Outlook.com als verschönerter Hotmail-Ersatz: Microsoft will alle seine Traumata besiegen

Jürgen Vielmeier

Microsoft hat gestern Abend seinen prädestinierten Hotmail-Nachfolger Outlook.com vorgestellt. Neu ist daran vor allem ein auf Windows 8 und die Metro-Oberfläche angepasstes Design. Die Oberfläche solle größtenteils werbefrei gehalten werden, sagte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones in einem Blog-Eintrag. „Wir scannen eure E-Mail-Inhalte oder Anhänge nicht und verkaufen sie nicht an Werbetreibende oder andere Firmen“, so Jones in einem Seitenhieb auf Google und dessen E-Maildienst GMail.

Outlook.com wird einige Sonderfunktionen spendiert bekommen. Ein Aufräumdienst etwa kann auf Knopfdruck alle Newsletter der vergangenen 14 Tage löschen. Der Dienst will Mails nach persönlicher Nachricht, Info über Statusupdates, Benachrichtigungen über Bestellungen etc. automatisch sortieren können. Mails aus anderen Accounts wie GMail können einfach importieren werden. Ferner lässt sich Outlook.com mit Facebook, LinkedIn und anderen Social Networks verbinden. Dadurch können Nutzer beider Dienste etwa den Facebook-Chat über Outlook starten. Die integrierten Office Web Apps lassen Anhänge in der Mail nicht nur öffnen, sondern auch bearbeiten und in SkyDrive speichern.

Outlook.com soll langfristig Microsofts Mail-Dienste Live und Hotmail ablösen. Zur Zeit ist das noch nicht ganz der Fall. Bei dem Versuch, meinen Outlook-Account mit Facebook zu verbinden, wurde ich noch auf Live.com weitergeleitet. Die geplante, integrierte Web-Oberfläche von Skype ist ebenso wie einige andere Funktionen noch nicht verfügbar. Namentlich bleibt es ein Verwirrspiel: Outlook wird in der Windows-8-Oberfläche mit „Mail“ bezeichnet werden, im Programm selbst aber „Outlook“ heißen.

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Trotzdem gefällt mir, was Microsoft da treibt. Outlook.com ist nach acht Jahren der erste Webmailer neben GMail, den ich tatsächlich benutzen würde. Das einheitliche Aussehen der Oberflächen verschiedener Dienste würde endlich das Chaos beenden, für das Microsoft all die Jahre stand. Noch hat Outlook einige Bugs und es fehlen Funktionen, wie Jones offen zugibt. Man hat aber auch noch fast drei Monate Zeit bis zum Start von Windows 8, um Outlook.com massentauglich zu machen. Wenn Microsoft jetzt sogar ansprechende Hardware und einen mehr als ordentlichen Mail-Client anbietet, was kommt dann als nächstes? Ein Betriebssystem, das man gerne benutzen mag?

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(Jürgen Vielmeier, Screenshot via Nerdology)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.