Wikileaks veröffentlicht "Syria Files", will so zur Lösung des Konfliktes beitragen

Christian Wolf

Während es Wikileaks-Gründer Julian Assange in letzter Zeit nur noch im Zusammenhang mit seiner Abschiebung nach Schweden in die Schlagzeilen schaffte und dabei mitunter einen reichlich semi-paranoiden Eindruck hinterließ, steht nun erstmals seit Monaten offenbar wieder eine Enthüllung möglicherweise brisanten Materials im Vordergrund. Seit Donnerstag hat die mittlerweile fast legendäre Plattform nach eigener Aussage damit begonnen, rund 2,4 Millionen E-Mails führender syrischer Politiker, Ministerien und assoziierter Firmen zu publizieren.

Welcher Erkenntnisgewinn der Korrespondenz tatsächlich innewohnt, lässt sich aus den Vorab-Aussagen von Assange und Co nur ansatzweise ableiten. Details sollen in den kommenden zwei Monaten in Zusammenarbeit mit ausgewählten Medienpartnern, darunter die ARD, veröffentlicht werden.

Zu hoffen bleibt, dass die Sprengkraft der Wikileaks-Daten deutlich über derer der sogenannten „Assad emails“ liegt, die vom britischen Guardian im März ausführlich zitiert worden waren. Darin fanden sich zwar zahlreiche Bestätigungen für den Realitäts- und Moralverlust des inneren Machtzirkels, wirklich überrascht haben dürfte die Borniertheit und Skrupellosigkeit der syrischen Herrscher-Clique angesicht der Vorgänge im Land aber niemanden. Immerhin konnte sich die EU in der Folge aber zu einem Einreiseverbot durchringen, um die exzessiven Shopping-Trips von Präsidentengattin Asma Al-Assad zu unterbinden. Ein harter Schlag für das Regime.

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Zumindest die Datenbasis der sogenannten „Syria Files“ ist wesentlich breiter: Diese beziehen sich auf den Zeitraum von August 2006 bis März 2012 und sollen eine Art Abbild des syrischen Machtgefüges liefern. Laut Wikileaks stammen die in verschiedenen Sprachen abgefassten Nachrichten von insgesamt 680 verschiedenen Absender-Domains, die einen Bezug zu Staatsapparat oder Land aufweisen. Insgesamt umfasse die Fülle der Sammlung 678.752 verschiedene E-Mail Adressen als Sender und 1.082.447 als Empfänger.

Finden lasse sich dabei nicht nur „entblößendes“ Material für Syrien selbst, sondern auch für seine Gegner, so Assange. Die E-Mails brächten einerseits Licht in die inneren Zusammenhänge der syrischen Regierung und Wirtschaft, zeigten andererseits aber die Doppel-Moral westlicher Staaten und Konzerne auf verschiedenen Ebenen. Enthalten seien sowohl persönliche E-Mail-Wechsel zwischen ranghohen Parteimitgliedern, als auch offizielle Dokumentationen finanzieller Transaktionen mit anderen Staaten.

Zum Hintergrund der neuen Whistleblower-Aktion verwies Assange darauf, dass diese ein besseres Verständnis über „Interessen, Aktionen und Gedanken“ der involvierten Gruppen liefern solle. Damit wolle Wikileaks zu einer Lösung des Konfliktes in Syrien beitragen – wie auch immer das gelingen soll. Man darf gespannt sein.

(Christian Wolf)

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.