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Lacht nicht: AOL will mit Alto euer E-Mail-Chaos lichten, und das könnte gelingen

Jürgen Vielmeier
Aktualisiert: 18. Oktober 2012
von Jürgen Vielmeier
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Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch an AOL. Das waren die, die in den 90ern mit Internetzugängen und Milliarden von CDs gegen die Telekom antraten, und die heute noch für ihren E-Mail-Client bekannt sind. (Verfilmt mit Meg Ryan und Tom Hanks.) Die 90er sind inzwischen vorbei, niemand braucht mehr AOL (auch wenn es sich dort im Hauptquartier ganz gut leben lässt) und deswegen erfindet sich AOL derzeit neu. Nach der Trennung von Time Warner setzt man verstärkt auf Content, kaufte etwa die Online-Magazine TechCrunch und Huffington Post. Und jetzt versucht man es einmal mit einem neuen E-Mail-Client: Alto. Und der sieht in den ersten Screenshots gar nicht einmal so schlecht aus.

Das Besondere an Alto: Es ist nicht noch ein neuer Webmailer mit einer eigenen Inbox, sondern ein Service, der bereits bestehende Mailkonten von GMail, iCloud, Yahoo und – natürlich – AOL verwaltet und aufräumt. (Eigene IMAP-Konten soll man in absehbarer Zeit hinzufügen können.) Alto erkennt etwa, welche Mails Deals-Newsletter sind, wo sich Reisebuchungen verbergen, was Benachrichtigungen aus Social Networks sind oder wo sich Fotos in den Anhängen verbergen. Diese Mails legt Alto nicht nur in einem eigenen Stapel ab. Die Anhänge werden automatisch extrahiert und in ein anderes Postfach verschoben. Sprich: Alle Fotos, die einem einmal per E-Mail geschickt worden sind, werden bei Alto ohne Zutun in ein eigenes Verzeichnis gelegt. Zusätzlich sollen Nutzer über eine einfache Drag-and-Drop-Bedienung sehr einfach eigene Stapel anlegen können.

Klingt gar nicht schlecht und erinnert mich sowohl von der Herangehensweise als auch der Optik her ein wenig an Doo, das Startup, das Mail-Anhänge archivieren und Papier dadurch vermeiden will. Ein Projekt mit ähnlichem Ansatz wie Alto, wenn auch nicht ganz so hübsch, wäre OtherInbox. Alto ist noch in der geschlossenen Beta-Phase; ihr könnt euch für einen Zugang registrieren.

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Ich könnte mir durchaus vorstellen, parallel zu GMail und meinem Desktop-Mailprogramm mit einer Software wie Alto zu arbeiten, eben, um Anhänge schneller zu finden und leichter zu verwalten. Wie gut das funktioniert, können natürlich erst Tests zeigen. Vielleicht sind solche Ansätze aber die eigentliche Lösung für das Problem der täglichen E-Mail-Flut. Eine neue Strukturierung statt die von manchen gewünschte Abschaffung der Mail. Ich hoffe, wir sehen noch mehr davon.

(Screenshot: Techcrunch)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.
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