlich interessante Surface-Modell dürfte das mit ARM-Chips und Windows 8 RT sein. Wäre man Apple gewesen, hätte man nur ein Modell vorgestellt. Aber man ist ja Microsoft.

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(Jürgen Vielmeier, Bilder: Microsoft)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.