Hässliches schön: Lässt sich die harte Realität mit Kunstfiltern à la Instagram aufhübschen?

Jürgen Vielmeier

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Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit steige ich am Kölner Westbahnhof aus. Gleich in der Bahnhofsunterführung bleibt dem Pendler nichts anderes übrig, als durch ein Meer an getrocknetem Taubenkot zu stiefeln. Das ist nicht hübsch, das ist sogar ziemlich ekelig. Aber vielleicht muss das so sein. Woher soll man wissen, was Schönheit ist, wenn man Hässliches nie gesehen hat? Gut und Böse müssen im Gleichgewicht sein.

Doch da gibt es seit nunmehr zwei Jahren ein Tool namens Instagram, das aus jedem Bild einer Smartphone-Kamera mit Kunstfiltern noch etwas herausholt. Zahlreiche Apps haben die Filter-Funktion kopiert. Da liegt doch der Verdacht nahe, dass man selbst aus abgrundtief hässlichen Fotos noch etwas Schönes machen könnte. Geht das? Wir machen den Test.

Die Idee stammt von Macwelt-Redakteur Patrick Woods, der kürzlich im Urlaub an der Adria unterwegs war. Statt die üblichen Urlaubsschnappschüsse zu knippsen, widmete er sich den Schattenseiten: Treibgut, Müll, verendete Tiere. Das Foto einer Sprühflasche, die er am Strand fand, veröffentlichte er einmal mit einem Kunstfilter, einmal „nackt“ ohne Filter. Der Kunstfilter-Schnappschuss hatte fast etwas Anmutendes, das Originalbild war erwartungsgemäß hässlich. Das brachte mich auf die Idee, es einmal mit einer solchen Vergleichsserie zu versuchen.

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Hier ein paar Nachher-Vorher-Bilder, die ich in den vergangenen Tagen in Köln und Bonn mit einem Nokia Lumia 800 aufgenommen habe. Was Hässlich ist, liegt im Auge des Betrachters. Immer? Auch in diesem Fall?

Grünes Kunstglas auf Kopfstein, Yellow-Pop-Filter:

Weniger chic in der Realität: eine zerbrochene Flasche auf der Straße in der Bonner Altstadt:

Waren hier die Maler am Werk? Infection-Filter:

Schön wär’s. Die Tauben waren’s. Unterführung, Westbahnhof, Köln:

Schön hell ist es. Was gibt es daran auszusetzen? Gold-Filter:

Im echten Schlamm ist es nicht mehr so schön. „Parklandschaft“, Bonn-Rheinaue:

Hier ist klar, was es ist:

Allerdings unterdrückt der Schwarz-Weiß-Filter oben schon ein wenig den Brechreiz im Vergleich zum Original, oder? Bonner Altstadt vor einem Café:

Bunt behangenes Fenster, Schwarz-Weiß-Filter:

Und so sieht’s im echten Leben aus:

Ein Schuh, Infection-Filter:

Und hier die harte Realität nach dem Waten im Schlamm:

Disco? Gold-Filter:

Nein, nur eine „umgestaltete“ Unterführung in der Bonner Rheinaue:

Tja, was meint ihr? Waren die Vorlagen mies genug? Haben die Filter in allen Fällen noch was rausreißen können? Mein eigenes Fazit: In allen Fällen leider nicht. Ein hundsmiserables Original lässt sich allenfalls noch entfremden, aber nicht mehr aufhübschen. Was mir außerdem auffiel: Zwar mag inzwischen jede x-beliebige Foto-App Kunstfilter eingebaut haben, es gibt allerdings auch hier gravierende Qualitätsunterschiede.

Die oben verwendete Windows-Phone-App ThumbaCam kann in Sachen Bedienbarkeit vielleicht mit Instagram mithalten, beim Effekt der vielen, vielen Filter leider nicht. Die oben verwendeten Gold-, Infection- und der Black-and-White-Filter allerdings biegen jedes noch so schlechte Foto noch zurecht. Immerhin wurde mir klar: Hässlich ist nicht gleich hässlich. Es gibt da noch einmal zahlreiche Schattierungen.

Update, 10.10.: Just heute Morgen macht die Kölner Stadtreinigung doch tatsächlich die Unterführung am Kölner Westbahnhof sauber. Ich bilde mir einfach einmal ein, dass das etwas mit diesem Artikel zu tun hat.

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.